„Es kann uns alle treffen“

97 Teilnehmer bei Typisierungsaktion in der Christian-Hülsmeyer-Schule

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Will helfen, wenn es nötig ist: Gina Makollus aus Cornau beim Griff zum Wattestäbchen. 

Barnstorf - Von Eva-Maria Konkel. Insgesamt 97 Menschen nahmen am Samstagnachmittag an der Typisierungsaktion in der Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf teil und unterstützten damit den Kampf gegen Blutkrebs. Viel Zeit brauchten die Teilnehmer für ihre gute Tat nicht zu opfern. Angabe der Personalien, Wattestäbchen in den Mund, kurzer Abstrich der Schleimhaut, und fertig war die Registrierung.

„Wir hätten gerne drei Menschen mehr da gehabt, dann wären die Hundert voll gewesen“, sagte Jennifer Hamade mit einem Augenzwinkern. Die Leiterin der Krebsberatungsstelle zog eine positive Bilanz. Dem konnte Nadja Schmidt, Mitarbeiterin der DKMS gemeinnützige GmbH, ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei, nur beipflichten: „Für einen doch so relativ kleinen Ort war die Beteiligung absolut zufriedenstellend.“

Die Aktionsleiterin berichtete aus ihrer Erfahrung, dass die Teilnehmerzahlen noch höher seien, wenn der öffentliche Aufruf an eine heimische Person gekoppelt sei. Vor allem bei erkrankten Kindern sei die Anteilnahme groß. Ein Beleg dafür ist die Typisierungsaktion, die im Mai 2014 in der Dr.-Kinghorst-Schule in Diepholz stattfand. Dort hatten sich 468 Menschen registrieren lassen, um der damals sechsjährigen Janina zu helfen.

Diesmal führte der Weg in die Oberschule in Barnstorf. Für Gina Makollus aus Cornau war es selbstverständlich, sich registrieren zu lassen und dann auch Stammzellen zu spenden, sofern dies erforderlich würde. Zustimmendes Nicken bei Annette Kattau: „Wenn ich als Spender in Frage komme, würde ich gerne anderen helfen“, so die Barnstorfer Geschäftsfrau.

In Modegeschäft Werbetrommel gerührt

Sie hatte in ihrem Modegeschäft die Werbetrommel gerührt. Durch das Plakat seien auch Kunden aus Wildeshausen zu dem Schluss gekommen, ihren guten Vorsatz in die Tat umzusetzen: „Das wollten wir immer schon mal machen.“ So ging es auch Maren Gewinn, die am Sonnabend ebenfalls die Gelegenheit nutzte, in die weltweite Spenderdatei aufgenommen zu werden. „Es kann uns alle treffen, oder Freunde, oder, oder“, sagte die Barnstorferin, die über die sozialen Netzwerke von der Aktion in der Schule erfahren hatte. Sie und die übrigen Teilnehmer konnten ihren Aufenthalt mit einem Gespräch bei Kaffee und Kuchen verbinden. Hier kümmerten sich die Landfrauen um die Bewirtung. „Wir haben das sehr gerne gemacht“, war die einhellige Meinung der ehrenamtlichen Helfer.

Einen ganz emotionalen Moment gab es für die Organisatoren, als ein junger Familienvater aus Barnstorf, dessen Frau sich registrieren ließ, von seiner Spende berichtete. Er war gerade erst aus Köln zurückgekommen, wo er für einen 30-jährigen Patienten aus Deutschland Stammzellen gespendet hatte. Das Glücksgefühl, helfen zu können, sei unglaublich, und er würde es immer wieder machen, erklärte der Mann, der gerne anonym bleiben wollte.

Eine Typisierung kostet 35 Euro

Die Aktion wurde gemeinsam von der Krebsberatungsstelle und der Freiwilligenagentur der Interessengemeinschaft Gesundes Leben (Igel) sowie dem Landfrauenverein Barnstorf organisiert. Sie hatten auch zu Geldspenden aufgerufen, denn nach Angaben der DKMS belaufen sich die Kosten für eine einzelne Typisierung auf 35 Euro. Unterm Strich kamen 3075,37 Euro zusammen, sodass sich die Aktion praktisch von alleine trug.

Davon kamen 484,50 Euro von der Weihnachtssterne-Aktion der Barnstorfer Landfrauen, 735,87 Euro aus Direktspenden vor Ort und dem Kuchenverkauf, 400 Euro vom Wollcafé und 1000 Euro von der Sparkasse Barnstorf. Die Volksbank hatte im Rahmen ihres Gesundheitstages in Sulingen zur Registrierung aufgerufen. 13 Mitarbeiter machten mit. Ihre Wattestäbchen wurden nach Barnstorf befördert, verbunden mit einem Spendenbetrag in Höhe von 455 Euro. Ein abschließender Dank der Organisatoren galt dem Landkreis Diepholz, der als Träger der Schule die Räume zur Verfügung gestellt hatte.

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