Korbflechten erfordert viel Geduld / Nur wenige Besucher bei Hibbeler

Gut Ding will Weile haben

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Die Diele der ehemaligen Gaststätte Hibbeler bot Raum für Kultur. Hanswerner Kirschmann zeigte den Teilnehmern, darunter Petra Kalusche aus Holte, die Kunst des Korbflechtens. 

Rechtern - Von Mareile Mattlage. „Gut Ding will Weile haben“ lautet ein altbekanntes Sprichwort. Und im Falle des öffentlichen Korbflechtens, das in der ehemaligen Dorfgaststätte Hibbeler in Rechtern angeboten wurde, trifft dies gleich im doppelten Sinne zu.

Nicht nur bei der Handarbeit war Geduld eine unverzichtbare Tugend. Auch was den Erfolg des Vorhabens des Betreiber-Ehepaares Ulrike Westermann und Heimo Schulte angeht, der Dorfgaststätte mit verschiedenen Kultur-Veranstaltungen neues Leben einzuhauchen, muss wohl erst noch ein wenig Zeit ins Land gehen.

Zum öffentlichen Korbflechten waren lediglich vereinzelte Ausflügler gekommen. Das dürfte am Sonnabend allerdings auch dem schlechten Wetter geschuldet gewesen sein. Denn Hibbeler liegt von idyllischer Natur umgeben fernab des Barnstorfer Ortskerns und ist laut Ulrike Westermann vor allem ein Ziel für Fahrradfahrer.

Zentrum des Geschehens war eine feste Gruppe, die sich im Vorfeld angemeldet hatte, und am Sonnabend und Sonntag auf der großen Diele Körbe aus Weiden fertigte. Angeleitet wurden die Teilnehmer dabei von Hanswerner Kirschmann, der auf Einladung des Kulturvereins „Stadt.Land.Fluss“ für das Wochenende aus Bremen angereist war.

„Am Anfang haben wir uns gefragt, warum zwei Tage angesetzt waren. Jetzt wissen wir, warum!“, lachten fünf Frauen und ein Mann am Sonntagmittag. Konzentration und Geduld – vor allem mit sich selbst – das sei beim Korbflechten unbedingt nötig, so die einhellige Meinung der gut gelaunten Gruppe, der die meditative Handarbeit sichtlich große Freude bereitete. Und in noch einem Punkt war man sich einig: Es ist toll, dass so etwas in der Region angeboten wird. Stefanie Fellmann aus Wagenfeld meinte: „Ich wollte Korbflechten schon immer mal machen und habe mich jetzt gefreut, dass ich nicht weit fahren musste.“ Martin Hutschenreuter aus Heede stimmte ihr zu: „Ich habe bereits versucht, mir das Korbpflechten aus Büchern beizubringen, aber das funktioniert nicht. Nun, da mir die Kniffe gezeigt werden, kann es tatsächlich ein Hobby für mich werden.“

Antje Tonk aus Brockum hingegen hatte noch eine andere Motivation nach Rechtern getrieben: „Ich weiß, dass Ulrike großartig kocht. Allein dafür lohnt es sich schon, hierher zu kommen.“ Darüber hinaus fände sie es klasse, dass Ulrike Westermann und Heimo Schulte mit der Gaststätte Kultur und Leben ins Dorf bringen. Egal ob Korbflechten, Malen oder Sticken – Antje Tonk wäre so oder so gekommen, sagte sie. Allein, um die Bemühungen zu unterstützen.

Im vergangenen Jahr hatte es bei Hibbelers bereits eine Töpferveranstaltung gegeben, die sehr gut angenommen worden war. Dass das Konzept der anlassbezogenen Kultur-Gastronomie Ulrike Westermanns und Heimo Schultes „Ding“ ist, steht also außer Frage. Und dass es „gut“ ist ebensowenig. Jetzt muss es sich nur noch herumsprechen.

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