Dienerin der Geburt

Marlene Krause aus Dörpel bietet werdenden Müttern Unterstützung als Doula an

Marlene Krause ist eine Doula: In der Hand hält sie ein sogenanntes Rebozo, das sie individuell während ihrer Arbeit einsetzt.
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Marlene Krause ist eine Doula: In der Hand hält sie ein sogenanntes Rebozo, das sie individuell während ihrer Arbeit einsetzt.

Marlene Krause hat sich zu einer Doula ausbilden lassen. Sie sieht sich als Bindeglied zwischen der werdenden Mutter, Ärzten und Hebammen.

Barnstorf – Manchmal dauert es länger, braucht Umwege, um zum Ziel zu kommen. Das gilt für viele Bereiche des Lebens und eben auch für die Berufswahl. Marlene Krause aus Dörpel ist es ähnlich ergangen: Sie hat ihre Ausbildung zur Doula erfolgreich abgeschlossen hat. Das Wort Doula kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt Dienerin.

Doula Krause steht der Mutter emotional zur Seite

In Krauses Fall ist sie die sinnbildliche Dienerin einer Frau und steht ihr vor, während und nach der Geburt emotional zur Seite. „Wir Doulas begleiten ausschließlich mental und leisten keinerlei medizinische Arbeit, das ist der Part der Hebamme“, betont Marlene Krause. Ihr Wunschberuf sei der der Hebamme gewesen, der habe sich aber aus verschiedenen Gründen nicht umsetzen lassen, erzählt die heutige Erzieherin, die auch schon eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin gemacht hat.

„Aber das Thema Geburt hat mich nie losgelassen. Durch Zufall bin ich auf die Doula gestoßen und habe mich ausgiebig damit beschäftigt. Ich habe mich für eine Ausbildung beim Verein ,Doula in Deutschland‘ entschieden und bin dafür nach Köln gefahren.“

Doulas sorgen zusätzlich zur Hebamme für eine ruhige und stabile Atmosphäre, in der sich die Gebärende sicher fühlt. Die Effekte von kontinuierlicher Geburtsbegleitung habe schon eine amerikanischen Studie von 2003 nachgewiesen. Die positiven Auswirkungen seien größer, wenn die Person keine Klinikangestellte, sondern ausdrücklich nur für die Betreuung der werdenden Mutter zuständig sei. Dadurch sei laut der Studie „Continious Support“ von den Autoren Hodnett, Gates und Sakala auch der Anteil an Kaiserschnitten gesunken.

Die Doula ist kein Ersatz für eine Hebamme, sie ist eine Ergänzung mit eigenen Schwerpunkten. Die Doula ist ein Bindeglied zwischen der Gebärenden, den Ärzten und der Hebamme.

Marlene Krause

„Die Doula ist kein Ersatz für eine Hebamme, sie ist eine Ergänzung mit eigenen Schwerpunkten in ihrer Dienstleistung für Mütter und ihre Partner. Es ist für alle Schwangeren eine wichtige Frage, wen sie bei der Geburt um sich haben möchten, denn die Anwesenheit dieser Menschen kann die Geburt beeinflussen. Die Doula ist ein Bindeglied zwischen der Gebärenden, den Ärzten und der Hebamme“, sagt Marlene Krause.

„Die Anwesenheit einer Doula kann sich durchaus positiv auf eine Geburt auswirken“, bestätigt die Hebamme Claudia Kramer, die zusätzlich zu ihrer eigenen Praxis in Marhorst noch als Beleghebamme im Team des Dammer Kreißsaals arbeitet. „Alles was die Geburt unterstützt ist bei uns willkommen, auch wenn es zurzeit coronabedingt nicht erlaubt ist, mehr als eine Begleitperson im Kreißsaal dabeizuhaben. Trotzdem heißen wir eine mentale Unterstützung der Gebärenden, die das durch eine Doula wünschen, bei uns herzlich willkommen, wenn das wieder möglich ist.“

Von den Geburtsstationen in Lohne und Vechta war auf Nachfrage von Marlene Krause noch keine konkrete Stellungnahme zu bekommen. „Das Thema ist hier in der Gegend noch neu, und natürlich wird das kritisch beäugt, aber ich hoffe, dass man auch hier bald den Nutzen einer Doula erkennt. Doulas bringen Ruhe in den Raum und entlasten auch den werdenden Vater, der sich dann zwischendurch einmal ablenken kann, um zum Beispiel einen Kaffee zu trinken, um Stress abzubauen, da sich die Väter oftmals unsicher fühlen“, berichtet die dreifache Mutter. Auch wenn manche Krankenhäuser keine Doula zulassen sollten, sei eine individuelle Betreuung während und nach der Schwangerschaft möglich, betont Krause. Nähere Einzelheiten seien in einem persönlichen Gespräch zu klären.

Doula: Rufbereitschaft in den ersten 14 Tagen vor und nach dem errechneten Geburtstermin

Sie verspricht, in den ersten 14 Tagen vor und nach dem errechneten Geburtstermin eine Rufbereitschaft vorzuhalten, in der sie keine anderen Termine vergebe. Diese Bereitschaft werde auch von einigen Krankenkassen übernommen. Die Kosten der Leistungen der Doula seien von den Eltern allerdings selbst zu tragen.

Zu Krauses Angebot zählen die Geburtsvorbereitung, die Begleitung bei der Geburt und die mentale Nachbearbeitung der Geburt mit einem Geburtsbericht in Briefform als Erinnerung und Verarbeitung und als Geschichte erzählt. „Natürlich gehören auch Entspannungsübungen, Belly Binding, eine Methode um den Heilungsprozess des Körpers nach der Geburt zu unterstützen dazu“, erzählt Krause. Begeistert zeigt sie sich auch von der Massagetechnik mit dem sogenannten Rebozo, einem Tuch, das in der Schwangerschaft den Bauch stützt, was gerade in den letzten Wochen sehr angenehm sein könne. Zusätzlich werde das Ungeborene dabei unterstützt, sich optimaler ins Becken einzustellen. Oder das Tuch werde zur Masssage eingesetzt. Diese Techniken beherrsch Marlene Krause nach eigener Aussage und setzt sie auch sehr gerne ein.

Mitte Januar eröffnet Marlene Krause in Diepholz am Gänsemarkt 4 ihre eigenen Geschäftsräume.

Weitere Informationen

Tel. 0170 / 3880163

Von Eva-Maria Konkel

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