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Bauchredner aus Drebber: Matthias Hüninghake über das Sprechen, ohne den Mund zu bewegen

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Von: Jannick Ripking

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Matthias Hüninghake mit zwei seiner Bauchredner-Puppen.
Bauchredner Matthias Hüninghake erklärt, worum es beim Bauchreden geht. © Ripking, Jannick

Er kann sprechen, ohne dabei den Mund zu bewegen: Matthias Hüninghake aus Drebber ist Bauchredner. Er gibt Tipps, wie Einsteiger das Bauchreden lernen können.

Drebber – „Grundsätzlich kann es jeder lernen“, sagt Matthias Hüninghake. Und er muss es wissen, denn der Drebberaner tritt als Bauchredner mit einem eigenen Programm auf. Im Gespräch mit der Mediengruppe Kreiszeitung gibt er Tipps zum Lernen dieser besonderen Sprechtechnik und verrät, wo er selbst noch Probleme hat.

Das Wichtigste: „Man kann nie mit einem geschlossenen Mund sprechen. Das geht einfach nicht.“ Hüninghake erklärt, dass die Lippen beim Bauchreden immer mindestens einen Spalt geöffnet sein müssen, damit Luft für die Lautbildung aus den Lungen über den Mund entweichen kann. Um dann die fehlenden Lippenbewegungen, die beim gängigen Reden notwendig sind, zu kompensieren, „arbeitet ein Bauchredner sehr viel mit der Zunge“, sagt Hüninghake.

„Bauchreden ist für mich nicht anstrengend – war es auch nie“, sagt der Drebberaner Sprechkünstler. Besonders die sogenannten Kieferlaute, bei denen die Lippen nicht zum Einsatz kommen, seien schnell zu lernen. Zu diesen gehören alle Vokale oder Buchstaben wie L, S oder N. Um solche Laute zu üben, muss lediglich der Kiefer still gehalten werden.

Warum heißt es eigentlich Bauchreden?

Auch wenn die Kunst des Sprechens, ohne den Mund dabei zu bewegen, im Volksmund Bauchreden genannt wird, kommt die Stimme nicht aus dem Bauch des Bauchredners. Dieser nach wie vor verbreitete Begriff stammt noch aus der Anfangszeit dieser Sprechkunst. Damals sind die Menschen tatsächlich davon ausgegangen, dass die Stimme aus dem Bauch des Künstlers kommt. 

„Schwierig wird es aber bei den Lippenlauten“, sagt Matthias Hüninghake. „Dazu gehören Buchstaben wie B, M, W oder P.“ Anders als bei den Kieferlauten schließen gewöhnliche Sprecher dabei die Lippen, um den Laut hervorzubringen. Die Lippenlaute ohne Lippenbewegung korrekt auszusprechen, bedürfe deutlich mehr Übung. „Dafür gibt es einige verschiedene Techniken. Jeder Bauchredner macht es etwas anders“, erzählt er. Da es unter Bauchrednern allerdings – ähnlich wie bei Zauberern – so etwas wie einen Verschwiegenheitskodex gibt, „gehe ich jetzt nicht ins Detail“, sagt Hüninghake grinsend.

Am meisten Probleme hat der Bauchredner aus Drebber noch mit dem Buchstaben B: „Der ist für mich am schwersten“, gibt er zu. Es gebe Möglichkeiten und Tricks, das B und andere Lippenlaute zu umgehen, ohne dass das Publikum es merkt. „Durch ein D kann man das B zum Beispiel ersetzen. Wenn man es richtig macht, fällt es gar nicht auf“, sagt er. Doch so leicht will es sich der „Puppenrocker“ selbst nicht machen: „Ich trainiere das B aktiv – auch auf der Bühne. Nur so lerne ich, alle Lippenlaute richtig anzuwenden. Und ich habe auch noch Spaß dabei.“

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Noch einmal simpler sei es, in den Gesprächen mit der Puppe Lippenlaute zu umgehen, indem die Dialoge einstudiert und auswendig gelernt werden. Hüninghake hält davon aber nicht besonders viel: „Wenn ich das machen würde, könnte ich nicht mehr so gut improvisieren und mit dem Publikum interagieren.“

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