„Keine Männerdomäne mehr“

Feuerwehr Barnstorf feiert 125-jähriges Bestehen

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Samtgemeinde und Feuerwehr pflegen gute Beziehungen: Zum 125. Geburtstag gratulierte Friedrich Iven (rechts) von Seiten von Rat und Verwaltung Ortsbrandmeister Heiko Schmidt und bedankte sich für den Dienst an den Bürgern.

Barnstorf - Die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren sind aktiv und wichtig für das Gemeinschaftsleben in einem Ort. Sie retten, löschen, bergen und schützen in ihrer Freizeit, sie organisieren den Feuerwehrball, Osterfeuer, Tag der offenen Tür, bieten gemeinsamen Sport an und leisten Jugendarbeit. Sie pflegen die Verdienste der Alterskameraden und sind gern gesellig, wenn der wichtige Hilfedienst am Nächsten erledigt ist.

So ist das auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in Barnstorf, die am Samstag mit einem Festakt im Rasthaus Barnstorf ihr 125-jähriges Jubiläum feierte und das Eineinviertel Jahrhundert „Dienst am Nächsten“ Revue passieren ließ.

Die Berichterstattung über die Feuerwehr titelt häufig ernst: „Den Mitbürgern in Not und Gefahr immer helfend zur Seite stehen“, „Befürchtungen wurden wahr: Feuer im Moor“ oder „18-Jähriger erlag den Verletzungen“. Um dem Rechnung zu zollen, wie ernst dieser freiwillige Dienst in der Freizeit ist, waren die Grußwortredner vor rund 100 Feuerwehrleute getreten und drückten ihren aufrichtigen Dank aus.

In der zum 100-jährigen Bestehen erstellten Chronik von Erwin Stellmach steht der prägnante Satz: „Die Feuerwehr, selbst Teil der Ortsgemeinschaft, war immer eingebunden in die Geschichte von Barnstorf.“

Der Barnstorfer Ortsbrandmeister Heiko Schmidt begrüßte neben den Kollegen als Festredner und Gäste: stellvertretender Samtgemeindebürgermeister Friedrich Iven, Fleckensbürgermeisterin Elke Oelmann, Nicole Klein und Jörg Kohröde (Samtgemeinde Barnstorf), den stellvertretenden Kreisbrandmeister und Abschnittsleiter Süd, Torsten Borgstedt, stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes. Norbert Warnke, Gemeindebrandmeister Guido Schruth, seinen Stellvertreter Jens Kaesemeyer, Vertreter des Samtgemeinde-Feuerwehrkommandos und die Vertreter der Wintershall-Betriebsfeuerwehr, Dr. Michael Bätcher und Jonas Heidbrink.

Welche Höhen und Tiefen, welche technische Entwicklung, welche Mitgliederveränderungen die Wehr in den letzten 125 Jahren durchlief, das hatte Schmidt in Kurzform parat. „Angetreten waren unsere Vorgänger 1893 mit dem Credo „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ und dem Schlachtruf „Einer für alle, alle für einen“.

„Der erste Dienst der 40 freiwilligen Mitglieder fand am Sonntag, 13. Mai 1893, um 6 Uhr morgens statt“, berichtete Schmidt. „und im Ersten Weltkrieg kamen die nicht mehr Wehrfähigen und Frauen bei Bränden zum Einsatz“. Unverständnis in den Gesichtern in der Rückschau, dass 1945 von den deutschen Truppen ohne jegliche Verhandlungen das Klöckner-Deutz Fahrgestell mit Magirus Aufbau aus dem Feuerwehrhaus geholt und mitgenommen wurde.

Ab 1946 wurde der Feuerwehr sehr viel mehr Wert beigemessen, wurde sie technisch aufgerüstet zum Wohle der Bevölkerung bei steigender Anzahl von Industriebetrieben. Während des Kalten Krieges waren Feuerwehrleute für den zivilen Bevölkerungsschutz ausgebildet. Ende 2017 hat die „Stützpunktfeuerwehr mit Rückgrat der nicht polizeilichen Gefahrenabwehr“ insgesamt 108 Mitglieder. Darunter sieben aktive Feuerwehrfrauen, 52 Männer, 16 Kinder in der Kinderfeuerwehr, 18 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, 12 in der Altersabteilung und drei Fördermitglieder.

Für die Sicherheit stehen sechs Fahrzeuge, ein Schaum-Wasserwerfer und ein Notstrom-Anhänger zur Verfügung.

Er sollte zwar keine Versprechungen machen, hatte der verhinderte Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers ihm mit auf den Weg gegeben, aber Friedrich Iven formulierte geschickt: „Wir versuchen, den Wünschen der Feuerwehr immer nachzukommen vonseiten des Rates“. Er hatte große Hochachtung – vor allem vor den Einsätzen, die auch an den Feuerwehrleuten nicht emotionslos vorbeigingen: „Danke für Euren grenzenlosen Einsatz bei Gefahren!“

Gemeindebrandmeister Guido Schruth: „Wir machen das freiwillig, sind leistungsbereit, unbezahlt, haben Gemeinschaftssinn und bilden uns fort. Wir opfern Freizeit für den Ernstfall“.

Torsten Borgstedt unterstrich die gute Gemeinschaft: „Wir sind ein Feuerwehrwesen mit breiter Flächenpräsenz“.

Fleckenbürgermeisterin Elke Oelmann setzte das Gründungsjahr in den Weltgeschehen- und Barnstorf-Kontext: „In Deutschland herrschte das Kaiserreich und in Rechtern bekam die Dorfgaststätte Hibbeler die Schankkonzession“. Und sie räumte mit Irrtümern auf: „Feuerwehrleute sind keine Hauptamtliche, Feuerwehrhäuser sind nicht rund um die Uhr besetzt, der Notruf 112 kostet kein Geld, Feuerwehrleute verdienen nicht viel Geld und das Feuerwehrwesen ist keine Männerdomäne“.

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