Alexianer hoffen auf einen Käufer

Eydelstedt: Vier Gebäude im Hülsmeyer-Park stehen leer, das fünfte folgt bald

Der leere Rahmen im Vordergrund macht deutlich, dass auch dieses Gebäude im Hülsmeyer-Park in Eydelstedt derzeit leer steht.
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Der leere Rahmen im Vordergrund macht deutlich, dass auch dieses Gebäude im Hülsmeyer-Park in Eydelstedt derzeit leer steht.

Eydelstedt – Als sich in Eydelstedt zum Ende des Jahres 2005 die Schließung der Hülsmeyer-Kaserne abzeichnete, begann für die Samtgemeinde Barnstorf eine von vielen so nicht erwartete Erfolgsgeschichte. Die Planungs- und Entwicklungsgesellschaft Barnstorf (PEB) erwarb dass rund 70 000 Quadratmeter große Areal und machte daraus ein Gewerbegebiet, den Hülsmeyer-Park.

Binnen eines halben Jahres konnten die Flächen an insgesamt acht Firmen veräußert werden. Es entstanden sogar weitere Gewerbeflächen außerhalb des ehemaligen Kasernengeländes.

Mittlerweile sieht es in Eydelstedt anders aus. Vier große Gebäude stehen auf dem Areal leer, ein fünftes bald auch, wenn nämlich das Kreisarchiv von Eydelstedt nach Diepholz umzieht. Das soll noch in diesem Jahr passieren.

Eigentümer der entsprechenden Gebäude ist die Alexianer Münster GmbH. Die hatte im Hülsmeyer-Park unter anderem ihre Verwaltung untergebracht, als sie Betreiber der Kliniken im Landkreis Diepholz war. Nach der Übernahme des Klinikverbundes durch den Landkreis ist die Verwaltung nach Diepholz umgesiedelt. Auch die Krankenpflegeschule ist umgezogen, von Eydelstedt nach Syke.

Die Alexianer halten derzeit nicht nach neuen Mietern Ausschau, wie Udo Kraft, technischer Direktor der in Münster ansässigen Gesellschaft, auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung erklärte. Man wolle die Gebäude im Hülsmeyer-Park grundsätzlich verkaufen, habe dieses Thema aber bislang noch nicht forciert, da das Gebäude, in dem sich noch das Kreisarchiv befinde, ja erst zum Jahreswechsel frei werde. Neben dem Kreisarchiv handele es sich um drei Bürogebäude und ein Wohngebäude.

„Gerade die Nachfrage nach Büroflächen ist in Barnstorf derzeit nicht sonderlich stark. Und da auch das Unternehmen Dea Wintershall Flächen abzugeben hat, ist das Angebot vor Ort eher groß“, so Kraft weiter. Zwar wäre es wünschenswert, wenn sich ein Interessent finden ließe, der alle Gebäude der Alexianer zusammen übernehmen wolle, man könne aber auch einzelne Gebäude verkaufen.

Die entsprechenden Häuser seien alle in einem sehr guten Zustand. Dass das auch so bleibe, darum kümmert sich vor Ort übrigens eigens ein Hausmeister.

„Schade“ findet Barnstorfs Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers die aktuellen Leerstände im Hülsmeyer-Park. Wenn es Nachfragen nach entsprechenden Flächen im Rathaus gebe, weise man selbstverständlich auch auf den Hülsmeyer-Park hin. „Wir sind aber ja nicht der Eigentümer, mehr können wir also leider nicht tun“, so Jürgen Lübbers weiter.

Der Hülsmeyer-Park trägt den Namen des 1881 in Eydelstedt geborenen Unternehmers und Wissenschaftlers Christian Hülsmeyer, der als Erfinder des Radars gilt. Von 1962 bis 2005 existierte die nach ihm benannte Hülsmeyer-Kaserne.

Die Verwaltung der Klinikverbund Landkreis Diepholz gGmbh ist längst in die Kreisstadt umgezogen.

Kommentar: Der Park lebt – trotz der Leerstände (Von Michael H. Dümer)

Der Hülsmeyer-Park lebt, auch wenn es derzeit ein paar Leerstände gibt. Dafür sorgen die vielen weiteren Unternehmen sehr unterschiedlicher Branchen, die auf dem ehemaligen Kasernengelände in Eydelstedt ein neues Zuhause gefunden haben. Und sie investieren auch – in den Standort und in ihre Zukunft.

In Barnstorf hat man vor 15 Jahren den Mut gehabt, ein neues Konzept für das Kasernengelände zu entwickeln und dieses auch in die Tat umzusetzen. Andernorts wurden von der Substanz her erhaltenswerte Gebäude nach Kasernenschließungen einfach abgerissen.

Was bleibt, ist die Hoffnung. Die Hoffnung darauf, dass sich ein oder mehrere Interessenten für die zu veräußernden Gebäude finden lassen, die den Hülsmeyer-Park dann mit noch mehr Leben erfüllen. Und die ja vielleicht auch noch den einen oder anderen Arbeitsplatz im Gepäck haben.

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