Teure Entsorgung von Klärschlamm

Kartoffelkrebssporen verursachen hohe Abwassergebühren in der Samtgemeinde Barnstorf

In der Kläranlage der Samtgemeinde Barnstorf wird das Abwasser aufbereitet und der Klärschlamm anschließend thermisch verwertet.
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In der Kläranlage der Samtgemeinde Barnstorf wird das Abwasser aufbereitet und der Klärschlamm anschließend thermisch verwertet.

Barnstorf – Was aus dem Wasserhahn kommt, muss für eine Gebühr auch wieder entsorgt und aufbereitet werden. Diese Abwassergebühr für die zentrale Schmutzwasserbeseitigung fällt in der Samtgemeinde Barnstorf allerdings fast doppelt so hoch aus wie in umliegenden Gemeinden.

4,41 Euro pro Kubikmeter beträgt die Gebühr zur Schmutzwasserbeseitigung in der Samtgemeinde Barnstorf. Zum Vergleich: Nach Angaben der Stadtwerke Huntetal zahlen Grundstückseigentümer in der Samtgemeinde Wagenfeld 2,55 Euro und in der Stadt Diepholz sowie in der Samtgemeinde Rehden 2,20 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser.

Grund für diesen deutlichen Unterschied seien laut Ingmar Braunert Kartoffelkrebssporen, die im Klärschlamm, der bei der Aufbereitung des Abwassers entsteht, nachgewiesen wurden. Braunert ist Fachbereichsleiter der Samtgemeinde Barnstorf für den Bereich Bauwesen und Liegenschaften sowie zuständig für die Kläranlage. „Durch das Verbot zur landwirtschaftlichen Verwertung des Klärschlammes sind der Samtgemeinde Barnstorf erhebliche Mehrkosten für die deutlich kostenintensivere thermische Verwertung entstanden. Neben einer mobilen Entwässerungszentrifuge im 24-Stunden-Betrieb muss der entwässerte Klärschlamm zusätzlich in einer Trocknungsanlage behandelt und anschließend verbrannt werden“, heißt es in der Erläuterung zur Beschlussvorlage der Samtgemeinde Barnstorf zur Abwassergebührenberechnung.

Pilz erstmals 2019 nachgewiesen

Bereits vor drei Jahren hieß es seitens der Verwaltung: „Es ist mit einer deutlichen Kostensteigerung für die Verwertung des Klärschlammes zu rechnen. Diese Kostensteigerung wird sich negativ auf die Abwassergebühr auswirken.“ Erstmals wurde der schädliche Pilz Ende 2019 in Barnstorf nachgewiesen. Die Kartoffelkrebssporen breiteten sich über die Kanalisation aus und gerieten ins Klärwasser. Dadurch war der Klärschlamm für die landwirtschaftliche Nachnutzung nicht mehr zu gebrauchen. Für die Samtgemeinde Barnstorf bedeutet dies seitdem jährliche Mehrkosten, die sich auf die Abwassergebühren auswirken.

Fachbereichsleiter Braunert: „Die Gebühren waren in den vergangenen Jahren relativ stabil. Die Abwassergebühren für die zentrale Schmutzwasserbeseitigung lagen 2018 bei 3,52 Euro pro Kubikmeter. Im Folgejahr bei 3,47 Euro. Vergangenes Jahr dann bei 3,55 Euro. Die diesjährige Erhöhung auf 4,41 mussten wir aufgrund des notwendigen Umstiegs auf thermische Verwertung des Klärschlamms vornehmen.“

Starke Schwankungen bei dezentraler Schmutzwasserbeseitigung

Stärke Schwankungen gebe es im Bereich der dezentralen Schmutzwasserbeseitigung, in Form von Kleinkläranlagen, da die im Jahr angefallenen Kosten hierbei auf eine geringe Schmutzwassermenge umgelegt werden.

Bleibt abzuwarten, ob sich die Gebühren in den kommenden Jahren den Nachbargemeinden angleichen können oder sich weiterhin Mehrkosten sowohl für die Samtgemeinde Barnstorf als auch für die Bewohner aufgrund der Kartoffelkrebssporen und der teuren Entsorgung des Klärschlammes ergeben werden.

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