„Die Entscheidung ist richtig“

Leiterin Christiane Roth verlässt im Sommer die Barnstorfer Bibliothek

Im Lesecafé: Bibliotheks-Leiterin Christiane Roth (r.) und Fachbereichsleiterin Frauke Brüning.
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Im Lesecafé: Bibliotheks-Leiterin Christiane Roth (r.) und Fachbereichsleiterin Frauke Brüning.

Barnstorf – Die Türen der Barnstorfer Bibliothek sind derzeit geschlossen und doch gibt es für die Mitarbeiterinnen einiges zu tun: „Gerade jetzt boomt die E-Book-Onleihe“, berichtet die Leiterin der Bibliothek, Christiane Roth. Auch für sie persönlich brechen bewegende Zeiten an: Roth wird die Leitung der Bibliothek zur Mitte des Jahres abgeben.

Natürlich sei ihr bewusst, dass die Stellenausschreibung der Samtgemeinde Barnstorf für die Leitung der Bibliothek bei vielen Menschen für Irritationen gesorgt habe und sie sei gerne bereit, etwas Licht in das Dunkel zu bringen, sagt sie schmunzelnd.

Als sie im Juli 2002 ihre Stelle in Barnstorf angetreten habe, sei sie mit viel Engagement und Freude an die Sache herangegangen und habe diesen Schritt und die 19 Jahre nie bereut. „Ganz im Gegenteil, hier habe ich meinen sozialen Mittelpunkt gefunden und viele tolle Menschen kennengelernt und deshalb bleibe ich auch hier. Aber die Welt, auch die Arbeitswelt und vor allem ich habe mich verändert. Das Bibliothekswesen erfuhr durch die Digitalisierung einen tiefgreifenden Wandel und dieser Prozess setzt sich in großer Geschwindigkeit fort. Um da am Ball zu bleiben, erfordert es Zeit die Entwicklungen zu verfolgen, zu prüfen und umzusetzen.“

Das sei mit ihrer 30-Stunden-Teilzeitstelle schon nicht ganz einfach gewesen, aber da sie aus persönlichen Gründen im Jahre 2016 ihre Stundenzahl auf 19 Stunden in der Woche reduziert habe, sei das kaum noch machbar gewesen. „Zum Glück hat meine Kollegin Anita Fehner den ganzen EDV-Part übernommen und sich da hervorragend eingearbeitet. Ich habe die Digitalisierung zwar immer unterstützt und initiiert, bin aber selber in eine ganz andere Richtung gewachsen“, sagt die heute 52-jährige Christiane Roth.

Sie werde im März (so Corona das zulässt) eine berufsbegleitende Ausbildung zur zertifizierten Seniorenbegleiterin machen und dann schauen, wo und in welcher Form sie eine Anstellung findet.

„Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, doch es fühlt sich richtig an und ich bin ja auch noch eine Weile da und werde meine Nachfolgerin oder meinen Nachfolger den ganzen August begleiten.“

„Ich habe immer gehofft, wir würden hier zusammen alt werden,“ sagt die 55-jährige Anita Fehner etwas wehmütig, „aber meine Kollegin Birgit Dießelberg und ich werden alles für einen reibungslosen Übergang tun.“

Bibliotheks-Mitarbeiterin Anita Fehner hat die EDV fest im Blick.

„Wir bedauern diesen Entschluss“, sagt auch Frauke Brüning in ihrer Funktion als zuständige Fachbereichsleiterin der Verwaltung. „Christiane hat unglaublich viel für die Öffentlichkeitsarbeit getan und 2018 sogar einen Workshop zur Zukunft der Bücherei ins Leben gerufen.“ Akteure aus Politik, Kultur und Bildung hatten sich damals darauf verständigt, dass die Vielfalt des Angebots erhalten und erweitert werden und die Aufenthaltsqualität verbessert werden solle. Sie entwarfen das Motto: „Bibliothek, das ist Lesefreude!“.

Die dazu benötigten Maßnahmen wurden durch die kleine Arbeitsgruppe erarbeitet und zusammen mit der Bibliothek und der Samtgemeinde umgesetzt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 2019 wurde renoviert, ein neuer Fußboden verpasste den Räumlichkeiten einen Frischekick, die barrierefreie Tür und nicht zuletzt das neu gestaltete Lesecafé gaben der Bibliothek einen eigenen Charme.

„Natürlich schaffen wir auch weiterhin noch neue Bücher an, so dass wir unseren Lesefreunden immer neue Nahrung anbieten können“, sagt Christiane Roth.

Die Bibliothek in Barnstorf hat sich im November 2017 dem Verbund niedersächsischer Bibliotheken angeschlossen, dem inzwischen 137 Einrichtungen landesweit angehören. Jede Bibliothek muss dabei mitarbeiten und sich in einem Arbeitskreis einbringen. Anita Fehner engagiert sich in der Gruppe: Innovation, Trends und Weiterentwicklung und beobachtet die Hilfeseiten. „Gerade nach Updates treten oftmals Probleme auf und das gebe ich dann weiter, damit schnell Abhilfe geschafft werden kann. Das klappt sehr gut. Aber auch diese Arbeit ist sehr zeitintensiv und daher bin ich wirklich dankbar, dass mich Birgit Dießelberg unterstützt.

Die Türen der Barnstorfer Bibliothek sind zwar geschlossen, aber der Betrieb geht trotzdem weiter.

Christiane Roth hinterlässt sehr große Fußstapfen, in die der oder die Nachfolgerin sicherlich erst hineinwachsen muss. Auch der „Treffpunkt Kultur“ ist ein Teil der Stellenausschreibung und Christiane Roth möchte sich aus dem Bereich ganz zurückziehen.

„Es fühlt sich manchmal sehr irreal an, dass ich das bald alles nicht mehr mache“, sagt sie „aber die Entscheidung ist richtig.“

Telefonisch oder digital - Bibliothek steht weiter mit Rat und Tat zur Seite: Auch wenn die Türen der Bibliothek in Barnstorf geschlossen sind, stehen die Mitarbeiterinnen weiterhin zu den gewohnten Zeiten telefonisch (05442-809114 oder 809115) oder per E-Mail (barnstorf.bibliothek@t-online.de) mit Rat und Tat zur Verfügung. „Gerade jetzt boomt die E-Book Onleihe“, berichtet Leiterin Christiane Roth. „Es ist möglich sich per Telefon neu anzumelden, oder den Leseausweis zu verlängern und den Jahresbeitrag später zu bezahlen, da sind wir ganz flexibel. Natürlich bringen wir die Bücher auch nach Hause, wenn das gewünscht wird. Dieser Bücherbringdienst wird gerade von älteren Lesern sehr gerne angenommen,“ erzählt sie. ko

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