Auf dem Dorf Farbe bekennen

Pro-europäische Demonstration am Samstag in Barnstorf

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Viele Teilnehmer der Demo unterschrieben den Barnstorfer Appell.

Barnstorf - „Auf dem Dorf Farbe bekennen“ lautete das Motto der Organisatoren der Pro-europäischen Demonstration am Samstag in Barnstorf. An der Kundgebung, zu der die Partei „Demokratie in Bewegung“ aufgerufen hatte, beteiligten sich einige Dutzend Menschen. Fast ausnahmslos unterschrieben sie den Barnstorfer Appell. Er beinhaltet die Forderung nach einem Europa der Freiheit und des Friedens, ohne Angst und Nationalismus.

In Barnstorf erklang, wie auch auf dem zeitgleich gefeierten Europafest in Hannover, die Eurovisionsmelodie „Ode an die Freude“, um deutlich zu machen, dass es wieder an der Zeit sei, für Themen wie Freude und Freunde auf die Straße zu gehen.

Am Ende wurde das Schriftstück nicht nur in Barnstorf verlesen, sondern auch in Hannover. Dort hatten Mitglieder des Staatstheaters zu einer Aktion aufgerufen und Holger Pleus aus Barnstorf vom Landesverband Demokratie in Bewegung, um Hilfe gebeten.

„Wir sind dabei“, freute sich Barnstorfs Bürgermeisterin Elke Oelmann, die die Begrüßung übernommen hatte. „Klein, aber fein“ wertete sie die Beteiligung. Jede Unterschrift zähle. Denn der Barnstorfer Appell soll in Kürze der Samtgemeindeverwaltung übergeben werden.

„Damit positionierten sich Menschen auch auf dem Land und zählen rechnerisch zum Fünf-Millionen-Stimmen-Ziel des offenen Protestes gegen Rassismus und Fremdenhass, für ein geeintes Europa und Toleranz. Ich bin der Einladung gerne gefolgt, und es freut mich, hier für ein weltoffenes, buntes Barnstorf zu stehen“, so Oelmann.

Demo der Partei „Demokratie in Bewegung“

 © Simone Brauns-Bömermann
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Barnstorf zeige durch viele Institutionen ein tolerantes Gesicht. Oelmann nannte unter anderem den Arbeitskreis Willkommen, die Interessengemeinschaft gesundes Leben und das Welthaus. „Natürlich müssen wir auch in Barnstorf für Ziele kämpfen“, schaute sie dabei auf die kontroverse Debatte um ein muslimisches Gräberfeld. „Ich behaupte, Ängste gegenüber fremdaussehenden Menschen werden geschürt.“ Ihr bereite das schärfer werdende Klima in Deutschland Sorge: „Unsere Demokratie ist in Gefahr.“ Nach Aussage der Veranstalter zählte die zeitgleiche Großdemo „Unteilbar“ in Berlin etwa 240.000 Menschen. 

In ganz Europa gingen am Samstag Menschen auf die Straße: Unter der Überschrift „13-10“ hatten der schweizerisch-deutsche Schriftsteller Jonas Lüscher und der österreichische Philosoph Michael Zichy in mehr als 50 Städten zu Aktionen für ein geeintes Europa und gegen Nationalismus aufgerufen. „Wir sind zwei Mitglieder der Zivilgesellschaft, denen das Nachdenken und Schreiben nicht mehr genügt und die ins Handeln kommen wollen“, geben die beiden als Begründung an. Das Aufkeimen des Nationalismus, ob „America first“, „Bavaria first“ oder „Hungary first“ sowie das Erstarken des Rechtspopulismus überall bereitet ihnen Sorge. Diese teilen die Verantwortlichen das Staatstheaters Hannover sowie Demokratie in Bewegung.

sbb

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