Verlorene Verbindung zur Natur

Barnstorfer Wildnispädagogin Ursula Dell: Kinder lernen die Umwelt wahrzunehmen

In Gruppen mit den Namen der vier Himmelsrichtungen teilten sich die Kinder unter der Leitung von Ursula Dell und Jutta Mühl-Fahrenberg (hinten rechts) auf.
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In Gruppen mit den Namen der vier Himmelsrichtungen teilten sich die Kinder unter der Leitung von Ursula Dell und Jutta Mühl-Fahrenberg (hinten rechts) auf.

Barnstorf – Wie hört sich der Wald an und was fühlt sich zwischen den Ästen und Blättern auf dem Erdboden wohl? Kindern und Erwachsenen die Natur und Wildnis näherbringen – das ist die Berufung der Barnstorferin Ursula Dell. Im Rahmen der Ferienbetreuung des Lokalen Bündnisses für Familie leitet die Wildnispädagogin eine Woche lang Kinder mit allen Sinnen durch die heimische Natur.

Das geeignete Klassenzimmer bietet der 59-Jährigen das Barnstorfer Umwelt- und Erlebniszentrum (Buez). „Ich war schon als Kind eng mit der Natur verbunden und viel draußen“, erinnert sich Dell zurück. Diese Verbindung mit der örtlichen Natur wolle sie jetzt weitergeben.

Durch Zeitmangel und technische Ablenkungen gehe diese Verbindung mit der Umwelt immer mehr verloren.

Die Umwelt wahrnehmen. Das will die ausgebildete Wildnispädagogin und zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin unter dem Titel „Das Buch der Natur“ den teilnehmenden Kindern vermitteln. „Jeden Tag schlagen wir ein neues Kapitel auf.“

Die Barnstorferin wolle die Kinder neugierig machen, sie inspirieren, Fragen zu stellen. Anschließend sollen diese sich auf den Weg machen, um eigenständig Antworten auf ihre Fragen in der Natur zu finden und Zusammenhänge zu erkennen.

Das Markante an der heimischen Natur bringt Naturpädagogin Ursula Dell Kindern im Buez näher.

„Mit allen Sinnen unterwegs und achtsam zu sein, erfordert Geduld, Ausdauer und Zeit“, weis Dell.

Ein wichtiger Aspekt sei ihr, während der Ferienbetreuung jedes Kind anhand seiner Persönlichkeit, der Talente und des Wissensstandes zu fördern.

Neben der Naturlehre sei ihr das soziale Miteinander zwischen den Teilnehmern wichtig. Die Barnstorferin teilt die Kinder auf dem grünen Gelände vom Buez in Gruppen ein.

Diese erhalten Aufgaben, für die sie innerhalb der Gruppe dann verantwortlich sind. Gegenseitige Absprachen würden das Selbstbewusstsein der sechs- bis zwölfjährigen Teilnehmer stärken.

Dank an das Selbstverständliche

Vielem vermeintlich Selbstverständlichem, wie dem Regen oder der Sonne, danken die Teilnehmer während ihrer gemeinsamen Vormittage. „Es geht darum, die Natur zu tolerieren. Jeder hat seinen Platz darin. Es muss ein Gefühl und Gespür für die heimische Tier- und Pflanzenwelt aufgebaut werden, was nicht von heute auf morgen klappen kann sondern einen Prozess darstellt“, erklärt die 59-Jährige.

Kinder seien offen für Neues, neugierig und hätten im Gegensatz zu Erwachsenen keine Vorurteile. Durch die Kinder könnten Werte an die Eltern weitergetragen werden, um sie aus ihrer Komfortzone zu holen.

„Mit offenen Augen nach draußen gehen“

Ursula Dell: „Mein Appell lautet: Geht mit offenen Augen nach draußen. Ein Gefühl dafür entwickeln, was im Wald nebenan so lebt oder die Kinder einfach im Matsch spielen lassen. Erfolge erzielt man durch Erfahrungen.“

Sie selbst hat zwei Kinder. Schon bei ihrer Erziehung hätten ihre Eltern viel Wert auf Naturerfahrung gelegt. „Wir hatten einen großen Garten, was ein Segen war und meine Großeltern hatten einen Bauernhof.“

Die Barnstorferin bietet als neue Kooperationspartnerin des Lokalen Bündnis für Familie zum ersten Mal die Aktionswoche mit dem Titel „Das Buch der Natur“ an.

Sie selbst hatte 15 Jahre die Selbsthilfe Kontaktstelle der Interessengemeinschaft Gesundes Leben (Igel) in Barnstorf geleitet.

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