Von Cowboystiefeln zu Turnschuhen

Country- und Western-Tanzgruppe Drebber besteht seit 25 Jahren

Die Country- und Western-Tanzgruppe Drebber beim zehnjährigen Bestehen.

Drebber – Was einst mit Musik vom Kassettenrekorder auf einer kleinen Diele mit elf Leuten als Volkstanz beim Heimatverein Drebber begann, ist zu einer stattlichen Linedancegruppe mit mehr als 40 Tänzern geworden. In diesem Jahr feiert die Country- und Western-Tanzgruppe Drebber ihr 25-jähriges Bestehen.

In einer Anzeige im Diepholzer Kreisblatt 1995 wurden Tänzer für Volkstanz, Linedance und Squaredance von Norbert und Angelika Klaas gesucht. Die leidenschaftlichen Tänzer hatten diese Art zu tanzen in den USA kennengelernt. Die ersten Mitglieder der Country- und Western-Tanzgruppe Drebber einigten sich schnell darauf, nur Line- und Squaredance zu tanzen, und so gab es im ganzen Umkreis die erste Linedancegruppe in Drebber.

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr muss die Country- und Western-Tanzgruppe nun wegen der Corona-Pandemie im wahrsten Sinne des Wortes „die Füße stillhalten“ und die Westernstiefel im Schrank lassen. Ein Ende ist bislang nicht in Sicht. Das hat es in der 25-jährigen Geschichte noch nicht gegeben, heißt es in der Pressemitteilung der Gruppe.

Dabei sollte es am Samstag, 11. Juli, aus diesem Anlass eine große Feier im Gasthaus Halfbrodt in Drebber geben. Die Corona-Regelungen machen der Jubiläumsfeier einen Strich durch die Rechnung.

Ein wehmütiger Rückblick auf 25 Jahre mit einem besonderen Hobby und einen Bogen gespannt zum heutigen Linedance sei dennoch erlaubt. Heute werden die Musik und die choreografierten Tanzschritte aus dem Internet geladen. Die Musik ist nicht mehr nur „Top 40“ aus der Country-Musik, sondern auch aus den neuesten Charts der Pop Musik. Die Art zu tanzen habe sich ebenfalls geändert. Vor 25 Jahren habe kaum einer in der Region den aus Amerika importierten „Volkstanz“ gekannt. Zunächst Skepsis, dann aber sehr schnell großes Interesse führte zu vielen Auftritten, erinnern sich die Tänzer der „ersten Stunde“.

Nach strengen Vorgaben wurde in Linien getanzt. Der Oberkörper ruhig, die Hände in den Gurtschlaufen der Jeans, bei den Frauen hinter dem Rücken verschränkt. Das Outfit war einheitlich. Die Frauen in blauen Jeansröcken, weißer Bluse und Bandana (buntes mit Perlen verziertes Halstuch) und Stiefeln. Die Männer in Boots, Jeans, weißem Hemd, Bolotie (Westernkrawatte) und Stetson. Im Laufe der Jahre gab es immer mehr Lockerungen im Tanzstil und auch das Outfit änderte sich immer mal wieder: weite weiße Röcke, blaue Poloshirts, Westen mit Logo sind einige Beispiele.

Heute wird zwar immer noch in Linien getanzt, die Choreografien sind einfallsreich und locker, das Outfit frei wählbar und oft auch in Turnschuhen. Die Auftritte sind weniger geworden. Heute schaut man nicht mehr einfach nur zu, wenn Einige etwas aufführen. Es wird mitgemacht. Linedance habe sich zu einem Freizeit- und Breitensport entwickelt und sei fast in jedem Ort durch Sportvereine und Volkshochschulen erlernbar. „Das gegenseitige Besuchen der Linedance Partys ist ein riesiger Spaß. Es gibt nichts Vergnüglicheres, als gemeinsam mit zum Teil über 100 anderen Linedancern auf der Tanzfläche zu sein“, schreiben die Aktiven aus Drebber.

