Taxi Schwarze kommt

Das nächste Opfer der Corona-Krise: Taxiruf Schimanski gibt Geschäft in Barnstorf auf

Taxi Schwarze löst Taxi Schimanski ab: Inhaber Thomas Schwarze übernimmt einen Teil des Fuhrparks und drei Mitarbeiter von Michael Schimanski – zu denen auch dessen Ehefrau Heike Schimanski zählt.
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Taxi Schwarze löst Taxi Schimanski ab: Inhaber Thomas Schwarze übernimmt einen Teil des Fuhrparks und drei Mitarbeiter von Michael Schimanski – zu denen auch dessen Ehefrau Heike Schimanski zählt.

Schwarze löst Schimanski in Barnstorf ab. Während Michael Schimanski seinen Betrieb in Barnstorf nach 27 Jahren aufgibt, eröffnet Thomas Schwarze dort eine Geschäftsstelle. Für die Kunden ändert sich wenig.

Barnstorf – „Ich will nicht mehr“, sagt Michael Schimanski. Nach fast 27 Jahren hängt er seine Selbstständigkeit an den Nagel und löst sein Taxiunternehmen zum heutigen Montag auf. Der 54-Jährige nennt die Corona-Krise als den Hauptfaktor für seine Entscheidung. „Familie und Job war einfach nicht mehr miteinander vereinbar“, meint Schimanski. Damit gehört er zu den vielen Opfern der Pandemie.

Michael Schimanski fällt die Geschäftsaufgabe seines Taxiunternehmens nicht leicht

„Für mich war die Entscheidung nicht leicht“, sagt der Barnstorfer Unternehmer, der bald keiner mehr sein wird. Er habe im Laufe der Jahre einen Stamm an Kunden aufgebaut, der ihm nach wie vor sehr am Herzen liege: „Ich habe immer versucht, für meine Kunden da zu sein.“ Und auch seine Mitarbeiter habe er nicht „alle auf die Straße setzen“ wollen. An dieser Stelle springt ein alter Bekannter in die Bresche: Thomas Schwarze, Taxiunternehmer aus Diepholz, siedelt sich in Barnstorf an und gründet eine zusätzliche Geschäftsstelle. Er übernimmt die Taxikonzession von Michael Schimanski – nicht aber den Betrieb: „Das ist eine Geschäftsaufgabe und eine Neuansiedlung“, betonen beide.

Schwarze übernimmt einen Teil des Fuhrparks von Schimanski und stellt drei Mitarbeiter ein, die zuvor für Schimanski gearbeitet hatten. Eine von den Mitarbeitern ist Schimanskis Ehefrau Heike. „Ich höre nicht auf“, erzählt sie. „Ich bin seit 30 Jahren mit Herzblut im Taxigeschäft – und ich mache das noch immer gern. Das Persönliche bei den Fahrten ist mir wichtig.“ Sie betont jedoch auch: „Für ein anderes Unternehmen als Schwarze hätte ich nicht gearbeitet. Da habe ich nämlich eine gewisse Eigenverantwortung.“ Heike Schimanski soll mittelfristig der Ansprechpartner für Taxi Schwarze in Barnstorf sein. Der Geschäftsführer erläutert: „Sie kennt sich hier schon aus.“

Taxi Schwarze will die Stammkunden von Schimanski übernehmen

Generell sei vorgesehen, dass Schwarze die Stammkunden von Schimanski aufnimmt. „Sie sollen von der Geschäftsaufgabe am wenigsten mitbekommen“, hofft Michael Schimanski. Die Autos bleiben gleich, wenn auch im kleineren Rahmen, denn Taxi Schwarze betreibt in Barnstorf nur zwei Mietwagen und ein Taxi. Die Fahrer bleiben die gleichen. Auch die Telefonnummer verändert sich nicht. Schwarze: „Ich bin wie Taxiruf Schimanski unter 05442 / 2535 und 05442 / 2552 zu erreichen. Das bleibt zum Glück gleich.“ Nur der Standort ist ein anderer: Aus Otto-Hahn-Straße 5 wird Otto-Hahn-Straße 13. „Ich habe mein Büro im Gebäude von Tolle Naturstein.“

Zurück zu dem Entschluss von Michael Schimanski, sein Taxiunternehmen aufzugeben: Durch die Pandemie seien in Barnstorf das Nachtgeschäft und damit die für seinen Betrieb so wichtigen Fahrten am Wochenende weggebrochen.

