Mehr Einsätze in 2017

Zwölf Wehren werben um weitere Kräfte

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Gut gerüstet ins neue Jahr (v.l.): Gemeindebrandmeister Guido Schruth, Stellvertreter Jens Kaesemeier, Pressewart Klaus Vehlber und stellvertretender Gemeindejugendfeuerwehrwart Jan Bufe.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Die Freiwillige Feuerwehr Dörpel gehört der Geschichte an. Sie ist zum Jahresende aufgelöst worden. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass sich möglichst viele Kameraden der Löschstaffel unter der Regie der Ortsfeuerwehr Eydelstedt anschließen und dass dieser notgedrungene Wechsel ein Einzelfall bleibt. 

Um die Einsatzbereitschaft der verbleibenden zwölf Wehren in der Samtgemeinde Barnstorf zu gewährleisten, sollen in diesem Jahr weitere Anstrengungen in der Nachwuchsarbeit und in der Ausbildung erfolgen. Darauf weist die Kommandospitze im Gespräch mit dieser Zeitung hin.

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, erklärt Guido Schruth, der in seinem ersten Amtsjahr als Gemeindebrandmeister gleich dem Antrag der kleinen Ortsfeuerwehr zustimmen musste. Aber wenn Mindeststärke und Leistungsfähigkeit nicht mehr gegeben seien, mache ein Fortbestand keinen Sinn. Mit Blick in die Zukunft hofft der Kommandochef, dass es auf absehbare Zeit die letzte Auflösung einer Ortsfeuerwehr gewesen ist.

Keine weiteren Zusammenlegungen geplant

„In den anderen Ortsfeuerwehren sehe ich im Moment nicht das Problem“, erklärt Schruth mit Blick auf die personellen Verhältnisse. Wie die Situation in fünf Jahren aussehe, sei hingegen nicht vorherzusehen. Aber von Seiten der Feuerwehr gebe es keine Bestrebungen zur Zusammenlegung, Ziel sei der Erhalt der Wehren. 

Auch seitens der Politik seien keine Anzeichen zu vernehmen, dass an der Selbstständigkeit gerüttelt werden solle. Die Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung sei gut, die Arbeit der Feuerwehren werde anerkannt.

Kooperation wichtig

Gleichwohl machen Schruth und sein Stellvertreter Jens Kaesemeier deutlich, dass die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ortsfeuerwehren weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Allein schon wegen der neuen Alarm- und Ausrückeordnung (AAO), die im vergangenen Jahr eingeführt worden ist. Damit das ortsübergreifende Zusammenspiel bei Einsätzen funktioniere, müssten sich die Kameraden durch gemeinsames Üben vorbereiten. Dadurch ergäben sich auch mehr Möglichkeiten für jeden Einzelnen. 

Kaesemeier macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass sich die Wehren nicht auf ihrem Stand ausruhen dürften, sondern die Werbung und Ausbildung von Mitgliedern vorantreiben müssten. Die Qualifikation sei wichtig, um Einsätze fachgerecht abzuarbeiten und auch die Führungsposten zu besetzen. Dies kann Schruth nur unterstreichen. Dass jemand wie Heiko Gröne in Cornau seit 18 Jahren an der Kommandospitze stehe, sei nicht der Regelfall. Bei den bevorstehenden Jahreshauptversammlungen der Ortsfeuerwehren stünden einige Ämter zur Wahl, die wiederbesetzt werden müssten.

Anhebung der Altersgrenze geplant

Was den Ortsfeuerwehren helfen könnte, ist die geplante Anhebung der Altersgrenze von 63 auf 67 Jahren. Der Kreisfeuerwehrverband hat sich bereits für einen entsprechenden Gesetzesentwurf auf Landesebene ausgesprochen. 

„Jede hätte dann die Chance, länger zu machen“, sagt Schruth. Ältere Kameraden könnten im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten hilfreich sein und wären im Rentenalter auch zeitlich flexibel. Aber es sollte niemand gezwungen werden, die weitere Tätigkeit im aktiven Dienst sei freiwillig.

Bereits im Niedersächsischen Brandschutzgesetz verankert ist die Doppelmitgliedschaft, die sich ebenfalls positiv auf die Tagesverfügbarkeit auswirken soll. 

Mitgliederzahlen in der Samtgemeinde konstant

In der Samtgemeinde Barnstorf gebe es einige Mitglieder, die den jeweiligen Wehren in ihren Arbeits- und Wohnorten angehörten und somit je nach Aufenthaltsstatus bei Einsätzen ausrücken könnten, berichtet Schruth. Allerdings sei es hier auch sinnvoll, dass die Betroffenen auch ihre Dienste ausdehnen, um mit den unterschiedlichen Fahrzeugen und Geräten vertraut zu sein.

Laut Pressewart Klaus Vehlber sind die Mitgliederzahlen in der Samtgemeinde Barnstorf konstant. Die zwölf Ortsfeuerwehren verfügen über insgesamt etwa 420 Aktive. Als Fundament erweise sich die gute Jugendarbeit. Allein 16 Mitglieder seien im vergangenen Jahr aus den Jugendfeuerwehren in die Einsatzabteilung gewechselt, fügt Jan Bufe als stellvertretender Gemeindejugendfeuerwehrwart hinzu.

Bei der Feuerwehr muss die Zusammenarbeit funktionieren. Das zeigt sich nicht nur bei Einsätzen, sondern bei Gemeindewettbewerben wie im vergangenen Jahr in Barnstorf.

„Die drei Jugendfeuerwehren verfügen aktuell über 89 Mitglieder. Das sind sieben mehr als vor einem Jahr“, so Bufe weiter. In der Kinderfeuerwehr Barnstorf seien zurzeit 19 Jungen und Mädchen. Ziel sei es, Kinder möglichst früh für die Feuerwehr zu gewinnen und bei der Stange zu halten. Die jungen Menschen wollten begeistert werden. Auch deshalb reiche das Angebot über die feuerwehrtechnische Ausbildung weit hinaus. Mehr als 50 Prozent seien allgemeine Jugendarbeit, zum Beispiel Sport oder Umweltschutz.

Was die jungen Menschen später im aktiven Dienst erwartet, zeigt ein Blick in die Jahresbilanz des Kommandos. Da stehen insgesamt 69 Einsätze, darunter 40 Hilfeleistungen und 15 Brände, auf Samtgemeindeebene zu Buche. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 43 Einsätze. Grund für die Steigerung sind vor allem die zahlreichen technischen Hilfeleistungen, die das Sturmtief „Xavier“ nach sich zog.

Als gute Vorbereitung auf den Ernstfall diente eine sogenannte Heiß-Ausbildung, die in Kooperation mit Wintershall durchgeführt wurde. „Nicht nur die graue Theorie“, unterstreicht Schruth die realen Bedingungen in dem Spezialcontainer. Eine Neuerung war zudem die erstmals geübte Menschenrettung aus einer Lastwagenkabine. Diese Erfahrung könnte den Kameraden spätestens dann zugutekommen, wenn sie wieder zu einem Verkehrsunfall ausrücken müssen.

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