Chor- und Musikfest in Drebber bietet die volle Bandbreite / Gastchöre aus dem Kreisverband geben Visitenkarte ab

Zwischen Freudentränen und Lampenfieber

+
Gelungene Premiere: Der erst im Januar gegründete Chor „SingTONic“ meisterte seinen ersten auftritt mit Bravour.

Drebber - Von Janet Strümpler. Silke Husmann war sichtlich bewegt, als sie am späten Sonntagnachmittag zum Abschluss des Chor- und Musikfestes in Drebber noch einmal das Wort ergriff: „Es war ein unglaublich schönes Chorfest“, erklärte die Leiterin der Chorgemeinschaft Drebber und sprach damit wohl vielen Besuchern, Sängern und unzähligen Helfern, die diesen Tag gemeinsam erlebt hatten, aus dem Herzen.

Neben der Feier des 125-jährigen Bestehens der Chorgemeinschaft Drebber und des 20-jährigen Bestehens des Kinder- und Jugendchores Drebber bekam die Open-Air-Veranstaltung zwischen Marienkirche und Heimathaus eine zusätzliche musikalische Note. Die Gastgeber fungierten als Ausrichter des 95. Chorfestes des Kreis-Chor-Verbandes Diepholz. Dessen Vorsitzender Herbert Heidemann hob das Miteinander in den Chören hervor und bediente sich eines Zitates von Gustav Mahler: „Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten“.

Bürgermeister Friedrich Iven hielt sein Grußwort bewusst kurz und bewog stattdessen die heimische Chorgemeinschaft zu einer spontanen Gesangsprobe. Es erklang das Drebber-Lied, übrigens getextet von Ehrenbürgermeister Helmut Engels, zugleich Ehrenvorsitzender des Kreis-Chor-Verbandes Diepholz, und vertont von Hannelore Baethge, die über viele Jahre die Chorgemeinschaft Drebber leitete. In die Hymne stimmte Angela Overbecke als Vorsitzende der Chorgemeinschaft Drebber gerne ein. Sie dankte dem Chor und Dirigentin Silke Husmann für das Engagement.

Das Blasorchester Drebber durfte bei der Veranstaltung nicht fehlen. Die Musiker unter Leitung von Juri Ort umrahmten den Freiluft-Gottesdienst am Vormittag. Am Nachmittag stand das Programm dann ganz im Zeichen des Gesangs. Mehrere Chöre des Kreisverbands gaben ihre Visitenkarte in Drebber ab.

Die Chorgemeinschaft Eydelstedt unter Leitung von Ludger Hartz trug unter anderem „Die Gedanken sind frei“ vor, ein Lied, welches in der ehemaligen DDR verboten war, und wagte sich auch an eine gesungene Version von Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ heran. Der Gemischte Chor Wagenfeld um Leta Hendersen hatte Bewegung in den Liedern. „Eisenbahn“, eine gesungene Zugfahrt, erwies sich als Volltreffer. Mit ihrer kleinen Sporteinlage reizten die Sänger die Lachmuskeln der Besucher. Aber auch ein Medley mit Volksliedern trieb Lachtränen in die Augen.

Der Männergesangverein Heede unter Leitung von Daniel Sodoge beeindruckte mit wunderschönen, tiefen Stimmen und hielt das Publikum mit seiner Mischung von Seemans- und Küstenliedern schunkelnd bei Laune. Auch der Singekreis Barnstorf mit Peter Knospe machte seine Aufwartung. Die Sängerinnen und Sänger begeisterten vor allem mit dem Stück „For the longest time“. Dabei ließ es sich das Publikum nicht nehmen, in den Refrain einzustimmen.

Die Flötengruppe Drebber-Wetschen mit Ria Rehm als Leiterin trat in der Marienkirche auf, was den Klang der verschiedenen Flöten auf schöne Weise unterstützte. Bis auf diesen Auftritt spielte sich das Geschehen unter freiem Himmel ab. Geboten wurde Unterhaltung für Jung und Alt. Die Kinder konnten in einem bunten Zelt Musikinstrumente bauen oder sich das Gesicht schminken lassen. Gelegenheit zum Toben bot eine Hüpfburg. An zahlreichen Plakate an den Zeltwänden konnten sich die Besucher über den Kinderchor informieren.

Apropos Kinder- und Jugendchor: Das junge Ensemble, von dem nur ein kleiner Teil anwesend war, bekam zur Überraschung von Leiterin Husmann spontan Verstärkung. Zuerst unterstützten weitere Kinder den kleinen Chor. Dann kamen plötzlich aus allen Richtungen des Publikums junge Erwachsene auf die Bühne. Es waren ehemalige Mitglieder des Kinder- und Jugendchores. „Das sind alles meine Kinder“, freute sich Husmann und genoss das gesungene „Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller.

Zum Abschluss des Chor- und Musikfestes gab es dann noch eine Premiere: Der erst im Januar gegründete Popchor „SingTONic“, ein Ableger der Chorgemeinschaft Drebber, betrat die Bühne. „Die haben alle noch richtig Lampenfieber, denn es ist heute ihr erster Auftritt“, informierte Leiterin Silke Husmann. Nicht nur mit dem Lied „Killing me softly“ eroberten die Sänger die Herzen des Publikums. Eine kleine Überraschung für den Popchor war der Auftritt von Grundschülern, die zum Song „Let’s get loud“ einen Tanz einstudiert hatten. Das Lampenfieber der jungen Tänzer war wohl mindestens genauso groß wie das der Sänger.

Mehr zum Thema:

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Trump wendet sich radikal vom Klimaschutz ab

Trump wendet sich radikal vom Klimaschutz ab

Zyklon „Debbie“ verwüstet Australiens Küstenregion

Zyklon „Debbie“ verwüstet Australiens Küstenregion

New Model Army im Aladin

New Model Army im Aladin

Meistgelesene Artikel

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Unfallszenario mutet auf den ersten Blick etwas rätselhaft an

Unfallszenario mutet auf den ersten Blick etwas rätselhaft an

Kommentare