Die Jahre kann ihm keiner mehr nehmen: Michael Schimanski feierte 2020 sein 25-jährige Betriebsbestehen. Nach nun fast 27 Jahren gibt er seine Selbstständigkeit allerdings auf.

Schimanski rechnet vor: „Von 100 Prozent Umsatz vor Corona sind vielleicht noch fünf Prozent übrig geblieben.“ Die 2019 vom Landkreis Diepholz verabschiedete Taxiordnung sei während der Krise ebenso eine Last gewesen. Thomas Schwarze erklärt: „Wer mehr als drei Taxen hat, muss rund um die Uhr verfügbar sein.“ Schimanski ergänzt fragend: „Wenn ich in der Nacht aber nur zwei Fahrten mache, wieso soll ich dann drei Autos und drei Fahrer bereitstellen?“

Andererseits sei es oft, insbesondere an Werktagen, so gewesen, dass „manchmal drei Aufträge auf einmal reinkamen, dann aber mehrere Stunden gar keiner.“ Schwarze: „Wir machen ja keine Termine. Bei uns entscheidet ausschließlich der Kunde, wann wir fahren.“

Gerade diese Unplanbarkeit sei in der Corona-Krise zu Lasten der Geschäftsführer gegangen, erklärt Schimanski. „Die schlechten Arbeitszeiten sind an den Unternehmern hängen geblieben.“ Weil er seine Mitarbeiter, die teilweise nur zwei Fahrten am Tag gemacht hatten, nicht dauerhaft für Bereitschaft bezahlen konnte, seien sie auch in Kurzarbeit gegangen. „Deswegen musste ich dann oft sehr spät noch fahren. Ich konnte überhaupt nicht mehr frei machen.“

Team Strathmann neuer Grundstücksbesitzer

Mit der Aufgabe seines Taxi-Unternehmens hat Michael Schimanski auch das Grundstück samt Halle an der Otto-Hahn-Straße verkauft. Neuer Eigentümer ist die erst im Februar 2020 gegründete Firma Team Strathmann.

Geschäftsführer Jonathan Strathmann freut sich über den Deal: „Das wird unser Hauptstandort, um uns am Markt zu etablieren.“ Strathmann dankt dem früheren Eigentümer: „Wir haben mit Michael Schimanski faire und ehrliche Gespräche geführt. Das ist nicht selbstverständlich. Er hat uns diese einmalige Chance gegeben.“

Team Strathmann ist ein Barnstorfer Unternehmen, das sich auf die Wartung und Instandhaltung von technischen Maschinen spezialisiert hat. „Das ist unsere Kernkompetenz“, so der Geschäftsführer. „Wir sind ein junges Team, das mittlerweile aus sieben Mitarbeitern besteht.“ Eine Vergrößerung des Betriebsgeländes sei da gerade recht gekommen.

In Kürze beginnen die Umbauarbeiten. „Dort entstehen ein Büro und ein Sozial- und Tagungsraum, in dem ich auch digitale Meetings abhalten kann“, erklärt Strathmann. Die angrenzende Halle soll künftig als Lager und Werkstatt genutzt werden.

Das soll jetzt ein Ende haben: Schimanski wechselt ins Angestelltenverhältnis. „Ich werde bei einer Firma in Eydelstedt arbeiten. Das hat sich kurzfristig ergeben“, verrät er. Dort werde er Aufgaben im Bereich Büromanagement und Betriebsverwaltung übernehmen.

Michael Schimanski freut sich, dass er die Geschäftsaufgabe seines Taxiunternehmens noch vor Weihnachten abwickeln konnte: „Ich weiß, dass das ein blöder Termin ist, aber ich wünsche mir ein ruhiges Fest und will auch endlich einmal für meine Familie da sein.“

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