Bürger sollen nochmals zu Wort kommen / Weitere Sitzung am 12. August

Gemeinderat vertagt Hausnummern-Entscheidung

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Bis wohin reicht die Schweringhauser Straße? Die Sitzung des Eydelstedter Gemeinderates brachte dazu noch keine Klarheit.

Wohlstreck - Die eigene Hausnummer – ein sensibles Thema, wie bei der Sitzung des Gemeinderats Eydelstedt am Donnerstagabend bei Sandmann in Wohlstreck einmal mehr deutlich wurde.

Auf dem Tisch lag ein Vorschlag, der die unübersichtliche Hausnummerierung in Dörpel zum Teil entwirren sollte: Die „Schweringhauser Straße“ ist bislang von der L344 bis zur Hausnummer 24 („Loger Treff“) benannt worden. Im weiteren Verlauf hat sie keinen Namen. Vorschlag war nun, die Straße bis zur Gemeindegrenze Richtung Samtgemeinde Schwaförden mit „Schweringhauser Straße“ zu benennen und die Grundstücke zu nummerieren. Davon wären zwölf Anwesen betroffen gewesen.

In Scharrel sollten Straßen mit „Scharrel“ benannt werden, die bestehenden Hausnummern sollten bleiben, so der Vorschlag.

Die Debatte war noch nicht eröffnet, da regte sich in der Einwohnerfragestunde Protest. „Seit 60 Jahren habe ich die Adresse!“, rief ein Bürger aus Scharrel, der nicht einsah, dass sich daran etwas ändern sollte. Sein Nachbar zählte auf, was er nun alles ändern müsse, wenn der Rat so entscheidet: Ausweise, Briefbögen, Visitenkarten, Internetauftritt. Er denke darüber nach, eine Unterschriftenaktion gegen die Änderung zu starten und appellierte an die Ratsmitglieder, die Entscheidung zu vertagen und die Bürger nochmals zu befragen. „Das ist Demokratie!“

„Wir sind verpflichtet, dass die Bürger unserer Gemeinde problemlos gefunden werden können, von Auswärtigen und von Rettungsdiensten“, machte Bürgermeister Friedrich Bokelmann den Hintergrund der Initiative deutlich. Er erinnerte daran, dass es schon 2012 eine Informationsveranstaltung zum Thema Hausnummern gegeben hatte, bei der sich die Bürger zahlreich zu Wort gemeldet hatten.

„Es wäre schön, wenn die Bürger noch Zeit bekämen“, meinte dagegen Dr. Horst Gaumann (ABE-Grüne) und stellte den Antrag auf Vertagung. Ähnlich äußerte sich Michael Bellmann (SPD): „Wir müssen die Bürger nochmal zu Wort kommen lassen.“

Auf eine Entscheidung drängte Lutz Imhof (CDU) angesichts der langen Diskussion in der Gemeinde: „Irgendwann muss man mal einen Schritt vorangehen.“ Er habe sich seit jeher Straßennamen gewünscht, das sei aber nicht durchsetzbar.

Mit fünf Ja-Stimmen gegen drei Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen stellte sich der Rat schließlich hinter den Vertagungs-Antrag Gaumanns.

Eine erneute Informationsveranstaltung wird es nicht geben, das steht bereits fest. Aber schon gestern Morgen wurde ein neuer Termin für eine weitere Ratssitzung festgesetzt: Am Mittwoch, 12. August, um 19 Uhr tritt der Rat der Gemeinde im Dorfgemeinschaftshaus Donstorf zusammen. Ganz oben auf der Tagesordnung: Straßenbenennung „Schweringhauser Straße“ und Straßenbenennung Scharrel.

Dabei könnte, so war zu hören, ein Kompromiss auf den Tisch kommen, den Ulrich Aumann (AfE) auf den Tisch gebracht hatte: Die Bezeichnung „Schweringhauser Straße“ geht demnach zukünftig nur bis zur Abfahrt nach Dörpel, beziehungsweise Loge. Die Häuser, die weiter östlich an der Straße liegen, erhalten die Hausnummer zusammen mit der Bezeichnung Scharrel beziehungsweise Wuthenau.

sr

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