Bemühungen um Gebiet an der Walsener Straße / Weitere Innenverdichtung

Barnstorf braucht Bauplätze

Nahe der Bremer Straße entsteht ein Mehrfamilienhaus. Bei dem Grundstück handelt es sich um eine von vielen Baulücken, die in den vergangenen Jahren gefüllt wurden.
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Nahe der Bremer Straße entsteht ein Mehrfamilienhaus. Bei dem Grundstück handelt es sich um eine von vielen Baulücken, die in den vergangenen Jahren gefüllt wurden.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Auf dem Walsen ist alles dicht, im frisch ausgewiesenen Baugebiet im Kienmoor sind nahezu alle Grundstücke reserviert und im Ortskern gibt es kaum noch verfügbare Lücken: Das Angebot an Bauplätzen in Barnstorf ist fast ausgeschöpft. Für Häuslebauer wird es langsam schwierig, sich im Ort anzusiedeln. Doch das könnte sich bald ändern. Der Flecken Barnstorf bemüht sich zurzeit um ein neues Baugebiet, das den Bedarf langfristig decken und die Entwicklung der Gemeinde vorantreiben könnte.

Die Kommune streckt ihre Fühler nach der großen Freifläche an der Walsener Straße aus. Mehrere Dutzend Bauplätze könnten in diesem Bereich entstehen, der einst für die innerörtliche Trasse der Umgehungsstraße freigehalten wurde. Die Kaufverhandlungen zwischen dem Flecken Barnstorf und der Kirchengemeinde St. Veit, in deren Besitz sich das Gebiet nördlich des Friedhofs befindet, laufen. „Wir sind miteinander im Gespräch. Aber es ist noch nichts unterschrieben“ , erklärt Kirchenvorstandsvorsitzende Ilka Strehlow auf Anfrage.

Zu Details möchte sich die Kirchenvertreterin nicht äußern. Auch die Verwaltung im Rathaus hält sich bedeckt, was den Stand der Verhandlungen betrifft. Gemeindedirektor Jürgen Lübbers lässt im Gespräch mit unserer Zeitung aber durchblicken, dass die Fläche von großer Bedeutung für die Gemeinde ist. „Damit wäre der Bedarf an Bauplätzen über Jahre gedeckt, Ortskern und Walsen könnten zusammenwachsen“, sagt Lübbers.

Keine Frage, die Lage des Gebietes ist ideal: Unmittelbare Nähe zu Schule und Kindergarten, kurze Wege zu Geschäften, Ärzten, Apotheken und Bahnhof. Eben kein Neubaugebiet auf der grünen Wiese abseits der Ortslage. Von solchen Plänen haben der Flecken Barnstorf und die übrigen Mitgliedsgemeinden ohnehin Abstand genommen, als sie im Jahr 2009 einen Grundsatzbeschluss für nachhaltiges Flächenmanagement fassten. Sie schrieben sich die Innenverdichtung auf die Fahne, um die Ortskerne zu beleben und zu stärken.

„Wir haben in den letzten fünf Jahren allein in Barnstorf 50000 Quadratmeter Innenverdichtung vorgenommen“, berichtet der Gemeindedirektor. Neben dem Sanierungsgebiet an der Dr.-Rudolf-Dunger-Straße seien zahlreiche Baulücken gefüllt worden. Einen entscheidenden Beitrag dazu habe das 2010 eingerichtete Baulückenkataster geleistet. Die Gemeinde habe mittlerweile fast alle 26 Privatgrundstücke vermitteln können. „Das ist phantastisch gelaufen. Das kann sich auch bundesweit sehen lassen“, sagt Lübbers.

Das Angebot an Baulücken ist mittlerweile fast erschöpft, und auch im neuen Baugebiet „Im Alten Kienmoor“ sind nur noch 4 von 13 Grundstücken zu haben. Noch vor wenigen Wochen war die Kommune sogar davon ausgegangen, dass sämtliche Bauplätze an den Mann gebracht werden könnten. Die Liste der Interessenten war lang, die Vergabe erfolgte per Losentscheid. Doch dabei ging offenbar nicht jeder Wunsch in Erfüllung. „Einige Interessenten waren auf bestimmte Grundstücke fixiert, hatten kein Glück und sind jetzt abgesprungen“, erklärt Thorsten Kuhlmann, der sich als Geschäftsführer der Planungs- und Entwicklungsgesellschaft Barnstorf (PEB) um die Vermarktung kümmert.

Die Gemeinde setzt weiter auf Innenverdichtung. Neben dem Schließen von Baulücken geht es auch darum, Leerstände in Siedlungsbereichen zu vermeiden. Dazu soll unter anderem ein kommunales Förderprogramm beitragen. Bei Sanierungen von Altbauten oder Abrissen mit anschließendem Neubau in festgelegten Gebieten werden Zinszuschüsse für Darlehen gezahlt. Auch solche Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Menschen im Ort zu halten.

Ziel des Fleckens Barnstorf ist es, die Zahl von rund 6000 Einwohnern langfristig zu halten. Die Zahlen seien zurzeit relativ konstant, besser als die Prognosen, berichtet Lübbers. Die Innenverdichtung habe sich schon positiv bemerkbar gemacht. Deshalb sei es wichtig, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, auch im Hinblick auf ein neues Baugebiet: „Wir müssen etwas anbieten, sonst wandern Interessenten ab!“

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