Russische Küche

Schaschlik und Plov aus dem Kazan: Radik Tamoyan betreibt neues Restaurant in Barnstorf

Plov gehört zu Russland: Dieser Eintopf wird in einem gusseisernen Topf zubereitet. Radik Tamoyan zeigt, in welchen traditionellen Gefäßen er seinen Gästen Plov serviert.
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Plov gehört zu Russland: Dieser Eintopf wird in einem gusseisernen Topf zubereitet. Radik Tamoyan zeigt, in welchen traditionellen Gefäßen er seinen Gästen Plov serviert.

Was darf niemals fehlen, wenn russisch gekocht wird? „Schaschlik“, sagt Radik Tamoyan. Aber auch Teigtaschen seien ein Muss. Wenn dann noch Plov dazukommt, dann ist Tamoyan zufrieden. Er ist Betreiber und Koch des neuen Barnstorfer Restaurants „Kazanok“. 

Barnstorf – Chinesisches Essen? Türkisches Essen? Griechisches Essen? „Das gibt es doch überall“, sagt Radik Tamoyan. „Ich wollte den Leuten aber mal was Neues, was Anderes anbieten.“ Deswegen hat er jetzt in Barnstorf an der Walsener Straße ein Restaurant eröffnet – mit russischen Gerichten auf der Speisekarte. „Ich sehe das als eine Marktlücke“, meint er.

Radik Tamoyan ist Betreiber und Koch im „Kazanok“

Radik Tamoyan ist Betreiber und Koch in einem. Sein Restaurant trägt den Namen „Resto Bar Kazanok“. Dass er russische Speisen anbietet, kommt nicht von ungefähr, hat er doch selbst russische Wurzeln. Und auch für das flächenmäßig größte Land der Welt gelte – wie wohl überall: „Bei Oma schmeckt‘s am besten.“ Und dieses Gefühl will der 32-Jährige den Menschen vermitteln, die sein Restaurant besuchen. „Das Essen ist hier handgemacht“, sagt Tamoyan – eben wie früher bei Oma.

Radik will, dass sich sein spezielles kulinarisches Angebot an alle richtet, die gerne essen. „Jeder kann kommen“, sagt er und betont dabei, dass sein Restaurant unpolitisch sei. Die Herkunft der Besucher spiele keine Rolle. Einzige Bedingung: „Sie müssen sich nur trauen und reinkommen“, sagt Radik Tamoyan und lächelt.

Matroschkas gehören zu Russland: Im Restaurant von Radik Tamoyan sind sie an vielen Orten zu finden.

Dass der Ankumer ausgerechnet Barnstorf als Standort für sein Restaurant aussuchte, war keine Willkür. Radik erzählt: „Ich hatte vorher ein Restaurant in Dinklage. Und da ist mir aufgefallen, dass viele meiner Gäste aus dieser Region kamen – aus Barnstorf und Diepholz. Also habe ich mir überlegt, dass ich auch einfach zu ihnen kommen kann.“

Gesagt, getan: Seit Februar arbeitete er am Aufbau seines Restaurants am Barnstorfer Ortsausgang Richtung Goldenstedt, das Anfang Oktober Eröffnung hatte. „Ich war erleichtert und dachte: ,Endlich geht es los‘“, erinnert er sich.

Inneneinrichtung gestaltet sich schwer für Tamoyan

Am schwersten tat sich Tamoyan bei der Inneneinrichtung des „Kazanok“. „Design und Deko – das I-Tüpfelchen – waren am anstrengendsten“, resümiert er. „Jeder Mensch hat einen anderen Geschmack und ich wollte den von allen ein bisschen treffen.“ Letztlich spiegelt jedoch auch die Einrichtung Russland wider. Das fällt insbesondere an den Details auf. Matroschkas – kleine Holzpuppen, die ineinander gestellt werden können – sind nicht nur an einem Ort im Restaurant zu sehen. Im großen Saal schmückt ein sehr großes Bild von Moskau eine komplette Wand, „damit ich Russland den Gästen auch ein bisschen zeigen kann“, erklärt der 32-Jährige. Er beschreibt die Optik seines Lokals als „typisch russisch“ mit vielen goldenen und roten Elementen, mit alten und neuen Möbeln.

Und was ist typisch russisches Essen? „Schaschlik“, sagt Tamoyan ohne lange zu überlegen. Das dürfe in keiner russischen Küche fehlen. Aber auch diverse Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen gehören dazu.

Moskau gehört zu Russland: Im großen Saal soll dieses Wandbild russischen Flair vermitteln.

„Und bei uns gibt es Plov aus dem Kazan“, sagt Tamoyan. Daraus leitet sich auch „Kazanok“, der Name des Restaurants, ab. Plov ist eine Art russischer Eintopf mit Gemüse und Fleisch, der in einem gusseisernen Topf, dem Kazan, zum Kochen gebracht wird, erklärt der Betreiber. Gegessen wird Plov aus besonderen traditionellen Keramikgefäßen, die nur wenig mit herkömmlichen Tellern zu tun haben. Sie sind bauchig und erinnern entfernt an kleine handliche Töpfe oder Suppenschüsseln.

Von Montag bis Mittwoch ist das „Kazanok“ geschlossen. In der Zeit haben Radik Tamoyan und sein Team aber allerhand zu tun. „Wir sind eine Truppe von zehn Personen“, sagt der Betreiber. Und dieses Team brauche er auch, denn: „Die russische Küche ist zwar einfach, aber aufwendig zuzubereiten.“ Teigtaschen müssen geformt werden. Das gehe nicht einfach so, weshalb weniger als drei Ruhetage nicht drin seien.

Tamoyan zufrieden mit dem Start in Barnstorf

Wenn Tamoyan sein Restaurant dann donnerstags um 17 Uhr öffnet, bietet es Platz für rund 60 Gäste. „Man kann aber auch bestellen und abholen“, verrät er. Bis 21.30 Uhr hat sein Restaurant geöffnet, freitags eine Stunde länger. Samstags kommt der Saalbetrieb dazu. „Dann habe ich ab 16 Uhr Platz für bis zu 110 Personen“, sagt der Betreiber. Eine weitere Besonderheit an Samstagen ist der Veranstaltungscharakter im „Kazanok“: „An dem Tag gibt es ein Büfett, russische Live-Musik und wir haben deutlich länger geöffnet, aber maximal bis 3 Uhr.“

Radik Tamoyan ist zufrieden, wie der Start seines neuen Restaurants in Barnstorf bisher gelaufen ist. „Ich habe schon positive Rückmeldungen von Leuten aus dem Ort bekommen“, sagt er. „Mir macht es Spaß, etwas mit und für Menschen zu machen. Wenn ich sehe, dass ihnen dann auch gefällt, was ich mache, dann macht mich das glücklich.“

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