Gästerekord bei Silvesterwanderung in Barnstorf / Bürgermeisterin stellt Kunst im öffentlichen Raum vor

„Blue Man Group“ mit Gästen aus Südfrankreich und Oxford

Eine stattliche Anzahl von Silvestergästen des Hotels Roshop machte sich auf zu ihrem Marsch durch Ort und Hunteholz. Rund 85 Gäste begrüßte Wanderwart Heinz Fessel in diesem Jahr. Das war ein neuer Rekord. Foto: Brauns-Bömermann

VON SIMONE BRAUNS-BÖMERMANN

Barnstorf – Zu Silvester wandern, das ist in Barnstorf so populär wie Raclette, Fondue und Bleigießen. Und das nicht allein, sondern mit Freunden aus der gesamten Republik und darüber hinaus.

Im Hotel Roshop trafen sich in diesem Jahr wieder die Gäste des Silvesterarrangements zur traditionellen Wanderung am Vormittag mit Wanderwart Heinz Fessel. In jedem Jahr organisiert das Hotel eine andere Wanderung. Dieses Jahr verzeichnete Hotelier Ludolf Roshop einen Gästerekord: „Mit 85 Gästen, die mitwandern und einigen, die im Hotel sich nachher alles erzählen lassen“. Der Erfolg basiere aber nicht nur auf der guten Organisation durch Roshops, sollten später im Gespräch die Gäste dem Hotelier bestätigen, sondern nicht minder an der Zuverlässigkeit von Fessel. Pünktlich und gut gelaunt war er zur Stelle, der im Januar 89 Jahre alt wird, „gefühlt zum dreißigsten Mal“, meinte Roshop. Das Programm war neu gestrickt: „Wir werden uns zuerst unsere neue Skulptur im Ort ansehen. Dort erwartet uns unsere Bürgermeisterin Elke Oelmann. Dann können Sie umkehren oder weiterwandern durchs Hunteholz und zurück durch den Ort“. Mit der Skulptur meinte er das Kunstwerk von dem Barnstorfer Uwe Oswald „Drinnen und Draußen“.

Elke Oelmann hatte noch nicht ganz begrüßt, da hatte die Skulptur bereits zwei Aliasnamen von den Gästen: „Blue Man Group“ und „Binnen und Buten“. Die Antwort von Oelmann ließ nicht auf sich warten: „Yes, we are in Berlin“. Im Crashkurs erfuhr die Wandergruppe, warum die fünf blauen Holzfiguren am Stahltorbogen vor Kugel in der Kurve der Bundesstraße 51 stehen und was es damit auf sich hat.

Wie man nun die Gesamtskulptur interpretiert, in der drei Menschen auf der Sichtachse vom Rathaus durch die Volksbankpassage in Richtung Bahnhof schauen und zwei aus der anderen Richtung noch vor dem Torbogen und der Kugel, oder dem assoziierten „bekannten Stein im Weg“ Richtung Zentrum schauen, bleibt jedem überlassen. „Die Menschen reden über die Skulptur. Und damit haben wir den Auftrag, den Kunst hat, erfüllt“, so Oelmann fest überzeugt. „Wenn die scharfe Kurve der Straße entschärft ist, wird sie noch präsenter“.

Einmal mehr geschaut, kann der Stahlbogen wie ein Stadttorbogen, die Kugel entweder zur weltoffenen Weltkugel oder als Barriere verstanden werden. Wer Uwe Oswald kennt, weiß wie weltoffen der Künstler ist und wie er die Skulptur am liebsten verstanden hätte. Die Wanderung endete hier aber nicht großstädtisch. Bevor der Tross zur sogenannten „Alten Oma“ im Hunteholz gelangte, durchquerte sie den mit Graffiti frisch bemalten Bahntunnel.

Die Teilnehmer waren alle gut gelaunt und aus verschiedensten Beweggründen zum Jahreswechsel im Hunteflecken. Ein paar Beispiele: Anni, der kleine Begleithund einer Dame aus Bremen, freute sich sichtlich über den Spaziergang. Dabei lebt ihr „Frauchen“ erst seit Kurzem wieder in der Hansestadt. Sie lebte vorher einen Großteil des Jahres in Narbonne in Südfrankreich am Mittelmeer. Aus dem kühlen englischen Oxford führte es einen der Söhne von Wulf Löffler. Sein Spross arbeite dort als Molekularbiologe. „Mein Vater wiederum war hier Steuerberater und nun feiern wir in Barnstorf mit der Familie Silvester“, erläutert Löffler. Mit von der Partie: Der zweite Sohn mit Frau und zwei Töchtern.

Zwischendurch an der uralten Buche (erwähnt seit 1850) liefert das Team Gina, Lars und Vater Ludolf Roshop Glühwein und Punsch. Zum mehr als zehnten Mal trifft sich die Gruppe der ehemaligen Studenten aus Greifswald, die heute von München bis Hamburg verstreut leben. „Wir sind Geologen, Mediziner, Mathematiker und Physiker, also lustig“, erläutert ein netter Herr aus München. Aus Bremen zum wiederholten Mal dabei Gerd Koch mit Partnerin und Freunden und zum ersten Mal Peter und Ursula Meller aus Bremen. Meller kennt sich mit Finanzen und der Umgebung aus: „Ich ging in Vechta und Ruhrgebiet zum Gymnasium, und bin dann Oberamtsrat in der Finanzverwaltung geworden“. „Wir wollen es festlich“, ergänzt eine Dame aus Peine. Auch sie war zum ersten Mal dabei, ihre Gruppe feiere jedes Jahr woanders Silvester und beim Angebot in Barnstorf stimme das Preis-Leistungsverhältnis.

Die Liste könnte fortgesetzt werden, denn hier trafen sich ganz unterschiedliche Menschen zum gemeinsamen Feiern. Auf dem Abendprogramm standen dann Wolfsbarsch oder Ente, Ball oder Diskothek.

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