Barnstorfer zur Preisverleihung nach Düsseldorf / Heute Abend: Live-Stream

Zuversicht im vierten Anlauf

+
In der Bewerbung der Samtgemeinde Barnstorf um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis spielt Bildung eine wichtige Rolle.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Der Countdown läuft: In Düsseldorf wird heute Abend der Deutsche Nachhaltigkeitspreis 2015 verliehen. Die Samtgemeinde Barnstorf ist in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Kleinstädte und Gemeinden“ nominiert. Nachdem die Kommune in den vergangenen drei Jahren knapp gescheitert ist, soll es im vierten Anlauf klappen.

In der zehnköpfigen Delegation, die sich bereits gestern auf den Weg zum Kongress in die Rhein-Metropole machte, herrschte Hoffnung und Zuversicht. „Wir fahren mit leichtem Optimismus nach Düsseldorf“, erklärte Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers. Die erneute Nominierung zeige, dass die Arbeit vor Ort anerkannt werde.

Laut Lübbers hatten die Verantwortlichen den zunächst enttäuschten Barnstorfern Mut zugesprochen, es nochmal bei dem Bundeswettbewerb zu versuchen. Ein Wiedersehen gibt es nun mit den Vertretern der Nordseeinsel Juist, die im vergangenen Jahr ebenfalls für die mit 35000 Euro dotierte Auszeichnung nominiert war. Unter den „Top 3“ befindet sich außerdem die Gemeinde Dornstadt in Baden-Württemberg.

„Auch die anderen Kommunen haben hervorragende Projekte gemacht. Ich bin aber recht zuversichtlich“, sagt Lübbers. Die Samtgemeinde habe ihren Antrag überarbeitet. Dabei seien neue Schwerpunkte auf die Initiative „Willkommen in Barnstorf“ sowie Aktivitäten zu den Themen „Demografischer Wandel“ und „Innenverdichtung“ gelegt worden. Diese Punkte haben sich offenbar positiv auf die Nominierung ausgewirkt, wie ein Blick in die vorliegende Begründung der Jury zeigt.

„Samtgemeinde Barnstorf – nachhaltig gut!“: Dieses partizipativ erarbeitete Motto der rund 12000 Einwohner starken Samtgemeinde Barnstorf zeige sich in vielen innovativen Ansätzen der Nachhaltigkeitspolitik und des Verwaltungshandelns, so die Jury. „Überzeugend ist dabei insbesondere der ausgeprägte Schwerpunkt auf nachhaltige Bildung, Integration und Flächenmanagement.“

Konkret Bezug nimmt die Jury unter anderem auf den vom Samtgemeinderat im Jahr 2009 gefassten Grundsatzbeschluss zum Flächenmanagement, der von der Europäischen Kommission als „Best-Practice“ gelobt wurde. Die Innenentwicklung spielt dabei eine zentrale Rolle. Zuletzt hat Barnstorf neben einem bestehenden Baulückenkataster einen Leerstandkataster eingeführt. Aber auch weitergehende Maßnahmen, wie eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit zur flächensparsamen Siedlungsentwicklung, werden von der niedersächsischen Kommune vorangetrieben.

„Auch mit Blick auf Bildung und Integration zeigt Barnstorf herausragendes Engagement“, lobt die Jury. Das Barnstorfer Umwelt-Erlebnis-Zentrum sowie Aktivitäten an der Christian-Hülsmeyer-Schule stellten sicher, dass eine Sensibilisierung für eine nachhaltige Entwicklung bereits in jungen Jahren beginne. Die Samtgemeinde sei ein Beweis dafür, dass auch in einer kleinen Gemeinde sowohl ein enormer Wissensbedarf als auch Kompetenzen in vielen Bereichen der Nachhaltigkeit bestünden.

Ende 2014 wurde der Arbeitskreis „Willkommen in Barnstorf“ mit der Aufgabe gegründet, Flüchtlingen die Integration zu erleichtern. Auch der neu errichtete Mehrgenerationenspielplatz fördere den sozialen Austausch und den Zusammenhalt der Bürger. Als wichtiges Thema habe die Samtgemeinde Barrierefreiheit im öffentlichen Raum erkannt und verschiedene entsprechende Maßnahmen auf den Weg gebracht, unter anderem die Durchführung einer Messe „Barrierefreies Wohnen & Leben“.

„Barnstorf punktet nicht zuletzt mit ambitionierten Klimaschutz-Aktivitäten“, heißt es weiter. So habe sich die Samtgemeinde zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 die in der Kommune benötigte Energie ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen zu beziehen und Energie im Allgemeinen effizienter zu nutzen. Das beschlossene Klimaschutzkonzept beinhalte bereits umgesetzte Maßnahmen wie die Aus- und Weiterbildung von eigenem Personal zu zertifizierten Energie- und Klimaschutzmanagern. Durch ein Beleuchtungskonzept auch in den kommunalen Gebäuden konnten gleichzeitig Energie und Kosten eingespart werden. „Diese Maßnahmen in der öffentlichen Infrastruktur zeigen, dass lokaler Klimaschutz möglich ist und auch mit finanziellen Anreizen verbunden sein kann“, urteilt die Jury.

Ob diese Lobeshymne in der Preisverleihung mündet, wird sich am Abend in Düsseldorf zeigen. Die Veranstaltung im Maritim Hotel wird ab 19 Uhr per Live-Stream im Internet übertragen. Einen entsprechenden Link gibt es auch auf der Homepage der Samtgemeinde Barnstorf.

www.barnstorf.de

www.nachhaltigkeitspreis.de

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist eine nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Mit fünf Wettbewerben, mehr als 800 Bewerbern und 2 000 Gästen zu den Abschlussveranstaltungen ist die Auszeichnung die größte ihrer Art in Europa. Der Preis wird seit 2008 jährlich vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Die Prämierung vorbildlicher Akteure soll den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft unterstützen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Ankunft im Landhotel Schnuck in Schneverdingen

Ankunft im Landhotel Schnuck in Schneverdingen

Boule-Meisterschaft um den Mühlenteichpokal

Boule-Meisterschaft um den Mühlenteichpokal

Freaks and Folks, Fans and Friends - 55.000 feiern beim Deichbrand

Freaks and Folks, Fans and Friends - 55.000 feiern beim Deichbrand

Meistgelesene Artikel

Philip Sander löst Simon Hammann als Schützenkönig von Twistringen ab

Philip Sander löst Simon Hammann als Schützenkönig von Twistringen ab

„Summer in the City“: Besucher wünschen sich Fortsetzung

„Summer in the City“: Besucher wünschen sich Fortsetzung

ZSA: Sind die Umkleiden zeitgemäß?

ZSA: Sind die Umkleiden zeitgemäß?

Weyhe nimmt‘s locker mit „Singing in the rain“

Weyhe nimmt‘s locker mit „Singing in the rain“

Kommentare