Mehr Einsätze und Corona-Folgen

Bewegtes Jahr für die Feuerwehren der Samtgemeinde Barnstorf

Antreten für ein Bild hieß es beim jährlichen Jahresrückblick der Feuerwehren der Samtgemeinde Barnstorf im Ratssaal des Rathauses. Gemeindejugendfeuerwehrwart Luke Boerrigter, Gemeindebrandmeister Guido Schruth, sein Stellvertreter Jens Kaesemeier und Pressewart Klaus Vehlber (von links) standen Rede und Antwort.
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Antreten für ein Bild hieß es beim jährlichen Jahresrückblick der Feuerwehren der Samtgemeinde Barnstorf im Ratssaal des Rathauses. Gemeindejugendfeuerwehrwart Luke Boerrigter, Gemeindebrandmeister Guido Schruth, sein Stellvertreter Jens Kaesemeier und Pressewart Klaus Vehlber (von links) standen Rede und Antwort.

Barnstorf – Rund 120 Mal mussten die Feuerwehren in der Samtgemeinde Barnstorf in den zurückliegenden zwölf Monaten zu Einsätzen ausrücken, 2019 waren es noch 84 Einsätze gewesen – ein deutlicher Zuwachs. Und auch die Corona-Pandemie war mitbestimmend im Jahr 2020 bei den Feuerwehren der Samtgemeinde Barnstorf.

„Es gab in diesem Jahr auffällig wenige Flächenbrände in unserem Zuständigkeitsbereich. Dafür wurden wir bei acht Einsätzen über das Jahr verteilt zu Türöffnungen gerufen“, erklärte Gemeindebrandmeister Guido Schruth beim Jahresrückblick zu den Auffälligkeiten des Einsatzgeschehens.

Besonders in Erinnerung geblieben sind Schruth, seinem Stellvertreter Jens Kaesemeier, Pressewart Klaus Vehlber, Gemeindejugendfeuerwehrwart Luke Boerrigter und den vielen Kameraden folgende Einsätze:

Die drei größten Einsätze im Jahr 2020

Anfang April stand der Dachstuhl eines Wohnhauses in Barnstorf in Flammen. Insgesamt sechs Ortsfeuerwehren waren an dem Einsatz der Alarmierungsstufe F3 beteiligt.

Einer der größten Brände der letzten Jahre ereignete sich im Hochsommer, als eine Kartoffelhalle in Dörpel brannte. Rund 180 Einsatzkräfte fast aller Ortswehren waren nötig, um das Feuer der Stufe F4 zu bekämpfen. Zum ersten Mal wurde die Drohnengruppe aus Diepholz zur Unterstützung angefordert.

Diese Unterstützung war auch beim Moorbrand in Barnstorf Mitte August nötig. Ein Auto hatte sich im Naturschutzgebiet festgefahren und löste nicht nur einen Moorbrand aus, sondern auch ein großes Medienaufgebot, wie Schruth berichtete.

Auswirkungen von Corona

Mit insgesamt vier Einsätzen habe es in diesem Jahr verhältnismäßig oft im Moor gebrannt. „Die großen Einsätze werden nicht weniger“, so der Gemeindebrandmeister.

Und dann kam die Corona-Pandemie und legte das Feuerwehrwesen nahezu lahm. Die Kreisfeuerwehr habe einen Krisenstab ins Leben gerufen. Wöchentlich mussten die Gemeindefeuerwehren eine Lagemeldung zur Einsatzbereitschaft abgeben. Jegliche Ausbildungen, Übungen und Treffen durften nicht stattfinden.

„Auch das Einsatzgeschehen war durch die Hygienemaßnahmen geprägt. Aber alle Kameraden haben sich diszipliniert daran gehalten“, so der stellvertretende Gemeindebrandmeister.

In Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Samtgemeinde Barnstorf entwickelten die Feuerwehren Hygienekonzepte, sodass der Dienst zum Oktober zunächst wieder anlaufen konnte. Nachdem die Zahlen der Infizierten deutschlandweit im Laufe des Oktobers wieder anstiegen, musste auch der Dienst der Barnstorfer Feuerwehrleute wieder ruhen. „Wir haben alle Versammlungen untersagt und auch die Jahreshauptversammlungen vorerst bis zum 31. März 2021 verschoben“, sagt Jens Kaesemeier.

Auch Wettbewerbe mussten ausfallen: neben dem Leistungsvergleich, der in diesem Jahr in Drentwede geplant war, wurde auch das Zeltlager der Jugendfeuerwehren in Cornau abgesagt. „Bereits zwei bis drei Jahre im Voraus wird gewählt, wo das Zeltlager stattfinden wird. In einem Online-Meeting haben wir uns mit den anderen Jugendfeuerwehren darauf geeinigt, dass der Standort Cornau auch im nächsten Jahr vorgesehen ist und die anderen Austragungsorte sich um ein Jahr verschieben. Jedoch steht offen, ob und wie es stattfinden wird“, so Barnstorfs Gemeindejugendfeuerwehrwart Luke Boerrigter.

Generell belaste der Corona-bedingte Stillstand die Jugendarbeit der Barnstorfer Feuerwehr. „Ein Sportbetrieb war kaum möglich. Vor allem die Klausel, dass Übungsleiter, die am Jugendbetrieb teilnehmen nicht mehr bei Einsätzen dabei sein dürfen, erschwerte die ganze Situation noch“, erklärte Pressewart Klaus Vehlber.

Steigende Mitgliederzahlen

Erfreulich hingegen sei die Entwicklung bei den Zahlen der Mitglieder der Barnstorfer Jugendfeuerwehr. 99 Mitglieder zählt sie aktuell.

Bei 14 Zutritten in diesem Jahr sind zehn Jugendliche in die Hauptfeuerwehr aufgestiegen und nur drei sind komplett ausgetreten, berichtete Boerrigter.

Die Frage sei jedoch, ob alle Jugendlichen und Kinder nach der Corona-Pandemie wieder zur Feuerwehr zurückkommen oder sich umorientieren.

Sportvereine beispielsweise durften bereits früher mit dem Sportbetrieb beginnen.

Bedarfsplan der Feuerwehren

Ein weiteres großes Thema, das die Feuerwehren der Samtgemeinde Barnstorf das Jahr über beschäftigt hat, war der Feuerwehrbedarfsplan. Mitte November beschloss der Rat der Samtgemeinde Barnstorf einstimmig die Umsetzung des Bedarfplans. Nun gehe es um die Umsetzung der einzelnen Schritte, wie der Auflösung der Feuerwehren Bockstedt und Rechtern.

„In enger Absprache mit der Gemeinde wurden die nächsten Schritte abgestimmt. Corona verändert den Fahrplan nun etwas“, so Kaesemeier.

Gemeindebrandmeister Schruth wünsche sich, dass die gesammte Barnstorfer Feuerwehr der Umsetzung des Bedarfsplans zustimmt und diese auch trage: „Das Thema wird uns auch noch die nächsten Jahre beschäftigen.“

Alle Beteiligten wünschen sich zudem, dass die Kameraden der Feuerwehr Barnstorf auch weiterhin treu bleiben und diese als Einheit sehen.

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