Fischsterben ist zu erwarten

Belastung der Gewässer des FV Barnstorf durch Eisen-III-Sulfat und Sauerstoffmangel

Heino Märtens befürchtet, dass sich das Fischsterben auch in der Hunte bis nach Barnstorf fortsetzen könnte. Damit es dazu nicht kommt, gilt es, die Barnstorfer Gewässer im Auge zu behalten und gegebenenfalls zu reagieren.
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Heino Märtens befürchtet, dass sich das Fischsterben auch in der Hunte bis nach Barnstorf fortsetzen könnte. Damit es dazu nicht kommt, gilt es, die Barnstorfer Gewässer im Auge zu behalten und gegebenenfalls zu reagieren.

Barnstorf – „Die Wagenfelder Aue ist aktuell in einem kritischen Zustand. Auf etwa 600 Metern unseres Vereinsabschnittes sterben dort Karpfen und viele weitere Fische. Dies kann auch in anderen Vereinsgewässern passieren, sollte das Wasser nicht bald umschlagen“, warnt der 1. Vorsitzende des Fischereivereins (FV) Barnstorf, Heino Märtens, vor den Folgen der Hitzezeit.

Ein möglicher Grund für das Verenden der Fische sieht der 69-Jährige in dem vermehrten Aufkommen von Eisen-III-Sulfat, das sich aus Drainagen am Flusslauf der Flöthe gelöst hatte (wir berichteten). In den Rohrsystemen, die zur Entwässerung dienen, würde sich das natürliche Eisen-III-Sulfat ansammeln und bei Starkregen herausgespült werden. Im Wasser gelöst, sorgt dieser Stoff dafür, dass weitere schädliche Stoffe ins Gewässer geraten. Diese Stoffe entziehen dem Gewässer und somit auch den darin lebenden Tieren lebenswichtigen Sauerstoff. Zusätzlich trage das Eisen-drei-Sulfat zur Verschlammung bei, da auch im Wasser lebende Mikro-Organismen weniger Sauerstoff zum Überleben hätten, erklärt der Barnstorfer.

Zusätzliche Belastung stellt für die Fische der niedrige Wasserstand des Fließgewässers dar. Durch die geringe Wassertiefe erwärmte sich das Wasser in der Hitzezeit bei Sonneneinstrahlung schneller und konnte somit wiederum weniger Sauerstoff binden. Dies bedeutete Stress für die empfindlichen Wasserbewohner.

„Im Abschnitt der Wagenfelder Aue des Angelvereins in Barver wurde eine Sauerstoffkonzentration von 1,3 Milligramm pro Liter gemessen werden. Zu dieser Jahreszeit sollte sich dieser Wert zwischen drei und fünf Milligramm befinden“, erklärt Märtens.

Noch eine Problematik stellte der 69-Jährige dar: „Bald wird wie jedes Jahr damit begonnen, die Uferbereiche abzumähen. Die toten Pflanzen geraten in den Fluss und entziehen diesem weiteren Sauerstoff, der dann den Fischen fehlt.“

Der Wasserspiegel der Hunte befand sich in diesem Sommer bislang in keinem kritischen Bereich. In den vergangenen Jahren habe dies schlimmer ausgesehen, meint der Vorsitzende des Fischereivereins. Sollte sich die Situation im Bereich des Barnstorfer Hunteabschnittes verschlechtern, so müsse der Verein den Unterhaltungsverband Hunte benachrichtigen, damit Gewässerproben entnommen werden. Anhand der Ergebnisse könne der Verein schnell handeln: „Eine Möglichkeit wäre das Abfischen des betroffenen Gewässerabschnittes. Eine andere Möglichkeit wäre, dass wir Luft in das Wasser leiten“, erklärt der Bezirksleiter.

Wie sich die Situation nun weiter entwickelt, sei unter anderem vom Wetter anhängig. Durch den dauerhaften Regen würde der Wasserspiegel allmählich ansteigen und auch Sauerstoff ins Wasser befördern, der den Fischen zugute komme.

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