„Eine Collage erinnert an über 50 Mittänzer, die uns ein Stück des Weges bei unserem Hobby in den 25 Jahren begleitet haben, einige wenige sind sogar von Anfang an immer noch dabei“, so die Tanzgruppe weiter. Nach dem 20-jährigen Bestehen trat durch den Weggang von Norbert Klaas eine Veränderung ein. Die langjährige Mittänzerin Elisabeth Burczyk übernahm das Unterrichten der immer größer werdenden Gruppe der Anfänger. Der Übungsabend wurde auf den Montag und in die Schützenhalle nach Ossenbeck verlegt. Schnell war das Tanzniveau dort so hoch, dass wieder gemeinsame Auftritte möglich wurden. Der Übungsabend am Freitag bei Halfbrodt ist wieder in guten Händen bei Rainald Raudzus, der zum „Urgestein“ der Gruppe gehört. Jederzeit sind sowohl am Freitag um 19.30 Uhr bei Halfbrodt, als auch um 17.30 Uhr am Montag in der Schützenhalle Ossenbeck neue Mittänzer herzlich willkommen.

Nun sollte eine gemeinsame große Feier mit vielen befreundeten Linedancern und auch anderen Gästen stattfinden, scheiben die Tänzer und sie versichern: „Es wird nicht am 11. Juli 2020 sein, aber auf jeden Fall wird sie – mit bester Laune und Tanzfreude und bei guter Gesundheit – so bald wie möglich nachgeholt.“

Eine Vielzahl von Auftritten in 25 Jahren

Zahlreiche Auftritte kamen bei der Country- und Western-Tanzgruppe Drebber im Laufe der Jahre zusammen: Auftritte bei Stadt- und Schützenfesten, in Altenheimen, bei Firmen-Eröffnungen, Country Festivals, Kulturveranstaltungen, wie der Grafensonntag, Großmarkt Diepholz, Stoppelmarkt Vechta, Weidefeste in Rechtern, Country Festivals im Barnstorfer-Umwelt-Erlebnis-Zentrum oder auch dem Karneval in Drebber.

Besondere Highlights des 25-jährigen Bestehens waren: Im Jahr 2000 die Teilnahme an der großen Parade bei der EXPO in Hannover, sowie die vom NDR übertragene Veranstaltung „International Riders Festival Horses and Dreams“ in Hagen am Teutoburger Wald. Das Thema war American Way of Life und die gruppe aus Drebber bot vor 56 000 Zuschauern ein Linedance Programm mit Workshop. Auch der Video Dreh für den LipDub-Day in Diepholz mit der Performance Picknick Polka zum Lied „Wir sind Diepholz“ sei ein Erlebnis gewesen. Tanz-Wettbewerbe mit anderen Linedance Gruppen aus Oldenburg, Petershagen, Bremen, Lohne und vielen mehr waren eine Herausforderung. Gespannt warteten die Tänzer auf die Auftritte und die Workshops von Enrico Adler aus Berlin (Weltmeister im Linedance). Für den guten Zusammenhalt sorgen regelmäßige Weihnachts- und Silvesterfeiern, Halloweenfeten, Kohltouren, Kilmerstuten, Radtouren, Kanu- und Planwagenfahrten, Linedance Partys, gemeinsames Frühstücken, selbstverständlich mit Tanz und die mehrtägigen Ausflüge in die Pullman City im Harz oder ins Dorf Wangerland. „Etwas ganz Besonderes war 1999 die Reise zu Norbert und Angelika nach Nashville, der „Wiege“ der Country-Musik. Eine Busfahrt nach Kaunitz führte die Gruppe zu dem Auftritt von Tom Astor, bekannt aus der Country-Szene. Die Ausflüge nach Holland in die Brabanthallen von s-Hertogenbosch zur Countrymesse müssten ebenfalls erwähnt werden.“

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