Samtgemeindebürgermeister gesucht

Beifall in Barnstorf für alle drei Kandidaten – 200 Zuschauer dabei

Mehr als 200 Besucher verfolgten auf der Tribüne des Sundering-Stadions die Diskussion der drei Kandidaten für das Amt des Barnstorfer Samtgemeindebürgermeisters.
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Mehr als 200 Besucher verfolgten auf der Tribüne des Sundering-Stadions die Diskussion der drei Kandidaten für das Amt des Barnstorfer Samtgemeindebürgermeisters.

Barnstorf – Diskussionen gibt es sicherlich häufig auf dem grünen Rasen des Barnstorfer Sundering-Stadions. Wenn bei Fußballspielen Schiedsrichterentscheidungen strittig sind beispielsweise. Am Mittwochabend wurde dort anderthalb Stunden lang politisch diskutiert – sportlich fair und durchweg sachlich. Die drei Kandidaten für das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters der Samtgemeinde Barnstorf stellten sich und ihre Ziele vor.

Diese zweite öffentliche Podiumsdiskussion fand deutlich mehr Resonanz als die erste in Drebber, zu der 60 Interessierte gekommen waren. Ins Sundering-Stadion fanden mehr als 200 den Weg. Sie hörten auf den festen Sitzplätzen der Tribüne und auf verteilten Stühlen zunächst aufmerksam den Kandidaten zu und spendeten zum Schluss allen Dreien Beifall.

Professioneller Moderator Lars Cohrs

Professionell-unterhaltsam führte Moderator Lars Cohrs durch den frühen Abend, an dem der drohende Regen ausblieb – wie es CDU-Fraktionsvorsitzender Ludolf Roshop in seiner kurzen Begrüßung vorhergesagt hatte.

Podiumsdiskussion auf dem Fußballplatz (von links): Alexander Grimm, Elke Oelmann, Dr. Christina Radons und Moderator Lars Cohrs.

Die Barnstorfer haben am 12. September wirklich die Wahl, denn die Kandidaten, die Nachfolger von Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers werden wollen, sind sehr verschieden. In der Podiumsdiskussion wurden die Unterschiede erneut deutlich.

Die von CDU, FDP und Wählergemeinschaft unterstützte, parteilose Dr. Christina Radons (57) spielte vorwiegend die Wirtschafts-Karte und verwies auf ihre Erfahrung in Führungspositionen – unter anderem bei Unternehmen wie Dr. Oetker, Harting und Lebensbaum.

Die Grünen-Kandidatin Elke Oelmann (55) setzte auf ihre Erfahrung als langjährige ehrenamtliche Kommunalpolitikerin in Barnstorf (derzeit als ehrenamtliche Fleckensbürgermeisterin), auf gute Vernetzung sowie „Ehrlichkeit und Transparenz“.

Der von der SPD ins Rennen um den Chefposten im Barnstorfer Rathaus geschickte Alexander Grimm (48) brachte viele Jahre Erfahrung als Verwaltungsbeamter ebenso ins Spiel wie seine Eigenschaften als „Teamplayer“ und „Gerechtigkeitsfanatiker“. Auf dem am Mittwochabend politisch genutzten Fußballplatz hat der Barnstorfer schon viele Spiele in der Schiedsrichterfunktion bestritten.

Unterschiedliche Auffassungen

Moderator Lars Cohrs bemühte sich um Ausgeglichenheit, wobei die beiden Kandidatinnen gefühlt etwas länger zu Wort kamen als der Kandidat. Er fragte auch öfter kritisch nach.

Zwischen den beiden Damen mit deutlich unterschiedlichen politischen Auffassungen gab es kurzzeitig eine Zweier-Diskussion. Die in Diepholz wohnende Dr. Christina Radons kritisierte, dass zu wenig mit Barnstorfer Unternehmen gesprochen werde. Sie würde im Rathaus die Stelle eines Witschaftsförderers wieder besetzen. Grünen-Kandidatin Elke Oelmann war dagegen, nur Einzelinteressen von Unternehmen im Blick zu haben. Man müsse die Gesamtheit sehen. Alexander Grimm war beim Thema Wirtschaft für die Einrichtung attraktiver Gewerbegebiete.

Zu Themen wie Wirtschaft, allgemeine Entwicklung der Samtgemeinde, Ziele der Kandidaten sowie zu Arbeit und Aufbau der Verwaltung im Barnstorfer Rathaus stellte der routinierte Lars Cohrs den Kandidaten Fragen. Beispiel Wohnen: Während sich Dr. Christina Radons für neue Baugebiete aussprach – damit, wer möchte, weiterhin in seiner Gemeinde wohnen kann –, war Elke Oelmann für Verdichtung der vorhandenen Bebauung und Altbausanierung.

Alexander Grimm konnte sich bei der Entwicklung der Samtgemeinde ein Mitspracherecht der Bürger mit eigenem Budget im Haushalt („Bürgerhaushalt“) vorstellen.

Zwei Fragen von der Tribüne

Lediglich zwei Fragen gab es am Schluss aus den Reihen der 200 Zuhörer – eine davon drehte sich um die Umgehungsstraße. Für den Bau einer solchen Straße wollen sich alle Kandidaten einsetzen. Grünen-Kandidatin Elke Oelmann war angesichts der wohl erst langfristig möglichen Realisierung für „kreative Lösungen“ für den Verkehr in Barnstorf – wie Einbahnstraßenregelungen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen im Ort.

Die Haushaltsentwicklung und Investitionen der Samtgemeinde war Thema einer weiteren Frage. SPD-Kandidat Alexander Grimm verwies auf den geringen Spielraum, den Kommunen bei den Ausgaben haben, und verwies auf gesetzliche Verpflichtungen: „90 Prozent sind fremdbestimmt.“

Auch der politische Spielraum des Samtgemeindebürgermeisters beziehungsweise der Samtgemeindebürgermeisterin ist eingeschränkt. Im Rat hat er oder sie nur eine Stimme. Gleichwohl können die Amtsinhaber eine gewisse politische Richtung vorgeben. Welche das sein soll, können die Bürger durch die Direktwahl entscheiden.

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