„Barnstorfer Weihnacht“ vor dem Rathaus: Die Mischung kommt an

Stilvoll und heimelig

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Hauptperson: Der Weihnachtsmann hatte auch dieses Jahr wieder Zeit, die Kinder beim Barnstorfer Weihnachtsmarkt zu beschenken. Und das gelang, obwohl er seine goldene Brille verlegt hatte...

Barnstorf - Von Reinhold Dufner. Die Mischung macht’s bekanntlich! Und die stimmte bei der „Barnstorfer Weihnacht“. Nicht großspurig, nicht überkandidelt, sondern angenehm-angemessen, stilvoll, heimelig, zum Anlass passend. Und Platzangst bekamen die Besucher auch nicht. Rund um den Rathausbrunnen lud die kleine Hüttenstadt mit ihren rund 20 Buden in vorweihnachtlichem Ambiente zum Bummeln, Genießen, Klönen, Verweilen und sogar zum Reiten, Karussell-Fahren und zu Kutschfahrten ein.

Solch ein Weihnachtsmarkt ist vor allem etwas fürs Auge – positiv aufgenommen wurden die mit Gas betriebenen gesponserten Feuer-Pyramiden – und für die Seele, aber auch für den Gaumen.

Wobei wir wieder bei der Mischung wären. Und die stimmte auch bei der süffigen Feuerzangenbowle des Schützenvereins Barnstorf. Die Idee, sie – mit frischen Zutaten und ganz viel Liebe zubereitet – beim Weihnachtsmarkt anzubieten, entstand aus einer Bierlaune heraus, war von Birgit Plate zu erfahren. Sie verriet auch, dass Mitglieder des Festausschusses des Schützenvereins schon beim Probieren des Getränks viel Spaß gehabt hätten. Sie und ihr Mann Günther sowie Dirk und Marion Hinrichs freuten sich an beiden Markttagen über die große Nachfrage. Für die Schützen sei es, so Birgit Plate weiter, eine Selbstverständlichkeit, die Fördergemeinschaft bei ihren Aktivitäten zu unterstützen. Davon profitierten schließlich beide Seiten. „Wir sitzen alle in einem Boot.“

Heißgetränke waren angesichts der ungemütlichen Temperaturen in Gefrierpunktnähe bei der Barnstorfer Weihnacht der Renner. Zu den traditionellen Angeboten gehört hier auch der beliebte Glühwein vom Hotel Roshop. Den Ausschank und das Gespräch mit den Besuchern, das er so sehr schätzte – ließ sich viele Jahre Senior-Chef Ludwig nicht nehmen. Diesen Part haben nun Sohn Ludolf und Enkelkind Lars übernommen.

Pro Asyl im Landkreis Diepholz wartete mit Gözleme, einer Spezialität der anatolischen Küche, auf – hier gefüllt mit Käse oder Kartoffeln. Gaumenfreuden aus der Region gab es auch bei der Fleischerei Kessler und der Barnstorfer Landfleischerei.

Der Reitclub Donstorf-Drentwede ist schon eine feste Größe beim Barnstorfer Weihnachtsmarkt. Bei Ingrid Brokering gab es unter anderem „Kalten Hund“, einen schokoladigen Kuchen mit Butterkeksen.

Der Reitclub war auch mit Schimmel „Sissi“ vor Ort. Nun, das größte Glück der Erde wurde beim Weihnachtsmarkt nur von wenigen Besuchern gesucht. Die Fahrten mit dem schon über 100 Jahre alten geschlossenen Landauer von Wilfried Huntemann indes fanden größeren Zuspruch. Yvonne Hinrichs und Linda Rexforth hatten die Haflinger Schlumpf und Amigo angespannt, mit denen es durch den Flecken ging. Gestern kümmerte sich Gerd Lachmann um die Rundfahrten mit einem PS.

Beim Reitclub drehte sich auch das Glücksrad, ebenso wie beim Welthaus Barnstorf und der Friedens-AG der Christian Hülsmeyer-Schule, die auch Produkte aus fairem Handel anboten.

Auch die Jugendfeuerwehr Barnstorf mit Jan Bufe an der Spitze zeigte am Sonnabend Flagge und bot unter anderem Schlauchkegeln an.

Die Damen-Gymnastikgruppe des TSV Drentwede, zum zweiten Mal bei diesem Markt, hatte auch leckeren Orangensaft im Angebot. Die etwa 20 Damen treffen sich jeden Mittwoch von 19.30 bis 21 Uhr in der Turnhalle zur – wie Übungsleiterin Andrea Wowerat versicherte – „schwungvollen Gymnastik, bei der wir immer viel Spaß haben!“

Richtig für den Weihnachtsmarkt ins Zeug gelegt hatte sich die Schwimmgemeinschaft Barnstorf, deren Masche punktgenau zum Wetter ankam: 72 gehäkelte Mützen. Zehn Euro – geschenkt! Der Erlös ist für eine Veranstaltung mit der Jugend vorgesehen.

Hier warme Ohren – da Eisbeine: Unerschrocken – trotz der winterlichen Temperaturen – bot Stefan Vormschlag vom „Refugium“ stilecht im Killt, also im kurzen Schottenröckchen, Whisky- und Kaffeespezialitäten an.

Wohlige Wärme empfing die Besucher im Festzelt, das nachmittags den Kindern beim Filme-Gucken, Schminken mit Diana Hammade und Basteln mit der Kindertagesstätte „Die Kleinen Strolche“ (Barnstorf) gehörte, die kurzfristig für den verhinderten Förderverein Junges Drentwede eingesprungen war. Auch ein Zeichen von Solidarität.

Vereine aus Barnstorf und umzu drückten dem Weihnachtsmarkt den Stempel auf. Es waren aber auch „professionelle“ Markt-Beschicker gekommen. Dazu gehörte Heinz Krumdiek aus Blockwinkel, der zum dritten Mal mit Lichterbögen, Pyramiden, Spieluhren und anderen Weihnachtsartikeln vertreten war.

Musikalisch umrahmt wurde die Barnstorfer Weihnacht vom Kinderchor der Grundschule Barnstorf-Drentwede, dem Posaunenchor Barnstorf und dem Blasorchester Drebber. Gestern zog auch noch Rita Promann mit der Drehorgel ihre Runden.

Christiane Bode aus Twistringen hatte ihr fast 20 Jahre altes Kinderkarussell aufgebaut. Der knapp zweijährige Ben Buchert aus Barnstorf setzte sich gleich in einen Rennwagen. „Der wird mal Rennfahrer,“ sagte seine Omi voraus.

Die Hauptperson darf nicht unterschlagen werden. Gemeint ist hier einmal nicht der Vorsitzende, Motor und Ideengeber der Barnstorfer Fördergemeinschaft, Rouven Barmbold, der auch noch bei der Weihnachtsparty als DJ Bigfoot in Erscheinung trat, sondern der Weihnachtsmann.

Trotz der starken Inanspruchnahme hatte er es sich nicht nehmen lassen, die vielen artigen Kinder mit kleinen Geschenken zu erfreuen. Er hatte Probleme mit dem Sehen, weil er seine goldene Brille verlegt hatte. Um die Geschenke brauchte er sich allerdings nicht zu kümmern, auf seine irdischen Helfer könne er sich voll verlassen.

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