Egon Schumacher: Schon als Kind technikbegeistert

Bekannter Barnstorfer Unternehmer wird 80

Egon Schumacher.
+
Egon Schumacher feiert seinen 80. Geburtstag.

Barnstorf – „Beginne mit dem Notwendigen, dann mit dem Möglichen und plötzlich wirst Du das Unmögliche tun“ – Dieses Zitat von Franz von Assisi beschreibt den beruflichen Werdegang des Barnstorfer Unternehmers Egon Schumacher ziemlich genau. Am 31. Mai vor 80 Jahren, wurde der heutige Geschäftsmann als einziger Sohn eines Landwirtes in Diepholz geboren.

Er wuchs in Eydelstedt auf. Auch wenn es der Wunsch des Vaters war, dass sein Sohn den Hof übernimmt, zeigte Egon Schumacher schon als Kind seine Begeisterung für technische Dinge. „Bereits als Zehnjähriger habe ich mit meinem Stabilbaukasten die tollsten Sachen gebaut“, erinnert sich der Jubilar.

Trotzdem besuchte der damals 16-Jährige nach der Realschule erst einmal die Landwirtschaftliche Berufsschule in Barnstorf. „Das war nichts für mich, und so fing ich 1958 eine Ausbildung zum Maschinenschlosser bei der Firma Diema in Diepholz an. „Für mich war nach Abschluss der Ausbildung klar: Das kann es noch nicht gewesen sein, und so machte ich ein sechsmonatiges Praktikum für Gießerei und Modellbau in Bremen-Hemelingen, um die Zeit bis zum Maschinenbau-Studium an der Ingenieurakademie in Hannover zu überbrücken.“

Noch während des Studiums legte Schumacher die Prüfung zur Hochschulreife ab, um sich alle Möglichkeiten offen zu halten. Im September 1964 fing er als Maschinenbauingenieur bei der Lubing Maschinenfabrik an. Schon nach einem Jahr musste er für 18 Monate seinen Wehrdienst in Nienburg antreten.

1968 Firma Lubing übernommen

„Als ich im April 1967 wieder bei der Firma Lubing anfing, streckte ich durchaus meine Fühler in verschiedene Richtungen aus. Als aber Firmenchef Ludwig Bening im September 1968 einen tödlichen Autounfall erlitt, habe ich nicht lange gezögert, auf Bitten seiner Witwe die Geschäftsführung und Betriebsleitung zu übernehmen. Das war für mich als 27-Jähriger damals eine große Herausforderung.“ Es sei nicht immer einfach gewesen: „Ohne meine Frau Ruth hätte ich es nicht so weit gebracht.“

Aus der 1949 gegründeten Firma „Ludwig Bening Maschinenfabrik“ mit einer Belegschaft von anfangs drei Mitarbeitern, die beim Eintritt von Egon Schumacher im Jahre 1964 auf 27 Mitarbeiter gewachsen war, ist ein Unternehmen von 215 Beschäftigten geworden, das weltweit mit zehn Tochterfirmen und 38 Auslandsvertretungen agiert.

Tränkenippel patentiert

„Wir haben die Produktion von Tränkeventilen für Geflügel und Schweine ausgebaut und automatisiert, und wir haben den Tränkenippel mit Kunststoffgehäuse entwickelt und patentiert. Ziel dieser Entwicklung sollte sein, zukünftig komplette Tränkesysteme anbieten zu können. Das hat sich bewährt. 1971 konnten wir die erste Auslandsvertretung in Frankreich vergeben und das Büro in der Rechtener Straße durch eine Aufstockung erweitern.“

Für Schumacher galt und gilt: „Alles was Du tust, muss Qualität haben. Auch wenn der Preis im Verkauf höher ist, Qualität rentiert sich immer.“ Über die Jahre habe er mit seinem Team immer neue Maschinen und Techniken bis hin zum voll automatisierten Betrieb entwickelt. Patente haben das Ganze abgesichert. Anfangs habe er zusammen mit einzelnen Mitarbeitern an Verbesserungen getüftelt, heute stehe dafür ein ganzes Entwicklungsteam aus Ingenieuren und Technikern bereit.

1977 Firma Barku gegründet

„Bei all meinen Entscheidungen habe ich stets nach dem Motto ,Taktieren mit Umsicht, nicht ganz ohne Risiko, aber kein zu großes Risiko‘ gehandelt. Das ist mir mit einer Ausnahme auch sehr gut gelungen. Als wir 1975 über die Firma Prontinas aus Bremen in das sogenannte Irak-Projekt gestartet sind, lies sich der Start gut an. Wir hatten ein Fertigungsprogramm für Querförderanlagen für den Eiertransport entwickelt und erweitert, und so konnten wir ab 1978 die gesamte irakische Geflügelindustrie mit unseren Tränken und Förderanlagen ausrüsten und ständig erweitern. Da wir am 1. Oktober 1977 die Firma Barku gegründet hatten, konnten alle benötigten Rohre, Profile und Einzelteile aus Kunststoff jetzt selbst hergestellt werden.“ Als die amerikanische Luftwaffe den Irak bombardierte, war das Engagement im Irak vorbei. „Die folgenden Auslandsprojekte verliefen nicht ganz so nervenaufreibend, dafür aber sehr erfolgreich“, erinnert sich Schumacher schmunzelnd.

Die Firma Lubing hat das gesamte Gelände an der Lubingstraße übernommen. Zusätzlich hat die Barku Kunststofftechnik auf dem Industriegelände am Immenzaun auf 64 000 Quadratmetern einen Betrieb für Extrusion und Spritzguss aufgebaut. Dort werden heute im Dreischichtbetrieb 125 Mitarbeiter beschäftigt. Somit hat sich die Firmengruppe zum größten Arbeitgeber in Barnstorf entwickelt.

Inzwischen hat sich der Firmenchef weitestgehend aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und kontrolliert seine Betriebe nur noch über einen Beirat. „Wir genießen jetzt unser Haus am Sundering und fühlen uns ausgesprochen wohl. Man kann sagen, wir haben unseren Platz zum Entspannen gefunden.“ Im Park zwischen Sundering und Hunte lies der Geschäftsmann Bäume anpflanzen, die ihren Ursprung in Norddeutschland haben. „Mir ist wichtig, etwas zurückzugeben. Deshalb unterstütze ich mit meiner Stiftung Sportvereine, die Feuerwehr, das Mehrgenerationenhaus, die Kirche und soziale Projekte aller Art.“

Von Eva-Maria Konkel

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Meistgelesene Artikel

Barnstorfer Bauherr Stefan Bruns baut Tankstelle und Fitnessstudio

Barnstorfer Bauherr Stefan Bruns baut Tankstelle und Fitnessstudio

Barnstorfer Bauherr Stefan Bruns baut Tankstelle und Fitnessstudio
Hinweise und Bedenken zur Zentralklinik

Hinweise und Bedenken zur Zentralklinik

Hinweise und Bedenken zur Zentralklinik
Gemeinschaftspraxis Both/Könenkamp eröffnet im Juli in Sulingen

Gemeinschaftspraxis Both/Könenkamp eröffnet im Juli in Sulingen

Gemeinschaftspraxis Both/Könenkamp eröffnet im Juli in Sulingen

Kommentare