Ausbildungs- und Technologiestandort

Neujahrsempfang der Wintershall Dea: Situation nach Zusammenschluss

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Neujahrsempfang im Bohrkernlager: Etwa 50 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Institutionen wie der Feuerwehr begrüßte Wintershall Dea in Barnstorf.

Häppchen, Getränke und Informationen neben Regalen voller Bohrkerne aus Erdöl- und Erdgasfeldern weltweit: Der Neujahrsempfang von Wintershall Dea in Barnstorf fand am Freitag im „geologischen Gedächtnis“ des Erdgas- und Erdölunternehmens statt.

Barnstorf - Insgesamt haben die gelagerten Bohrkerne, die Aufschluss über Erdgas- und Erdölvorkommen geben, eine Länge von 55 Kilometern. Auch Kerne, die am bisherigen Dea-Standort Wietze im Landkreis Celle gelagert waren, sind zum Teil schon nach Barnstorf transportiert worden. Nach Abschluss des Umzuges werden hier mehr als 70 Kilometer Bohrkerne lagern – aus Westsibirien, der norwegischen See, Deutschland und Abu Dhabi, Nordafrika und Südamerika. Auch das Labor ist von Wietze nach Barnstorf ins neue Technologiezentrum des Unternehmens gezogen.

Mit dem Zusammenschluss von Wintersall und Dea im Jahr 2019 ist der Standort Barnstorf aber nur in einigen Bereichen gestärkt worden. Von den aktuell 280 Wintershall-Dea-Mitarbeitern in der Samtgemeinde bleiben noch 100, davon viele Auszubildende. Zu diesen 100 Beschäftigten und Auszubildenden direkt bei Wintershall Dea kommen noch weitere Jobs, die vor Ort angesiedelt sind. So werden 30 Stellen für Pipeline-Services und Transportleistungen in Barnstorf verbleiben“, betonte Warzecha.

Viele Arbeitsplätze insbesondere der Verwaltung sind nach Hamburg – neben Kassel Standort von Wintershall Dea – verlagert worden.

Die derzeitige Situation erläuterte Dirk Warzecha den etwa 50 Neujahrsempfang-Gästen aus Politik, Wirtschaft und Institutionen. Er ist Leiter der Deutschlandaktivitäten von Wintershall Dea: „Im zusammengeführten Unternehmen bleibt Barnstorf ein wichtiger Ausbildungs- und Technologiestandort. Bohrprojekte, die Wintershall Dea weltweit umsetzt, werden hier in unserem neuen Technologiezentrum begleitet und wissenschaftlich vorbereitet. Außerdem sind hier unsere logistischen Aktivitäten für Bohrprojekte in Deutschland gebündelt“, sagte Warzecha: „In unserem neuen Technologiezentrum können wir unsere Bohrkerne und damit die Potenziale von Erdöl- und Erdgasfeldern weltweit noch schneller, präziser und effizienter analysieren.“

Dirk Warzecha informierte die Gäste.

Der Zusammenschluss sei ein wichtiger Schritt zur richtigen Zeit und mache das Unternehmen fit für die Zukunft. Da es durch den Zusammenschluss bei den Aktivitäten in Deutschland und Norwegen Überlappungen durch Doppelbesetzung von Funktionen gibt, seien Anpassungen und Personalabbau nötig.

Das Unternehmen mit 65 Jahren Firmengeschichte vor Ort sehe es als seine Pflicht, für den Standort Verantwortung zu übernehmen, und beteilige sich daher an der „Allianz für Barnstorf“. Dieser Gesprächskreis, der auf Initiative von Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers entstand und dem Vertreter von Unternehmen, Gewerkschaft, Politik und Kommune angehören, kommt nächste Woche wieder zusammen, um Auswirkungen des Firmen-Zusammenschlusses zu erörtern.

Dirk Warzecha: „Wir prüfen derzeit verschiedene Optionen für die Nachnutzung des Verwaltungsgebäudes und von Teilen des Werksgeländes. Das große Werksgelände mit Bahnanschluss ist für die Ansiedlung von Einzelunternehmen oder ganzen Gewerbegebieten interessant und geeignet. Wir führen Gespräche mit industrienahen Unternehmen, Zulieferern sowie Firmen aus dem Dienstleistungssektor. Außerdem bieten wir Unternehmen der Region Kooperationen im Bereich Ausbildung an. Örtliche Betriebe können die technische Lehrwerkstatt von Wintershall Dea nutzen, um einschlägige Ausbildungsmodule dort absolvieren zu lassen.“

Über Aktivitäten in der Region berichtete Warzecha: „Im Dezember haben wir mit dem Rückbau und der Verfüllung von sieben früheren Bohrungen im Erdölfeld Bockstedt begonnen. Die Verfüllungsarbeiten schließen wir noch im Februar ab. Und es sind bereits weitere Verfüllungen beim Bergamt eingereicht. Bis 2021 werden wir etwa 30 Bohrungen verfüllen, da für diese keine weitere Nutzung möglich ist. Weiterhin planen wir den Rückbau von nicht mehr benötigten Förderplätzen im Bereich Barnstorf ab dem zweiten Quartal 2020. Hierzu finden gerade Abstimmungen mit dem zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie statt. Danach können die Flächen wieder landwirtschaftlich genutzt werden.“

Am Erdgasförderstandort Staffhorst sei eine neue Produktionsbohrung abgeschlossen. Sie erschließe die Erdgas-Lagerstätte Staffhorst in einer Tiefe von rund 4 000 Metern. Der Beginn der Förderung sei für das erste Halbjahr geplant.

Bohrprojekte, die Wintershall Dea weltweit umsetzt, werden im neuen Barnstorfer Technologiezentrum begleitet und wissenschaftlich vorbereitet: 35 Mitarbeiter analysieren jedes Jahr über 5 000 Proben. Von der Explorationsbohrung bis zur endgültigen Verschließung kommt ihre Expertise zum Einsatz. Dirk Warzecha: „Wir haben insgesamt 5,8 Millionen Euro in das neue Technologiezentrum investiert.“

Bei allen Veränderungen bleibt Wintershall Dea wichtiger Sponsor des Barnstorfer Ballonfahrer-Festival. „Wir stellen den Piloten wieder Gas zum Fahren der Ballone zur Verfügung“, blickte Warzecha schon voraus auf das nächste Festival 2021.

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