Sprachcamp im Welthaus Barnstorf

Deutschkenntnisse spielerisch lernen

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21 Flüchtlingskinder lernen beim Sprachcamp in Barnstrf fröhlich Deutsch. Die meisten kommen aus Syrien, dem Iran und dem Irak, einige aus Afghanistan.

Barnstorf - Von Gerhard Scheland. „Das ist ein Federball“, erklärt Isabell Gerken der neunjährigen Leen, der gleichaltrigen Mahadia, der ebenfalls neunjährigen Nazanin und dem ein Jahr älteren Mustafa. „Wisst ihr, was Federn sind?“, möchte die angehende Erzieherin weiter wissen. Und liefert gleich die Erklärung: „Menschen haben Haare, Vögel haben Federn.“ Die jungen Zuhörer nicken. Sie haben verstanden und wieder ein Wort aus dem deutschen Sprachschatz dazugelernt.

Die vier Flüchtlingskinder bilden im 21-köpfigen Sprachcamp im Welthaus in Barnstorf eine von fünf Lerngruppen. Das zweiwöchige Sprachcamp läuft noch bis zum kommenden Wochenende. Jeweils von montags bis freitags von 9 bis 16.30 Uhr. Die erste Etappe haben die 13 Mädchen und acht Jungen im Alter von neun bis zwölf Jahren hinter sich.

An diesem Wochenende war „Bergfest“.

Veranstalter des inzwischen siebten Sprachcamps für Grundschulkinder ist der Verein für ganzheitliche Bildung (VGB). Ziel der Veranstaltung ist, bei den Grundschulkindern die deutsche Sprache zu vertiefen – mit Spaß und einer gehörigen Portion Spannung, insbesondere aber auf spielerische Art und Weise. Den Mädchen und Jungen wird die Möglichkeit geboten, ihre Deutschkenntnisse für den Alltag zu erweitern, damit die Integration zu erleichtern und gleichzeitig neue Freunde oder Freundinnen zu finden. Den Kindern wird auf kreative Art Wortschatzbildung vermittelt und parallel dazu Gedächtnistraining geübt.

Die organisatorischen Fäden laufen bei VGB-Flüchtlingsberaterin Manuela Wiese zusammen. Unterstützt wird sie beim spielerischen Unterricht von zwei Pädagogen, der angehenden Erzieherin Isabell Gerken, einem jungen FÖJ-ler und einer afghanischen Helferin.

„Jonglage mit Bällen und Wörtern“ ist das Sprachcamp überschrieben. Auch deshalb, weil alle 21 Kinder am kommenden Freitagmittag zum Abschluss der zwei ereignisreichen Wochen im ganz in der Nähe des Welthauses aufgebauten Ein-Mast-Zelt des Zirkus Barbarella ein buntes Zirkusprogramm zeigen werden. Die Vorbereitungen dafür sind Bestandteil des Sprachcamps.

Manuela Wiese weiß, wie wichtig es für Flüchtlingskinder ist, die deutsche Sprache zu erlernen. Auch für deren Geschwister und Eltern. Deshalb organisiert sie die speziellen Sprachcamps.

„Angefangen haben wir in den ersten Jahren mit Kindern mit Migrationshintergrund, seit Beginn der Flüchtlingswelle kümmern wir uns schwerpunktmäßig um Mädchen und Jungen, die erst seit drei bis sechs Monaten in Deutschland leben“, berichtet die professionelle Flüchtlingsbetreuerin. „Die meisten Kinder dieses Sprachcamps kommen aus Syrien, dem Iran und dem Irak, einige aus Afghanistan. In Syke sind dann auch afrikanische Kinder aus Eritrea dabei.“

Die 21 Kinder kommen aus allen Ortschaften der Samtgemeinde Barnstorf, aus der Stadt Diepholz sowie aus den Samtgemeinden Rehden und Kirchdorf.

„Morgens werden die Mädchen und Jungen mit Bussen eingesammelt, nachmittags wieder zu ihren Familien nach Hause gebracht“, erklärt die Organisatorin.

Kurs endet am Freitag

Zudem weist sie darauf hin, dass die Kinder neben einem kräftigenden Frühstück auch ein Mittagessen, Obst und zwischendurch Getränke erhalten. „Das Essen ist einfach, aber gesund“, betont sie.

Wenn die Veranstaltung im Welthaus in Barnstorf am kommenden Freitag ausklingt, schließt sich montags darauf in Syke ein neues an, und am 18. Juli beginnt ein weiteres Sprachcamp für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren. „Auch diese Camps sind bereits bis auf den letzten Platz ausgebucht“, freut sich Manuela Wiese.

Bis dahin kommen Leen, Mahadia, Nazanin und Mustafa aber noch vier Mal mit den anderen 17 Kindern zusammen, um von der 21-jährigen Isabell Gehrken mehr über die Wichtigkeit eines Radiergummis und eines Küchentuchs zu erfahren, lange und schwerere Wörter wie „Schmet-ter-ling“ und „Flie-gen-pilz“ in Silben auszusprechen, in kleinen Schritten dahinter kommen, dass sich die Wörter Mond und Mund zwar stark ähneln, aber eine völlig unterschiedliche Bedeutung haben, und nach den Sommerferien mit der Erkenntnis in ihre Schulen zurückkehren, dass neben Äpfeln und Birnen auch Pflaumen und Kirschen an unseren Obstbäumen hängen.

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