Buntes Rahmenprogramm

Ballon-Fahrer-Festival: Fantastische Aussichten nicht nur in der Luft

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Hobbybastler Markus Balzen führte seinen Modellballon über den Platz. Der Brenner wurde per Fernsteuerung gezündet.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Das 14. Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival (BBFF) lockte mit fantastischen Aussichten. Das galt nicht nur für die zahlreichen Himmelsstürmer, die am Samstagabend in die Luft gingen, sondern auch für das nachmittägliche Treiben am Boden.

„Es wird für jeden etwas dabei sein“, kündigte Fahrtenleiter Hermann Nolte bereits am Vortrag bei der Eröffnung der Großveranstaltung an. Er hatte nicht zu viel versprochen. Moderatorin Tanja Schwarze blieb kaum Zeit zum Luftholen, so umfangreich und vielfältig war das Rahmenprogramm.

Tausende Besucher strömten ab frühen Nachmittag in den Sundering. Schon der Rundgang über den Bauernmarkt mit seinen mehr als 20 Ständen brachte viele Aufenthaltsmöglichkeiten mit sich. An manchen Ecken blitzte feines Kunsthandwerk auf. Renate Haß und Pedro Barrios aus Minden präsentierten originellen Schmuck, hergestellt aus altem Silberbesteck. Ein paar Schritte weiter gab es Holzarbeiten für Drinnen und Draußen, verziert mit flotten Sprüchen. „Die sind aber nicht aus meiner Feder“, räumte Wiebke Helmes aus dem Emsland schmunzelnd ein.

Flotte Musik beim Markt 

Die Gaumenfreuden reichten von frisch gebackenen Kartoffelpuffern bis hin zu regionalen Milchprodukten. Da griffen viele Besucher beherzt zu und ließen sich nebenbei von den Klängen des Drehorgelorchesters „Musica-Romantica“ aus Rhauderfehn unterhalten. Beim Schlager „Rote Lippen soll man küssen“ kamen die Musiker auf Touren. Mit noch mehr Pep kam der Fanfahrenzug Wildeshausen daher, der für seine Ständchen die Standorte wechselte.

Auch Guido Salge stolzierte durch die Menge. Seine Leidenschaft ist der Seifenblasen-Walkact. Davon können vor allem die Kinder gar nicht genug bekommen. „Mehr, mehr“, riefen die Kleinen. Der Riese auf Stelzen kam dem Wunsch gerne nach. Er tauchte seinen Stab in die Flüssigkeit, holte tief Luft und versprühte viele kleine und große Blasen. Toll!

Der Bremer Guido Salge marschierte auf Stelzen über das Gelände und zauberte viele kleine und große Seifenblasen in die Luft.

Hingucker gab es auch am Stand der Wintershall. Dort kam nicht nur beim T-Shirt-Druck jede Menge Farbe ins Spiel. Zwei Graffitikünstler hatten sich die Pferdekopfpumpe „Aldorf 1“ vorgeknöpft, die eigens für das Kunstobjekt auf dem Bohrplatz abgebaut wurde. Im Laufe des Nachmittags lüfteten die Sprayer das gut gehütete Geheimnis um das Motiv: Ein blauer Himmel und mehrere kleine Ballone fanden Platz auf der Stahlkonstruktion. Damit schaffte das Unternehmen einen idealen Bezug zum Standort Barnstorf und Ballonfahren.

Die Cheerleader aus Vechta hatten ihren Auftritt kurzfristig abgesagt, weil der Boden zu Nass für die sportliche Choreografie war. Hoch hinaus ging es dafür an der Kletterwand, wo so manche Kinder an ihre Grenzen stießen. „Mein rechter Arm wird langsam schwer“, rief der zehnjährige Hakan, der nach einer strapaziösen Leistung loslassen musste. Absturzgefahr bestand nicht. Die Helfer ließen ihn am Seil zu Boden. Erik Schwieger hatte sich derweil für einen anderen Sport entschieden: Radfahren. Hier ging es ausnahmsweise nicht um Schnelligkeit. „Der steht ja auf dem Rad“, staunten die Wertungsrichter Nina Kruber und Nova Voss, als der junge Barnstorfer im Schneckentempo die 25 Meter lange Strecke bewältigte: Eriks Bestzeit: 5,10 Minuten.

Zugreifen und probieren: Am Imker-Stand auf dem Bauernmarkt konnten die Besucher verschiedene Sorten Honig kosten.

Ob das auch mit dem Vehicle möglich gewesen wäre, das „Hochrad Schorse“ dem Publikum vorführte? Sein restauriertes Hochrad aus dem Jahr 1890 stellte nicht nur Anke Rugenstein vor eine Herausforderung. Der Sprung in den Sattel war ohne Übung kaum möglich. Dann vielleicht doch lieber der komfortable Sitz einer Harley Davidson: Mitglieder des Clubs „Aller Weser Chapter“ präsentierten ihre blank polierten Maschinen und ließen damit viele Biker-Herzen höher schlagen.

Freude an Modellen 

Die Vorfreude auf den Start der Heißluftballone weckten mehrere Modellballone, die allerdings auch recht windanfällig sind. Damit wurde schon eine erste Gemeinsamkeit mit den großen Vorbildern deutlich. „Drei Monate habe ich an dem Korb geflochten“, berichtete Markus Balzen aus Kamp-Lintfort voller Stolz, während er seinen Ballon mit Fernsteuerung und Leine präsentierte. Als dann Senior Josef Balzen mit seinem Mini-Landrover über den Sportplatz sauste, gab es bei den Kindern kein Halten mehr. Der Rattenfänger von Hameln ließ grüßen.

14. Barnstorfer Ballonfahrer-Festival 

Der heimische Pilot Klaus Sarinski lud zum „Tag der offenen Tür“. Sein Team blies eine Ballonhülle auf. Dann hieß es: Hereinspaziert. Eine Chance, die sich viele Besucher nicht nehmen ließen. „Super, ganz faszinierend“, schwärmte Anneke Hagedorn aus Bremen, während sie mit Sohn Emil durch den Himmelsstürmer spazierte. „Kann der fliegen?“ fragte der Dreijährige. „Nicht jetzt, aber vielleicht heute Abend“, antwortete die Mutter mit Blick auf das große Finale.

Barnstorfer Ballonfahrer-Festival mit Happy End

Ballonfahrer live im Fernsehen

Einen kleinen Nachschlag für das 14. Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival gibt es am heutigen Montag: Ein Fernsehteam des Norddeutschen Rundfunks (NDR) kommt in den Hunte-Flecken, um eine Live-Übetragung für das Magazin „Mein Nachmittag“ zu machen. Moderator Sven Tietzer will die Ballonfahrer noch einmal in Szene setzen. Die Festivalmacher haben dafür einige Piloten mobilisiert, die ihre Himmelstürmer aufrüsten. Schaulustige Besucher sind ab 16 Uhr herzlich willkommen. Interessierte Fernsehzuschauer sollten um 16.30 Uhr das NDR-Programm einschalten.

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