Geglückter Massenstart zum Finale

Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival: Happy End am Himmelszelt

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Jessica Winter und ihre Tochter Leni winkten voller Begeisterung den gestarteten Ballonfahrern zu.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Das Tiefdruckgebiet „Kolle“ hat die Ballonfahrer am Wochenende ganz schön auf Trab gehalten. Wind und Regen, gepaart mit Blitz und Donner, sorgten für Wirbel und Verwirrung. Da hatten selbst die Routiniers der Szene kaum noch an einen erfolgreichen Start geglaubt.

Doch nach zwei geplatzten Fahrten gab es ein überraschendes Happy End. Der Großteil der 32 angekündigten Himmelsstürmer ging am Samstagabend in die Luft und bescherte damit tausenden Besuchern einen versöhnlichen Abschluss des 14. Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festivals (BBFF).

Als um 19.20 Uhr die Durchsage kam, dass die Zitterpartie ein Ende hat und die Heißluftballone aufbrechen können, brandete ein Applaus im Sundering auf. Nach einem umfangreichen Rahmenprogramm am Nachmittag hatten die Besucher nicht umsonst ausgeharrt. Sie konnten sich an dem imposanten Schauspiel erfreuen. Und mit ihnen Dutzende Fahrgäste, die an diesem Abend einen Platz im Korb gebucht oder gewonnen hatten.

Endlich abheben 

„Das ist voll die Überraschung. Ich wollte das schon immer mal machen“, freute sich Anna Duda über ihren Volltreffer bei einer Verlosung. Wie es der Zufall wollte, bekam die 18-jährige Diepholzerin eine Mitfahrgelegenheit beim vermutlich größten Tankwart der Welt. Der „dicke Anton“ aus Kiel war eine von sechs Sonderformen bei diesem Festival. Endlich konnten Pilot Christoph Laloi und seine Mitstreiter abheben, nachdem sie am Freitagabend und Samstagmorgen zur Enttäuschung der vielen Zuschauer und vor allem der Fahrgäste am Boden geblieben waren.

Anna Duda (l.) gewann am Sonnabend eine Ballonfahrt. Kurze Zeit später ging es auch schon in die Luft. Bei Crewmitglied Christiane Walter war die 18-jährige Diepholzerin in besten Händen.

Trotz des wechselhaften Wetters gab es durchaus Lichtblicke in der Vorhersage. Meteorologe Michael Noll hatte schon beim Generalbriefing am Freitag auf ein Zeitfenster hingewiesen, das sich nach einem Gewitter ergeben könnte. Doch der heftige Regenguss hinterließ seine Spuren auf den umliegenden Feldern und Wiesen, die als mögliche Landeplätze dienen sollten. „Zu nass“, meinten viele Piloten – und winkten mit Blick auf ihre kostbaren Ballonhüllen ab.

Am Sonnabend kam ein weiteres Problem hinzu: der Wind. „Das ist unser Hauptfeind“, hatte der Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes bereits im Vorfeld der weit über die Grenzen des Hunte-Fleckens beliebten Veranstaltung durchblicken lassen. „Es ist grenzwertig, aber aus meiner Sicht gerade noch fahrbar“, erklärte Noll beim Briefing in der Früh. Die Piloten ließen aber auch diese Gelegenheit wegen der aufgeweichten Landeplätze verstreichen und kehrten in ihre Betten zurück.

„Ich habe volles Verständnis dafür“, sagte Fahrtenleiter Hermann Nolte, der selbst über viele Jahre als Pilot unterwegs war und nun den aus gesundheitlichen Gründen verhinderten Cheforganisator Peter Luther vertrat. Nolte zeichnete am Morgen ein finsteres Bild: „Es wird nichts stattfinden dieses Jahr!“ Doch es sollte anders kommen. Die Regenschauer rückten in weite Ferne, der Wind ließ nach, sodass sich der Großteil der Crews dazu entschloss, der grünen Fahne des Wetterexperten zu folgen.

Erinnerungen festhalten

„Ich möchte auch gerne in den Ballon“, rief die achtjährige Leni, die gemeinsam mit ihrer Mutter den abendlichen Massenstart verfolgte. Die Familie aus Vechta war zum ersten Mal beim Festival in Barnstorf und zeigte sich begeistert. Die Tochter hielt das Spektakel am Himmelszelt gleich mit ihrem Handy fest: „Guck mal, ich hab´ ein Video gedreht.“ Auch andere Zuschauer zückten ihre Handys und Kameras, während die Ballone aufstiegen und sich vom Westwind in Richtung Ehrenburg treiben ließen.

Viele Piloten kannten die Moore schon aus den Vorjahren. Neuland war die reizvolle Landschaft hingegen für eine Crew aus den Niederlanden, die sich erstmals unter das Teilnehmerfeld aus ganz Deutschland gemischt hatte. Bert ter Horst war durch das Internet auf das Festival aufmerksam geworden und fühlte sich auf Anhieb wohl im Hunte-Flecken: „Sehr gemütlich, das gefällt uns, wir haben Spaß“, schwärmte der fliegende (Pardon: fahrende) Holländer.

„Hier ist es familiär. Man kommt mit anderen Teams ins Gespräch“, freute sich Katharina Duske über ihr zweites Gastspiel in Barnstorf. Die 29-Jährige ist eine von ganz wenigen weiblichen Piloten in der Szene. „Man muss sich als Frau schon durchboxen und zeigen, dass man auch anpacken kann“, so die gebürtige Warsteinerin, die sich bei der berühmten Montgolfiade in ihrem Heimatort mit dem Ballon-Virus infizierte und vor etwa drei Jahren ihren Schein machte. Inzwischen hat sie rund 35 Fahrten auf dem Konto.

14. Barnstorfer Ballonfahrer-Festival 

Bis zur Rückkehr der Crews bekamen noch einmal die kleinen Modellballone ihren großen Auftritt. Sie sahen den Vorbildern täuschend ähnlich. Mit Einbruch der Dunkelheit folgte ein buchstäbliches Highlight für das Publikum. Die Veranstalter hatten ein „Night Glow“ versprochen, das aufgrund des Windes aber auf ein „Candle Light“, also ohne Hülle, herabgestuft wurde. Im Takt der Musik zündeten die Ballonfahrer ihre Brenner, Flammen schossen in die Höhe. Krönenden Abschluss bildete ein Feuerwerk. Somit gab es für die Veranstalter und ihr Publikum doch noch ein Happy End am Himmelszelt!

Barnstorfer Ballonfahrer-Festival mit Happy End

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