„Sieht nach Totalschaden aus“

Brand einer Kartoffelhalle in Dörpel: Erste Vermutungen zur Brandursache

Die abgebrannte Kartoffelhalle des Betriebs KK Kartoffelhandel in Dörpel befand sich im Umbau, als das Feuer ausbrach.
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Die abgebrannte Kartoffelhalle des Betriebs KK Kartoffelhandel in Dörpel befand sich im Umbau, als das Feuer ausbrach.

Dörpel – In sechs Wochen beginnt die Kartoffelernte und der landwirtschaftliche Betrieb KK Kartoffelhandel in Dörpel steht ohne überdachtes Kartoffellager da. Die rund 13 Meter hohe Spezialhalle befand sich im Umbau, als es am Dienstagabend zum Großbrand kam.

Betriebsleiter Marten Feldmann vermutet, dass der Brand etwas mit den Umbauarbeiten des Kartoffellagers zu tun haben könnte. Der Betrieb hatte eine holländische Firma mit Isolationsarbeiten an der Halle beauftragt. Die begannen am Montag. Eine Ausschäumungsmaschine, die die Komponenten für die Isolation der Außenfassade zusammenmischt, könne für den Brand verantwortlich sein, so Feldmann.

Die zuständigen Beamten der Polizeiinspektion Diepholz halten sich mit Äußerungen zur Brandursache noch zurück. Die Ermittlungen dauern noch an, hieß es am Donnerstag auf Nachfrage der Redaktion. Dass ein technischer Defekt an einem Generator für den Brand verantwortlich ist, sei nicht auszuschließen, sagte ein Sprecher.

Auch technische Geräte geraten in Kartoffelhalle in Brand

Erntehelfer hätten den Brand am Dienstag gegen 20 Uhr bemerkt und umgehend die Feuerwehr alarmiert, erklärt Betriebsleiter Feldmann. In Brand gerieten neben der Isolation, die sich in der Außenfassade der Lagerhalle befindet, auch technische Geräte, die sich im Inneren der Halle befanden.

„Neben Maschinen für den Umbau standen Gabelstapler, neue Arbeitsbühnen sowie eine Werkstatteinrichtung in der Halle. Der Hauptschaden dürfte an dem Gebäude entstanden sein, aber auch die zerstörten Fotovoltaikanlagen, die sich auf dem Dach der Halle befinden, treiben die Schadenssumme in die Höhe.“

Die vorerst auf 1,4 Millionen Euro bezifferte Schadenshöhe schätzt Feldmann höher ein: „Es sieht nach einem Totalschaden aus und wir müssen uns jetzt erst mal sortieren und nach einer schnellen Alternative suchen. Die Ernte beginnt in sechs Wochen und wir wissen nicht, wohin mit den Kartoffeln“

Üppige Ernte und Corona-Krise machen viel Lagerfläche nötig

Die Ernte falle in diesem Jahr besonders üppig aus und der Absatz würde aufgrund der Corona-Krise nicht stark sein, weshalb eine Lagerung der Kartoffeln umso wichtiger sei, erklärt der Betriebsleiter.

Im Februar letzten Jahres hatte bereits eine Kartoffelhalle des landwirtschaftlichen Betriebes in Dörpel gebrannt (wir berichteten). Auch bei diesem Brand hatte die Isolation der Halle Feuer gefangen. Eine konkrete Brandursache konnte nicht festgestellt werden, aber der Betriebsleiter vermutet, dass ein elektronischer Defekt für diesen Brand ursächlich gewesen sei. „Das sind zwei komplett unabhängige Brände“, betont Feldmann.

Kartoffellagerhallen seien besonders anfällig für Brände, da sie, im Gegensatz zur Getreidelagerung, eine spezielle Isolation benötigen, erklärt Marten Feldmann weiter.

Die Halle in Dörpel sollte zur Lagerung von Vermehrungskartoffeln, die zur Saatguterzeugung benötigt werden, ausgebaut werden, Da diese Kartoffeln bei vier Grad in Kisten gelagert werden müssen, hat die Halle eine Firsthöhe von rund 13 Metern und benötigte eine besondere Isolation.

Alternative für die Lagerung von Kartoffeln gesucht

Der Betrieb KK Kartoffelhandel steht jetzt vor der Herausforderung eine geeignete Alternative für die Lagerung ihrer Kartoffeln zu finden. „Da der Absatz in diesem Jahr nicht sehr gut sein wird, werden die Landwirte ihre Lagerhallen selbst zur Lagerung benötigen und weniger zur Miete zur Verfügung stellen“, befürchtet der Betriebsleiter. Dieser Umstand macht die Suche nicht einfacher.

Das abgebrannte Kartoffellager werde man abreißen müssen, so Feldmann. „Das Mauerwerk und die Stahlträger sind durch die Hitze komplett verzogen. Wir müssen sehen, wie es jetzt weiter geht und welche Maßnahmen wir ergreifen werden.“

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