Beim Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival gelingen alle drei Starts / Tausende Besucher

Hattrick hoch am Himmelszelt

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Organisator Peter Luther (r.) und Landtagsabgeordneter Karl-Heinz Klare (l.) überreichten die Pokale (v.l.): Holger Klose, Frank Eickmeyer, Walter Lindemann und Dr. Thomas Walther.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Herrlicher Sonnenschein, gute Stimmung, tolle Himmelsstürmer: Das 13. Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival (BBFF) war in jeder Hinsicht ein Volltreffer. Mehr als 10000 Besucher strömtem am Wochenende in den Hunte-Flecken, um das Schauspiel der 28 Heißluftballone mitzuerleben. Die zum Teil weiten Anreisen sollten sich lohnen.

Dank des guten Wetters glückten alle drei Massenstarts. In der Fußballsprache wäre das wohl ein lupenreiner Hattrick. Für die Veranstalter und Zuschauer in Barnstorf war es einfach nur Spitze.

„Das Festival ist ein Highlight für Barnstorf“, meinte Karin Grunz, die am Nachmittag noch auf dem Bauernmarkt gearbeitet hatte und am Abend dank eines Glücksloses unerwartet Höhenluft schnuppern durfte. Zwanzig Jahre lag ihre erste Ballonfahrt zurück, dieses Gefühl wurde nun aufgefrischt. In der „Katze“ von Werner Wäschenbach, eine von mehreren sehenswerten Sonderformen bei diesem Festival, ging’s in die Luft. Der Heißluftballon trug die Crew bis nach Vechta. Nach knapp einer Stunde dann die Landung kurz vor Bakum.

13. Barnstorfer Ballon-Festival - Teil 2

Mit dieser „tierischen“ Fahrt ging für Herbert Schmidt ein Traum in Erfüllung. Schon oft hatte er mit dem Gedanken gespielt, sich einmal die Landschaft aus dem Korb eines Heißluftballons anzuschauen. Als er in der vergangenen Woche die Berichterstattung in unserer Zeitung und im Radio verfolgte, machte der 74-jährige Sulinger Nägel mit Köpfen – und wurde nicht enttäuscht: „Das ist einfach herrlich. Ich würde es immer wieder machen“, strahlte der Rentner, der nach seiner Rückkehr in den Adelskreis erhoben wurde. Sein Titel: „Graf Herbert, munterer Hasenschreck über dem abendlichen Goldenstedter Moor“.

Barnstorfer Ballonfahrer-Festival mit Heißluft-Luftschiff

Die abendliche Reise war jedoch in Pilotenkreisen umstritten. Im Gegensatz zu den reibungslosen Fuchsjagden am Freitagabend und Samstagmorgen gab es Sorge wegen des Windes. Wetterexperte Michael Noll aus Köln hatte zwar keine Bedenken gegen den um eine Stunde hinausgezögerten Start, sagte den Crews im Breefing aber eine „sportliche“ Fahrt vorher. „Zu grenzwertig“, meinte Holger Klose aus Schwanewede. Er und neun Mitstreiter entschlossen sich am Boden zu bleiben. Organisator Peter Luther zeigte Verständnis: „Im Endeffekt entscheidet jeder Pilot selbst. Das müssen wir akzeptieren. Sicherheit geht vor.“

13. Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival

Werner Wäschenbach ging an den Start. Der Pilot aus Schweich, der meistens in Eifel und Hunsrück unterwegs ist, wollte das Moor noch einmal aus der Vogelperspektive sehen. „Hier zu fahren, ist eine ganz andere Herausforderung“, berichtete Wäschenbach. Im Mittelgebirge seien Richtungswechsel möglich, man könne hinter Hügeln verschwinden. Hier im Norden seien die Ballonfahrer dem Wind mehr ausgeliefert.

Aber es ist nicht nur das Ballonfahren, das Wäschenbach und seine Mitstreiter aus ganz Deutschland alle zwei Jahre in den Hunte-Flecken führt. „Hauptgrund, warum man hierher herfährt, ist Bekannte zu treffen. Man fühlt sich willkommen, es macht einfach Spaß“, erklärte der Pilot, der als Mitarbeiter der Firma Schroeder, übrigens die einzige Ballon-Manufaktur in Deutschland, auch gerne Kontakte knüpft.

„Hier ist es familiär“, meinte Dr. Thomas Walther, der ebenfalls schon zu den Stammgästen in Barnstorf zählt. In seiner Heimat in Warstein, bekannt für das gleichnamige Bier, würden bei der internationalen Montgolfiade rund 200 Ballone an den Start gehen. Da verliere man schnell mal den Überblick. Walther will auch im nächsten Jahr wieder nach Barnstorf kommen. Dann könnte er den Niedersachsen-Cup verteidigen, den er gestern Vormittag bei der Siegerehrung im Hotel Roshop entgegen nehmen konnte.

Karl-Heinz Klare, Vize-Präsident des Niedersächsischen Landtages, hatte die Pokale für die Fuchsjagd gestiftet. Bei dem Wettbewerb war es Walther gelungen, den Sandsack dicht neben dem ausgelegten Landekreuz abzuwerfen. Den zweiten Platz belegte das Ballon-Team Holger Klose/Walter Lindemann. Der dritte Platz ging an Frank Eickmeyer.

BBFF-Vorsitzender Peter Luther zeigte sich gestern Mittag sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. Alle drei Starts seien geglückt, die Besucherzahl sei noch nie so groß gewesen. „Es wird auch die 14. Auflage des Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festivals geben“, kündigte der Vorsitzende an. Die Crews im Saal klatschten Beifall.

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