Feierliche Eröffnung des „Casino Interkulturell“

Begegnungsstätte für Menschen aller Kulturen

Das Küchenteam (v.l.): Alexander Klatte, Jessica Hinrichs, Ingo Halfbrodt, Sabrin Hussein, Mira Krec und Christine Lercke.

Eydelstedt - Herzlicher Empfang bei der Eröffnungsfeier des „Casino Interkulturell“: Mitarbeiter Fadl Hussein und mehrere Flüchtlinge aus der benachbarten Unterkunft begrüßten die Besucher vor der Einrichtung im Hülsmeyer-Park in Eydelstedt. Die jungen Männer hatten am Morgen ihren Sprachunterricht absolviert, so dass schon einige Worte auf Deutsch fielen. Ein freundliches Hallo begleitete die etwa 80 Gäste auf dem Weg ins Haus, das sich zu einer Begegnungsstätte für Menschen aller Kulturen entwickeln soll.

Als Vorsitzender der Interessengemeinschaft Gesundes Leben (Igel) stellte Johann Knake gleich zu Beginn seiner Rede fest: „Heute ist ein großer Tag, auf den viele Menschen aus dem Igel und unserem Umfeld hingearbeitet haben.“ In der Tat: Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatten der Verein und die Samtgemeinde Barnstorf erste Gespräche zur Gründung einer solchen Einrichtung geführt. Ihr gemeinsames Ziel war die Schaffung einer sozialen Betreuung und Begleitung der Flüchtlinge, die im Hülsmeyer-Park untergebracht sind. Dort befindet sich mit 44 Plätzen die größter Unterkunft in der Samtgemeinde Barnstorf.

„Das war für uns eine ganz schöne Herausforderung“, räumte Knake ein. Aber seine Mitstreiter seien sich schnell einig gewesen, dass auch und gerade der Igel einen gesellschaftlichen Beitrag zur Flüchtlingsarbeit leisten sollte. Darüber hinaus biete das Engagement Chancen für aktuelle Projekte des Vereins. Gemeint ist der offene Treff, der bereits im Mehrgenerationenhaus an der Dr.-Rudolf-Dunger-Straße in Barnstorf angeboten wird und nun eine Ausdehnung auf den Hülsmeyer-Park erfährt.

Um die Koordinierung der Flüchtlingsbetreuung kümmert sich Sozialpädagogin Ann-Kristin Hübner, die mit Fadl Hussein eine wichtige Stütze an ihrer Seite hat. Der gebürtige Libanese lebt schon seit 1989 in Barnstorf und verfügt über die nötigen Sprachkenntnisse, um die Kommunikation mit den Flüchtlingen aus Syrien und anderen Ländern zu erleichtern. Mit Sprachkursen und Kinderbetreuung gibt es bereits die ersten Angebote im „Casino Interkulturell“.

„Wir stehen erst am Beginn unserer Sozialarbeit. Unsere Mittel und Möglichkeiten sind sehr begrenzt“, stellte Knake fest. Zwar sei durch Geld- und Sachspenden schon vieles möglich geworden, aber der Verein sei auf weitere Unterstützung angewiesen. Große Hoffnung setzt der Verein auf einen Antrag bei der „Aktion Mensch“, die soziale Projekte in ganz Deutschland fördert. Erst wenn solche Mittel fließen, ließe sich das realisieren, was sich der Verein vorgenommen habe. „Bis dahin fahren wir auf Sparflamme.“

Sichtlich zufrieden blickte der Vorsitzende auf die Fortschritte in Sachen Küche, die Anfang Mai von der Dr.-Rudolf-Dunger-Straße in den Hülsmeyer-Park verlagert worden war. Hier verfügt der Igel nun über eine großzügige Ausstattung, um Kindertagsstätten, Schulen und weitere Einrichtungen zu beliefern. Auch vor Ort wollen Küchenchef Alexander Klatte und sein Team ab dem 1. Juni einen günstigen Mittagstisch anbieten. Davon könnten auch die Mitarbeiter der Unternehmen im Hülsmeyer-Park profitieren. Ziel des offenes Treffes sei es, so Knake, Anreize für Begegnungen zu schaffen.

Der Samtgemeinde Barnstorf kommen die Pläne des Igel sehr entgegen. Sie hat die Gebäude zur Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge angemietet und dem Verein zur Verfügung gestellt. Dass im ehemaligen Offizierscasino der Bundeswehr nach mehr als zehn Jahren wieder ein Gastronomiebetrieb entsteht, wertete Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers als „ein Stück gelungener Konversion“. Viel wichtiger ist für ihn jedoch der Aspekt der Begegnung. Sein Wunsch sei, dass in dem Hause eine Atmosphäre entstehe, in der Unternehmer, Mitarbeiter und Flüchtlinge, aber auch alle anderen Interessierten sich wohlfühlen und regelmäßig treffen. „Das ,Casino Interkulturrell’ sollte ein Versammlungsort für alle werden“, sagte Lübbers.

Vor diesem Hintergrund könnte die Einweihungsfeier ein schöner Anfang gewesen sein. Bei einem Imbiss aus der Küche des Hauses kamen die Gäste ins Gespräch. Dazu bot sich die Gelegenheit, die großzügigen Räume zu besichtigen. Da dürfte sich auch noch ein Platz finden für die Weltkarte, die sich Ann-Kristin Hübner gewünscht hatte. Darauf könnten nun die Herkunftsländer der Flüchtlinge markiert werden.

sp

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