Berliner Künstlerin Jutta Poppe bemalt mit Kindern 42 Stühle

Bunt wie ein Regenbogen

Von den Kindern bunt bemalte Stühle schmückten den Garten der Kindertagesstätte „Arche Noah“. Foto: Brauns-Bömermann

Drentwede – Stühle, mit und ohne Polster, in Regenbogenfarben bemalt, stehen in Nischen oder „flattern“ in den Bäumen. An der Rückenlehne der Name des Künstlers in goldenen Lettern. Wer am Sonnabendnachmittag den Garten der evangelisch-lutherischen integrativen Kindertagesstätte „Arche Noah“ betritt, dem bietet sich ein grandioses Bild.

Die bunten Sitzmöbel sind das Ergebnis eines Projekts mit der Künstlerin Jutta Poppe, die aus Colnrade stammt und seit 2009 in Berlin-Kreuzberg lebt. Am Sonnabend eröffneten die kleinen Künstler mit Poppe und den Erziehern im Beisein der Eltern die Ausstellung „Goldener Regenbogenstuhl“.

Ganz offiziell wie in großen Museen oder bei einer Brückeneröffnung zerschnitten die Mädchen und Jungen im Anschluss an eine Andacht mit Pastor Torben Schröder das gelbe Band und stürmten die Ausstellung. „Alle durften sich im Garten einen Platz aussuchen, an dem ihr selbst bemalter Stuhl stehen oder hängen sollte“, kommentierte Kita-Leiterin Stephanie Hoffmann den Run, bei dem die Sprösslinge ihre Eltern gleich mitzerrten zum bemalten Objekt.

Wie besonders jeder Stuhl und damit jedes Kind ist, hatte Hoffmann bereits in ihrer Rede zur Ausstellung bekundet: „Unsere Haltung den Kindern gegenüber ist, dass jedes etwas Besonderes ist, wir jedes Kind so annehmen, wie es ist, und ihm die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln. Das ist der Grundstein unserer Arbeit.“

Wunderbar passte dazu die Anfrage von Jutta Poppe aus Berlin, ob die Kindertagesstätte an dem Kunstprojekt „Der goldene Regenbogenstuhl“ interessiert sei. „Warum sollten ausgerechnet wir in Drentwede dafür auserwählt sein?“, hatten sich die Erzieher gefragt. Die Antwort war schnell gegeben: Poppes Sohn Jannick lebt mit Frau Kim und seinem einjährigen Sohn Pepe in Drentwede.

Die Überzeugung, dass jedes Kind Gold ist, und der Wunsch, dies in ihrem künstlerischen Schaffen zum Ausdruck zu bringen, begründet sich laut Poppe in einer mithilfe ihrer drei Kinder überstandenen schweren Krankheit. „Ich habe damals gewettet, wenn ich gesund werde, packe ich meine Sachen und ziehe nach Berlin“, berichtete sie. 2009 machte sie dieses Versprechen wahr, 2013 begründete sie das Projekt „Goldener Regenbogenstuhl“.

Für Drentwede hatte Poppe im Vorfeld mehr als 60 Stühle gesammelt, die die Kita-Kinder am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche mit ihrer Unterstützung gestalteten. „Jedes Kind konnte mit einer lieben Person aus der Familie seinen eigenen Stuhl bemalen“, erläuterte Leiterin Hoffmann. „Wir Erzieher haben sieben Stühle bemalt und weitere rund 20 für die Sponsoren von Farben, Lacken, Pinseln und Malerzubehör“, ergänzte Diana Oldewage. Die Sponsoren aus dem Ort und die Feuerwehr, die allein 20 Stühle spendete, sollen jeweils ein Exemplar als Dank erhalten.

Die Kinder konnten ihre Stühle am Ende des bunten Nachmittags mit nach Hause nehmen. Wie stolz sie auf ihre Kunstwerke waren, zeigten die strahlenden Gesichter: Felizitas aus Barnstorf bestand sogar auf einem Bild mit der Künstlerin aus Berlin und ihrem Stuhl.  sbb

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