In den Verein kehrt Leben zurück

Barnstorfer Schützen von 1873 dürfen wieder starten

Hier darf jetzt wieder geschossen werden: Präsident Mathias Wolf präsentiert die Schießanlage des Barnstorfer Schützenvereins von 1873, in der bald wieder Wettkämpfe stattfinden werden.
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Hier darf jetzt wieder geschossen werden: Präsident Mathias Wolf präsentiert die Schießanlage des Barnstorfer Schützenvereins von 1873, in der bald wieder Wettkämpfe stattfinden werden.

Barnstorf – Endlich dürfen die Barnstorfer Schützen wieder loslegen: den Finger am Abzug halten, das Gewehr an ihrer Schulter abstützen, die Luft anhalten, zielen und abdrücken. Mathias Wolf, Präsident des Schützenvereins Barnstorf von 1873 ist froh, dass es nach gut einem Jahr Zwangspause wieder Vereinsaktivitäten geben kann.

Die aktuell geltende Corona-Verordnung bildet die Grundlage für die Vereins-Veranstaltungen. Das erarbeitete Hygienekonzept sei akzeptiert worden und die Behörde habe ihre Erlaubnis ausgesprochen. „Wir wollen wieder starten“, betont Wolf.

Das erste Preisschießen soll am Samstag, 10. Juli, in Barnstorf über die Bühne gehen. „Was für uns bisher eher ein Nachteil war, kommt uns jetzt zugute. Unsere Außenschießanlage bietet gute Bedingungen, um den Wettkampf coronakonform zu gestalten“, sagt Präsident Wolf.

Für die Vereinsmitglieder werde der Verein mehr Lose und Preise als sonst anbieten. Auch die Anzahl an Schießterminen werde im Vergleich zu den Vorjahren erhöht: Ein bis zwei Mal im Monat soll es, mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Situation, ohne Sommerpause an den Schießstand gehen. „Ich freue mich drauf und will meine Leistungsdefizite angehen“, sagt Wolf. Parallel werde der Biergarten an der Schützenhalle in Barnstorf geöffnet sein, den der Pächter betreibt.

Schießwarte schießen Gewehre ein

Rund ein Jahr sei nicht mehr geschossen worden. Die Schießwarte des Schützenvereins Barnstorf von 1873 haben jetzt die Aufgabe, die Gewehre herauszukramen und diese einzuschießen. „Um Rost oder andere Beschädigungen müssen wir uns über die Zeit der Pause keine Gedanken machen, da die Gewehre gut gelagert werden“, erklärt der Vorsitzende. Da es sich bei den Teilnehmern nicht um Sportschützen handelt, werden die Gewehre aus Metall vom Verein zur Verfügung gestellt.

Neben dem Schießen nach der „blanken Leistung“ gebe es noch das „Glücksschießen“. Bei diesem Wettkampfformat werde jedem Schützen eine vorher unbekannte Ringzahl zugeordnet, die dieser erfüllen muss. „Dadurch haben auch ungeübte Schützen die Möglichkeit, einen Preis zu ergattern“, sagt Mathias Wolf.

Kein Vereinsleben während der Pandemie

Beim Schützenwesen drehe sich viel um das Schießen und die Geselligkeit. Das Vereinsleben musste aufgrund der Pandemie allerdings für ein Jahr ruhen. Auch das diesjährige Schützenfest musste erneut abgesagt werden. „Wir merken aber, wie wichtig das Vereinsleben gerade jetzt, zur Zeit der Lockerungen, für unsere Mitglieder ist. Einige haben nachgefragt, wann es wieder losgehen kann“, so das Vorstandsmitglied. Einige Mitglieder hätten aus Eigeninitiative eine Aktion auf die Beine gestellt. Häuser seien geschmückt worden und auch die Uniformen seien bei einigen Mitgliedern nicht im Schrank geblieben. Der Verein habe zu nichts aufgerufen. „Ich bin sehr stolz auf das Engagement der Mitglieder, die trotz einer weltweiten Pandemie Verbundenheit zum Schützenverein ausdrücken“, erklärt Präsident Mathias Wolf.

Die einzigen Königsscheiben des Schützenvereins Barnstorf von 1873 die fehlen, sind die von den Weltkriegen und der aktuellen Pandemie.

Dass die Situation für den Verein eine besondere Herausforderung darstellt, zeigen die Königsscheiben, die in der Schießanlage montiert sind. Wolf: „Die einzigen Scheiben, die fehlen, sind die aus dem ersten und zweiten Weltkrieg sowie die jetzigen. Ansonsten gab es immer ein Schützenfest und auch einen König.“

Diese Situation könnte den Verein runter ziehen, doch die Mitgliederzahlen sagen etwas anderes: Insgesamt 26 Neueintritte konnte der Schützenverein Barnstorf von 1873 seit dem Beginn der Corona-Pandemie verzeichnen. Die Zahl der Austritte liege weit darunter. „Das zeigt den Zusammenhalt und das Interesse am Verein und das ganz ohne Vereinsleben.“

Vorbereitungen für 150-jähriges Jubiläum

Für den Spätsommer dieses Jahres kündigte Wolf eine größere, interne Veranstaltung an: „Es ist eine schöne Überraschung in Planung.“ Zudem würden die Vorbereitungen für das 150-jährige Vereinsjubiläum im kommenden Jahr laufen. „Wir planen ohne Corona, sonst bringt das alles nichts. Dann werden wir sehen, wie es laufen kann“, sagt der Präsident.

Trotz aller Euphorie sei weiterhin Vorsicht geboten. Ob es bei den ersten Schießveranstaltungen einen Andrang geben wird, vermag der Präsident nicht zu prognostizieren.

„Doch ich bin optimistisch, dass wir Corona überstehen werden und wir wieder viele tolle Veranstaltungen zusammen feiern können.“

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