Behörde sieht keinen Handlungsbedarf

Leitplanken an der B51: Bürger beklagen Sichtbehinderung an Einmündungen

Die Leitplanken sollen Autofahrer vor Kollisionen mit Straßenbäumen schützen. - Foto: Speckmann
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Die Leitplanken sollen Autofahrer vor Kollisionen mit Straßenbäumen schützen.

Drentwede - Von Thomas Speckmann. Sieben verletzte Personen, darunter drei Kinder, und Totalschaden an zwei Fahrzeugen: Das ist die Bilanz eines Unfalls, der sich am 22. November 2017 gegen 7.30 Uhr auf der Bundesstraße 51 in Drentwede ereignete.

Eine Autofahrerin hatte beim Überqueren der Bundesstraße die Vorfahrt missachtet. Ihren Angaben zufolge konnte sie den Einmündungsbereich der Straße „Am Sandhügel“ nicht richtig einsehen, weil die neuen Leitplanken am Fahrbahnrand der Bundesstraße die Sicht behindert hätten.

Die Fahrzeugführerin aus Drentwede steht mit ihrer Kritik an den Leitplanken nicht allein da. Auch andere Einwohner sind der Auffassung, dass sich die Sichtverhältnisse in Einmündungs- und Kreuzungsbereichen von Gemeindestraßen zur Bundesstraße 51 verschlechtert hätten, seitdem im vergangenen Jahr auch an mehreren Stellen zwischen Drentwede und Barnstorf die Leitplanken am Fahrbahnrand angebracht wurden, um Verkehrsteilnehmer vor den Straßenbäumen zu schützen.

Thema im Planungsausschuss

In der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses der Gemeinde Drentwede kam das Thema auf den Tisch. Den Ratsvertretern lag eine Stellungnahme der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vor, die als Straßenbaulastträger für die Sache zuständig ist. Der Geschäftsbereich Nienburg war von der Gemeindeverwaltung kontaktiert worden, nachdem vor einem halben Jahr die Kritik an den Leitplanken lauter geworden war.

Die Landesbehörde weist darauf hin, dass Bäume am Fahrbahnrand immer wieder zu schwersten Unfällen mit Kraftfahrzeugen führen würden. Jedoch sei die Beseitigung der Bäume aufgrund der geltenden Gesetzeslage häufig nicht möglich. Aus diesem Grund habe der Bund die Straßenbauverwaltung in Niedersachsen aufgefordert, besonders auffällige Strecken durch sogenannte Fahrzeugrückhaltesysteme, sprich Leitplanken, sicherer zu machen.

„Kritisch sind beim Einbau der Systeme immer wieder die Einmündungsbereiche zu Gemeindestraßen, da hier Bäume häufig bis dicht an die Einmündungsbereiche gepflanzt sind“, räumt die Behörde ein. Zum einen sollten alle Baumstandorte entschärft, zum anderen auch die Sicht auf die bevorrechtigte Straße durch die Schutzsysteme nicht beeinträchtigt werden. Um diesen Umstand der eingeschränkten Sicht Rechnung zu tragen, sei meistens das Leitplanken-System „primus“ verbaut worden, das Sichtbehinderungen minimieren soll.

Abwägung zwischen Sichtbehinderung und Unfallfolgen

„In jedem Einmündungsbereich und bei jeder Zufahrt wurde bei der Beplankung eine Abwägung zwischen einer etwaigen Sichtbehinderung und den Unfallfolgen bei der Kollision mit einem Baum getroffen“, so die Landesbehörde weiter. Was die Sichtverhältnisse im Einmündungsbereich der Straße „Am Sandhügel“ betrifft, wo sich der Verkehrsunfall im November ereignete, wird festgestellt: „Die Anfahrtssicht beträgt mindestens 150 Meter, was als ausreichend angesehen wird. Sichtbehindernd sind hier eher die Bäume am Straßenrand als die neu aufgestellten Schutzsysteme.“

Die Straßenbauverwaltung kommt zu dem Schluss, dass sie momentan keinen Handlungsbedarf sieht. Zufrieden sind die Ratsvertreter in Drentwede damit nicht: „Ich sehe es anders, als es da drin steht“, kommentierte Christian Böckermann die Stellungnahme aus Nienburg. Fraktionskollege Frank Uhlhorn, der eigenen Angaben zufolge jetzt häufiger nach links und rechts schaut, bevor er auf die Bundesstraße aufbiegt, pflichtete ihm bei: „Ist nicht schön, aber wir müssen es so hinnehmen.“ 

sp

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