Bewertungssystem in rot, gelb und grün

Digitale Ampel für die Samtgemeinde Barnstorf: Verwaltung stellt Straßenerhaltungsmanagement vor

Der Zustand des Verkehrsnetzes in der Samtgemeinde auf einen Blick: Grüne Straßen sind in einem guten Zustand, gelbe Straßen sind nicht mehr einwandfrei und rote Straßen sollten nach der Bewertungsmatrix saniert oder neu gebaut werden. Grafik: Samtgemeinde
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Der Zustand des Verkehrsnetzes in der Samtgemeinde auf einen Blick: Grüne Straßen sind in einem guten Zustand, gelbe Straßen sind nicht mehr einwandfrei und rote Straßen sollten nach der Bewertungsmatrix saniert oder neu gebaut werden. Grafik: Samtgemeinde

Eine neue Ampel für die Samtgemeinde Barnstorf: Im Rahmen eines Erhaltungsmanagements hat die Verwaltung alle Straßen und Wege bewertet.

Barnstorf – In der Samtgemeinde Barnstorf gibt es eine neue Ampel – eine digitale. Sie soll für mehr Transparenz sorgen. Die Verwaltung im Barnstorfer Rathaus hat ein Erhaltungsmanagement für alle Straßen in der Samtgemeinde erarbeitet. Darin ist der Zustand des Verkehrsnetzes dargestellt. Die Bewertung erfolgt nach einem Ampelsystem in den Farben rot, gelb und grün.

Straßenerhaltungsmanagement: Nach Bestandsaufnahme folgt die Bewertung

Ingmar Braunert, Fachbereichsleiter Bau und Liegenschaften, stellte die Ergebnisse für die Gemeinde Eydelstedt während der jüngsten Ratssitzung vor. „Wir haben in allen Mitgliedsgemeinden eine Bewertung für alle Straßen vorgenommen und darauf aufbauend das Straßenerhaltungsmanagement entwickelt“, erklärte er (Ergebnisse in der Infobox). Die Ausgangsfrage laute: „In welcher Straße ist wann der Eingriffszeitpunkt für welche Maßnahme?“ Denn: „Der falsche Weg ist, zu warten, bis die Straße völlig kaputt ist.“

Nach der Bestandsaufnahme werde jede einzelne Straße nach den Kriterien „Fahrbahn“, „Entwässerung“, „Seitenraum“ und „Geh- und Radwege“ beurteilt, gewichtet und benotet. Die Beurteilung erfolge durch Fachpersonal wie Bauingenieure, Bautechniker oder Straßenbaumeister. Ziele seien eine verbesserte Planungsgrundlage, Transparenz, Prävention und der wirtschaftliche Einsatz von Gemeindegeldern. „Wir haben jetzt eine Übersicht, um unsere Haushaltsmittel gezielt einzusetzen“, erläuterte Braunert.

Straßenstatistiken der Samtgemeinde Barnstorf

Samtgemeinde
Länge Straßennetz: 103 Kilometer; davon befestigt: 98 Kilometer (95 Prozent); Zustand befestigter Straßen: 37 Prozent gut, 55 Prozent befriedigend, 8 Prozent sanierungsbedürftig.

Drebber
Länge Straßennetz: 147 Kilometer; davon befestigt: 82 Kilometer (56 Prozent); Zustand befestigter Straßen: 39 Prozent gut, 55 Prozent befriedigend, 6 Prozent sanierungsbedürftig.

Eydelstedt
Länge Straßennetz: 185 Kilometer; davon befestigt: 68 Kilometer (37 Prozent); Zustand befestigter Straßen: 63 Prozent gut, 26 Prozent befriedigend, 11 Prozent sanierungsbedürftig.

Drentwede
Länge Straßennetz: 79 Kilometer; davon befestigt: 41 Kilometer (52 Prozent); Zustand befestigter Straßen: 51 Prozent gut, 39 Prozent befriedigend, 10 Prozent sanierungsbedürftig.

Barnstorf
Daten werden aktuell aufgearbeitet und stehen ab dem ersten Quartal 2022 zur Verfügung.

Für die Visualisierung der Bewertung habe sich der Fachbereich für ein Ampelsystem entschieden. „Das ist am einfachsten von der Darstellung“, so der Bauamtsleiter. Grafisch habe die Verwaltung eine Karte angefertigt, in der die Straßen ihrem Zustand entsprechend eingefärbt sind. Grün stehe für einen guten, gelb für einen befriedigenden und rot für einen sanierungsbedürftigen Straßenzustand. „Rot bedeutet, darüber sollten wir uns kurzfristig Gedanken machen. Bei gelb ist die Straße noch gut nutzbar, aber weist schon sichtbare Mängel auf. Und bei grün müssen wir uns erst einmal keine Sorgen machen.“ Bei befriedigenden Straßen reiche vorerst ein Erhaltungsprogramm aus. Rote Straßen müssten allerdings saniert oder gar neu gebaut werden, so Braunert.

Ein Beispiel für eine befriedigende Straße: Um in diesen Bewertungsbereich zu fallen, müsse eine Straße technisch in einem nicht mehr einwandfreien Zustand sein. Es müsse bereits kleine Versackungen und Unebenheiten oder Risse geben. Die Funktion sei dennoch einwandfrei – die befestigte Fläche müsse für die gelbe Kategorie uneingeschränkt nutzbar sein.

Kosten für Software und Personal möglichst gering gehalten

Die Kosten für die Software und das Personal habe die Verwaltung bewusst gering gehalten: „Wir setzen auf den Einsatz von Bordmitteln, also vorhandene Mitarbeiter“, erklärte Ingmar Braunert. Auch sei kein Geld für eine Spezialsoftware ausgegeben worden. „Das Programm, das wir nutzen, ist Open Source, also kostenlos“, so der Bauamtsleiter.

Darüber hinaus sei das Modell so anpassungsfähig, dass die Datenpflege ohne zusätzlichen Personalaufwand gewährleistet werden könne. Braunert: „Wir wollen das Straßenerhaltungsmanagement einmal im Jahr aktualisieren.“ Die nächsten Schritte seien jetzt die Beschlüsse zu den ersten Maßnahmen, damit sie sukzessive umgesetzt werden können.

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