Barnstorf verpasst den Nachhaltigkeitspreis / „Unsere Arbeit geht weiter“

Die Kugel geht auf die Insel

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Gestern Abend in Düsseldorf (v.r.): Moderator Stefan Schulze-Hausmann mit den Bürgermeistern Dietmar Patron (Juist), Jürgen Lübbers (Barnstorf) und Andreas Aigeltinger (Dornstadt).

Barnstorf/Düsseldorf - Von Thomas Speckmann. Die Samtgemeinde Barnstorf wollte es noch einmal wissen. Mit „leichtem Optimismus“ war die Delegation um Jürgen Lübbers zur Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2015 nach Düsseldorf gereist. Doch dort gab es gestern Abend betrübte Gesichter bei den heimischen Vertretern. Die begehrte Kugel ging an die Konkurrenz von der Nordseeinsel Juist.

„Das ist schon eine Enttäuschung“, gestand Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers in einer ersten Stellungnahme. Er musste erneut mit leeren Händen von der Bühne gehen, wenngleich die Nominierung als Anerkennung zu werten ist. Die Glückwünsche galten seinem Juister Amtskollegen Dietmar Patron, dessen Kommune sich gut präsentiert habe.

Die Samtgemeinde Barnstorf hatte sich bereits zum vierten Mal an dem bundesweiten Wettbewerb beteiligt. In diesem Jahr wurde der Preis im Kreis des Spitzenfeldes 2014 vergeben: Will heißen: Bewerber aus dem Vorjahr konnten gegeneinander antreten. Unter die „Top 3“ in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Kleinstädte und Gemeinden“ kamen Barnstorf, Juist und die baden-württembergische Gemeinde Dornstadt.

Die Preisverleihung lag in Händen von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Sie kürte auch die Gewinner in den weiteren Kategorien. Der Nachhaltigkeitspreis bei den Städten mittlerer Größe ging an Kempten. Bei den Großstädten setzte sich Karlsruhe durch. Die siegreichen Kommunen erhielten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 35000 Euro, das für ein konkretes Nachhaltigkeitsprojekt verwendet werden soll.

„Das wäre eine tolle Anerkennung gewesen, aber unsere Arbeit geht auch ohne Preis weiter“, erklärte Lübbers. Die Samtgemeinde Barnstorf habe sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben und versuche entsprechend zu wirtschaften. Das komme in verschiedenen Projekten zum Ausdruck.

Nach dem verpassten Sieg war die Stimmung bei Lübbers & Co. zunächst gedrückt. Doch der Abend lud schnell zum Genießen ein. Schließlich waren die Barnstorfer Teil ein großen Spektakels. Etwa 1200 geladene Gäste hatten sich zur Preisverleihung im Maritim Hotel versammelt. Im Rampenlicht stand Königin Silvia von Schweden. Sie wurde für ihr jahrzehntelanges Engagement zum Schutz von Kinderrechten ausgezeichnet. Weitere Preise gingen an „Jahrhundertpolitiker“ Hans-Dietrich Genscher und UN-Flüchtlingskommissar António Guterres. Für ein musikalisches Highlight sollte Weltstar Art Garfunkel sorgen.

Im Vorfeld der Preisverleihung gab es einen Kongress mit Teilnehmern aus Wirtschaft, Kommunen, Zivilgesellschaft, Politik und Forschung. Zahlreiche Referenten nahmen Stellung in Plenumsrunden und dezentralen Foren. „Viele interessante Vorträge, Diskussionen und Leute“, stellte Lübbers fest. Ein beherrschendes Thema sei die Flüchtlingskrise gewesen, die nicht zuletzt für die Kommunen eine große Herausforderung darstellt.

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