600 Besucher haben drei Stunden Spaß im ersten „Comedy-Zelt“

Dank Jörg Knör 20 Prominente auf der Barnstorfer Bühne

Parodist Jörg Knör war der Star im ersten „Comedy-Zelt“ am Samstagabend in Barnstorf. Er brachte auf seine Art etwa 20 Prominente auf die Bühne. - Foto: Brauns-Bömermann

Barnstorf - Drei Comedians rockten Barnstorf: Im ersten „Comedy-Zelt“ kamen am Samstagabend knapp 600 Besucher aus dem Lachen kaum heraus. Jörg Knör, Markus Krebs und Andre Kaiser ließen die Veranstaltung zum vollen Erfolg werden. Dank Jörg Knör kamen sogar noch weitere etwa 20 Prominente auf die Bühne des mit einem Sternenhimmel geschmückten Zeltes beim „Bau & Co.“-Markt an der B51.

Diese waren verkörpert durch den „Kaiser der Parodie“, wie Andreas Römer, Kollege und Moderator des Abends, Jörg Knör nannte: „Er hat nur ein Ö mehr im Namen als ich“.

Eine Reise in die Tiefen des Ruhrgebiets und dessen Kneipenlandschaften unternahmen die Besucher mit Markus Krebs, dem „Mann hinter dem Bauch“, dem „Hocker- Rocker“, der mit dem Haake- Beck-Bier gut klar kam.

Und mit Andreas Römer lernten die etwa 600 Comedy-Fans, warum Ordensbrüder AC/DC hören, ein Alligator dicke Krokodils-Tränen weint und gingen mit ihm auf eine Tour de Force mit einem Hut durch 30 Länder der Erde.

Fazit des dreistündigen Comedy-Abends: Comedy funktioniert überall, vorausgesetzt das Publikum macht mit, die Künstler sind gut und ein Baufachmarkt ist in der Nähe. So hatten die Comedians statt zwei geforderter Steckdosen mindestens 60 plus meterweise Verlängerungskabel, Lüsterklemmen und Zubehör in den Garderoben beim „Barnstorfer Bautreff“. Beim Thema Garderobe ist Jörg Knör sehr streng…

Drei Besucher „litten“ unter den genialen Improvisationstalenten der Humoristen: Dirk aus Drebber, Reihe drei, Rita Roshop, Reihe eins, und Heike aus Stuhr, Saal Mitte.

Comedian-Trio in Barnstorf

„Drebbern“ war am Schluss ein geflügeltes Wort, die Schokolade auf dem Kopfkissen im Hotel „Roschhop“ (wie Knör das Hotel nannte, wo die Künstler untergebracht waren), lief davon und Markus Schlottmann, einer der Sponsoren des Abends, hatte „leider“ Geburtstag.

Leider nur bedingt, denn Markus ging mit einem Original-Portrait von sich und von Jörg Knör gezeichnet und mit Signatur von der Bühne.

Überhaupt war das Publikum im Comedy-Zelt sicher noch nie zum Lachen in den Keller gegangen. Hätte neben dem Event ein Casting für das längste, schönste, grellste Lachen stattgefunden, wären die Juroren hier fündig geworden.

Das spürten die Künstler, wenn sie wie Andreas Römer und Markus Krebs beim Auftritt des jeweils anderen sich ins Publikum schlichen, um sich fortzubilden und mitzulachen. Den kleinsten Aufwand mit super-großem Erfolg betreibt Markus Krebs mit seiner Comedy-Art: Direkt, ruhrpöttlerisch, sympathisch, als Mann an deiner Seite (in der Kneipe und beim Bäcker), jeder Satz ein Lacher. Er lässt auslachen, je weniger hat er zu tun und kann beim letzten Witz sogar noch von fünf runter zählen bis seine Zeit abläuft. Ein authentischer Künstler mit Witzen, die man selbst hören muss, denn er ist ein guter Witzeerzähler, Metrum, Gestik, Pausen stimmen.

Beispiel: „Ein Richter in Grönland fragt den Angeklagten: Wo waren Sie in der Nacht vom 18. November bis 16. März?“. Als er jedoch mit den Amigos einmal die Garderobe teilte, war ihm so, als wenn sie tot angeliefert wären und dort reanimiert wurden. Die Tresen-Weisheit des Komikers ohne Schauspiel- oder Sprechausbildung aber beachtlicher Bühnenpräsenz: „Zuhause ist da, wo der Schlüssel passt“.

Andreas Römer entführt das Publikum in die sensible Welt der Puppet-Comedy, fragt seinen Puppenfreund und Ordensbruder Arni nach seinem Musikgeschmack aus und tröstet den süßen Alligator mit Schlapphut: „AC/DC, das heißt Aktuelle Christen Disco Charts“, meint Arni, der auch online beichtet unter www.ich-habe-gesündigt.de. Mit seiner Hutkrempe mit Loch in der Mitte nimmt Römer das Publikum in sieben Minuten mit in dreißig Länder mit unterschiedlichen Charakteren, singt, spielt, turnt akrobatisch auf dem Stuhl.

Und dann kamen die Promis aus der Umkleide mit Parodist Jörg Knör: Als Udo Lindenberg gratuliert er Markus Schlottmann zum Geburtstag, als Karl Lagerfeld kommentiert er Mode, Beckenbauer und Winterkorn wagen eine Entschuldigung, der Kanzler der Herzen, Helmut Schmidt, raucht, räuspert und lässt sich von Loki die Natur erklären. Marika Rökk erklärt Mieder der Marke „Triumph“, Tom Jones huldigt Judy Dench und Karel Gott der Biene Maja in Frank Sinatra Manier.

Im zweiten Akt lädt Knör posthum Rudy Carrell ein, malt wie bei „Dalli Dalli und der Quizshow „Die Montagsmaler“ Ottifant, das Haus vom Nikolaus und die Burg von Franz-Peter Tebartz-van Elst am Flipchart. Ist „Hannilein“ von Hape Kerkeling, Dieter Bohlen, Bruce, Roberto Blanco, mehrere Päpste, Megastar Udo Lindenberg und Otto Waalkes.

Das umgestoßene Haake Beck wird spontan zu „Haake Macchiato“ am Boden.

Promidichte par excellence in Barnstorf und den Künstlern hat es viel Spaß gemacht. Um halb zwölf war noch Zeit für Autogramme und eine kleine Prognose sei gewagt: „Hierher kommen wir gern zurück“. - sbb

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