Bürgermeister sorgt sich um Kinder

Wolfsriss mitten in Cornau

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Auf einer Weide am Inselweg in Cornau lag gestern Morgen ein totes Schaf. Die Bissspuren deuten auf einen Wolf hin.

Cornau - Von Thomas Speckmann. Jetzt hat der Wolf auch in Cornau zugeschlagen, und das mitten im Ort: Die Familie Kütemeyer entdeckte gestern Morgen ein totes Schaf auf ihrer Weide am Inselweg. Die auffälligen Bissspuren legten den Verdacht nahe, dass es ein Wolf gewesen sein muss. „Es sieht ziemlich danach aus“, erklärte Wolfsberater Dr. Marcel Holy, der sich den aktuellen Fall vor Ort anschaute und eine DNA-Probe nahm. Sie soll letztendlich Aufschluss über die Ursache geben.

Die Beobachtung eines Autofahrers erhärtete gestern den Verdacht. Wie Friedrich Iven, Geschäftsführer der Straßen- und Tiefbaufirma Wragge berichtete, habe einer seiner Mitarbeiter einen Wolf am frühen Morgen um kurz nach vier Uhr in der Nähe des Anwesens beim Überqueren der Bundesstraße 51 gesichtet.

„Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas bei uns mitten im Ort passiert“, sagte Günter Kütemeyer. Er hatte in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder über Wolfsrisse in der Region gehört und gelesen. Aber mit einem Fall vor der eigenen Haustür hätte er nicht gerechnet.

Der etwa ein Meter hohe Zaun, der die rund 3000 Quadratmeter große Weide entlang der Dadau umgibt, war offenbar kein Hindernis für den Störenfried. Der Wolf sei vermutlich über das 1,20 Meter hohe Tor gesprungen, berichtete der Cornauer. Bei einem toten Tier blieb es übrigens nicht. Aus der sechsköpfigen Herde wurde noch ein weiteres Schaf angegriffen. Es sei aufgrund der schweren Verletzungen im Laufe des Tages von einem Tierarzt eingeschläfert worden, erklärte Kütemeyer.

Für ihn ist der Vorfall mehr als ärgerlich. Die Schafe hätten bei der Witterung noch gut draußen stehen können. Nun kämen sie zur Sicherheit in den Stall. Und was passiert im Frühjahr? „Ich hoffe, dass das Problem Wolf bis dahin gelöst ist“, so Kütmeyer.

Bürgermeister Friedrich Iven nimmt das Thema sehr ernst: „Ich habe große Bedenken, wenn sich der Wolf jetzt auch mitten im Ort herumtreibt“, so Iven. Seine Sorge bezieht sich vor allem auf Kinder, die sich morgens in der Dunkelheit auf den Schulweg begeben würden. Die Bushaltestelle befinde sich ganz in der Nähe des Tatortes.

Aufgrund der zunehmenden Wolfsrisse sieht der Bürgermeister der Gemeinde Drebber dringenden Handlungsbedarf. Sein Appell geht an die Verantwortlichen auf Landes- und Bundesebene, dem Wolf Einhalt zu gebieten. „Aber die Politik wird erst wach, wenn etwas passiert ist und ein Mensch zu Schaden kommt…“

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