Fahrsicherheitsseminar für Fahranfänger in Mäkel 

Bremsen, Auskuppeln, Abschleppen

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Fahrlehrer Torben Streit fährt sicherheitshalber mit, wenn hier wie Melissa Golsche aus Bassum, das Fahren mit der sogenannten „Rauschbrille“ ausprobiert, um zu erkennen, welche Sinnesbeeinträchtigung Alkolhol am Steuer bedeuten kann.

Mäkel - Sie sahen Unfallbilder, fuhren fast blind mit Rauschbrille, mussten eine Gefahrenbremsung hinlegen. Die Rede ist von elf Fahranfängern, die auf dem Gelände von Barku in Mäkel ein Fahrsicherheitstraining für Fahranfänger absolvierten.

Jürgen Meyer (6. von rechts) bedankte sich stellvertretend für die anderen teilnehmenden Fahrschulen und die Trainingsteilnehmer bei Egon Schumacher (8. von rechts), der seit Jahren das Gelände in Mäkel zur Verfügung stellt. 

„Sie sollen möglichst schon ein paar Monate bis zu einem Jahr eigene Fahrerfahrung ohne Begleitung haben“, kommentiert Uwe Timmermann von der Verkehrswacht Grafschaft Diepholz, der die zweimal im Jahr stattfindende Aktion schon seit vielen Jahren begleitet, der rege Treiben auf dem Gelände. Doch die praktische Ausgestaltung der samstäglichen Aktion zu kleinen Entgelt ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. So stellt zum Beispiel Egon Schumacher, Geschäftsführer der Firma Barku, das Gelände in Mäkel zum Üben zur Verfügung, Fahrlehrer Christian Meyer von der Fahrschule Meyer in Barnstorf organisiert das Seminar mit Hilfe seiner Frau Uschi, die für die Verpflegung sorgt. Der Inhaber der Fahrschule Torben Streit aus Barnstorf oder der Fahrlehrer der Fahrschule Kaiser aus Diepholz, Sven Funke, trainieren die jungen Fahranfänger in besonderen Situationen, die im Straßenverkehr fast alltäglich sind.

Auch Lothar Timmer aus Syke, ehemaliger Lehrer an der Berufsschule und schon immer Verkehrstrainer aus Passion, hat sich an diesem Samstag wieder seine gelbe Warnweste angezogen und freut sich, jungen Menschen etwas aus seinem Erfahrungsschatz vermitteln zu können.

Slalomfahren und Spurhalten

Dabei geht er nicht zimperlich mit ihnen um. Er lässt sie schnell anfahren, Fahrt aufnehmen und plötzlich wie aus dem Nichts, ist der rote Kegel Richtung Windschutzscheibe unterwegs. Und da sind rechts und links Gräben, das Auto ist von den meisten Teilnehmern das erste eigene. Bremsen, und zwar stark und mit Spurhalten ist das einzige Rezept für den sicheren Halt. Bennet Hollwedel (18) aus Stuhr macht das bereits sehr gut, kann mit dem Fahrzeug gut umgehen.

Nächste Übung: Slalomfahren, Kurven zwischen eng gestellten Pylonen meistern, Abstände abschätzen. Und dann demonstriert er durch eigenes Fahren die Antwort auf seine Frage: „Wenn Ihr merkt, dass man in der Kurve zu schnell ist und droht heraus zu driften, was tut Ihr dann?“. Achsel zucken bei seinen Gegenübern. „Beim Schaltwagen Kupplung treten, nicht stark bremsen. Beim Automatikgetriebe auf neutral schalten, dann zieht das Fahrzeug sich wieder gerade“, die Antwort.

Fahren mit der Rauschbrille

Mit Torben Streit fahren die Probanden mit sogenannten Rauschbrillen. Das sieht komisch aus, ist aber äußerst effektiv. Melissa Golsche aus Bassum ist 18, Madeline Günther aus Wagenfeld 19. Mit der Brille, die einen Alkoholpromillesatz in Höhe von 0,8 simuliert, ist es schon schwer auf der Fahrbahn zu bleiben, das Umfeld scheint diffus. Bei 1,3 Promille-Simulation sehen die beiden sich außer Stande ein Fahrzeug zu führen.

Als der Eigentümer des Firmengeländes, Egon Schumacher, kommt, ist es Mittag und alle verspüren Hunger. Mit Sven Funke üben sie noch Abschleppen mit dem Abschleppseil, das Fingerspitzengefühl zu entwickeln, vom Abschlepper für eine Zeitlang abhängig zu sein und als Team auf öffentlichen Straßen als „Duett“ zu fahren bis zur nächsten Werkstatt. Jeder abrupte Stopp wird mit einem Ruck am Seil geahndet.

Lothar Timmer wirft unerwartet ein Hindernis vor die Fahrzeuge der Trainingsteilnehmer des Fahrsicherheitstrainings in Mäkel. Er zwingt sie so zur Gefahrenbremsung. 

Einen guten Tipp hat Schumacher noch für die Fahranfänger: „In Waldstücken fahrt nie mehr als maximal 80 Stundenkilometer und schaut nach rechts und links vor allem in der Dunkelheit“, als Jäger weiß er um die Gefahren mit Wild Bescheid, muss oft nachts raus zu Wildunfällen. Er sichert den Akteuren auch für die Zukunft das Gelände zu: „Das ist meine soziale Verpflichtung meinen Mitmenschen gegenüber“, nennt er das. Vor dem praktischen Part am Vormittag, hatten die elf Fahranfänger von der Feuerwehr Bassum Bilder von Unfällen präsentiert bekommen, die nachdenklich stimmten und hoffentlich nachhaltig wirken. 

sbb

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