Annahmestelle beim Bürgermeister

Barnstorfer Geschäftsstelle der Kreissparkasse Diepholz besteht seit 125 Jahren

Der Neubau der Barnstorfer Geschäftsstelle wurde 1965 bezogen. Archivfoto: Kreissparkasse
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Der Neubau der Barnstorfer Geschäftsstelle wurde 1965 bezogen. Archivfoto: Kreissparkasse

Barnstorf – Die Barnstorfer Geschäftsstelle der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz besteht seit 125 Jahren. Der Standort war und ist von zentraler Bedeutung im Flächenlandkreis Diepholz. Seit September 2020 leitet Kim-Christin Haar die Filiale, die heute eine von fünf Beratungscentern im Geschäftsgebiet ist.

1847 hatte es Bestrebungen gegeben, in Barnstorf eine Sparkasse „für die dienende Klasse“ einzurichten. Ein entsprechendes Gesuch stellte Gastwirt Schumann beim Amt Diepholz. Dort hielt man ihn zwar für vertrauenswürdig, stellte aber Bedingungen, die für den Antragsteller nicht akzeptabel waren. Fast 50 Jahre gingen ins Land, bis das Thema wieder aufgegriffen wurde.

1894 bat der damalige Landrat den Vorstand der am 1. April 1865 gegründeten Kreissparkasse Grafschaft Diepholz, in den größeren Orten des Kreises Annahmestellen zu errichten. Wegen der guten Verkehrsverbindung zu Diepholz hielten die Entscheidungsträger Außenstellen in Barnstorf und Lemförde für entbehrlich. Es vergingen weitere zwei Jahre, bis Bürgermeister Plümer am 1. August 1896 in seinem Wohnhaus die Kreissparkassen-Annahmestelle Barnstorf öffnete – einen Tag vor der Gründung der Spar- und Darlehenskasse Barnstorf.

Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Region wurde am 7. April 1920 in Barnstorf eine Hauptzweigstelle mit eigener Kontenführung eingerichtet. Der bisherige Verwalter der Annahmestelle leitete die in seinem Haus untergebrachte Zweigstelle bis 1924 nebenamtlich. In diesem Jahr entstand auf dem Eckgrundstück Bahnhofstraße/Friedrich-Plate Straße in der Barnstorfer Ortsmitte ein neues Sparkassengebäude.

Der Altbau der Barnstorfer Geschäftsstelle der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz aus dem Jahr 1924. Dieses Gebäude wurde nach Fertigstellung des Neubaus abgerissen. Hier entstanden Parkplätze. Archivfotos: Kreissparkasse

Bis zum Bezug des Alten Rathauses an der Schlingstraße belegte auch die Gemeindeverwaltung einige Räume in diesem Haus. Erster hauptamtlicher Geschäftsstellenleiter der örtlichen Kreissparkassenfiliale wurde Hermann Stall.

„Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Wirtschaftsleben Barnstorfs weiteren Aufschwung, von dem auch die Kreissparkasse profitierte“, erklärt Individualkundenberater Holger Künning und nennt unter anderem die Ansiedlung der Wintershall. Aufgrund der wachsenden Geschäftstätigkeit erwog man Ende der 1950er Jahre den Neubau einer Sparkasse. Diese Idee wurde 1965 im rückwärtigen Bereich des Grundstücks verwirklicht – dem damaligen Zeitgeschmack und modernsten Anforderungen entsprechend. Auf der Freifläche, die sich nach dem Abriss des Altbaus ergab, wurden Parkplätze geschaffen.

Die heutigen Gesichter der Barnstorfer Geschäftsstelle: Vorstandsvorsitzender Ralf Finke, Geschäftsstellenleiterin Kim-Christin Haar und Individualkundenberater Holger Künning.

Das Gebäude wurde fortlaufend den wachsenden Anforderungen angepasst. 2004 investierte die Kreissparkasse in einen umfassenden Umbau der Geschäftsstelle, laut Vorstandsvorsitzendem Ralf Finke ein klares Bekenntnis zum Standort Barnstorf. „In den letzten 15 Jahren hat sich der Flecken weiter zum Vorteil entwickelt, und wir sind daran gewachsen. Wir gehen davon aus, dass wir hier eine gute Zukunft haben“, sagt Finke.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden manche Aufgabenfelder verlagert, andere kamen dazu. Kim-Christin Haar: „Viele Bearbeitungsvorgänge werden heute über EDV abgewickelt, einiges zentralisiert. Dennoch ist die Zahl der Mitarbeiter konstant geblieben.“ Beratung und Begleitung von Privat- und Firmenkunden in allen Finanzfragen habe einen hohen Stellenwert. Man erfülle die Erwartung, in dieser Beziehung das gesamte Spektrum anzubieten und gewissermaßen „rund um die Uhr“ erreichbar zu sein. Die Herausforderung sei, die Kunden in die digitale Welt zu begleiten, aber dennoch analog den Kontakt zu halten – von Mensch zu Mensch: „Bislang ist uns das gut gelungen. Und für die Zukunft sind wir gut aufgestellt.“

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