Barku nutzt moderne Halle im Immenzaun / Zukunftspläne für den Spritzguss

Neuer Produktionsstandort bringt bereits Vorteile

+
Freuen sich über neue Möglichkeiten in der Fertigung von Kunststoffprofilen: Geschäftsführer Wolfgang Czerny (r.) mit Extrusions-Leiter Arnold Bauer (l.) und Stellvertreter Henry Dreyer.

Barnstorf - Von der Planung bis zum ersten Spatenstich hatte es etwas länger gedauert, als das heimische Unternehmen zunächst angekündigt hatte. Doch dann ging alles plötzlich ganz schnell. In nur zehn Monaten Bauzeit wurde die neue Produktionsstätte der Barnstorfer Kunststofftechnik, kurz Barku, errichtet. „Eine der modernsten Anlagen Norddeutschlands“, wie Geschäftsführer Wolfgang Czerny mit zufriedenem Blick auf die frisch bezogene Halle erklärt.

Die Produktion im Gewerbegebiet Immenzaun läuft bereits auf vollen Touren. 36 von 100 Mitarbeitern sind an dem neuen Standort tätig, der eine deutliche Entlastung für den Hauptsitz an der Lubingstraße bringt und dem kunststoffverarbeitenden Betrieb neue Expansionsmöglichkeiten eröffnet. Dafür hat das Unternehmen eignenen Angaben zufolge sechs Millionen Euro in die Hand genommen, davon zwei Drittel für den Hallenbau und ein Drittel für Maschinen und Installationen.

„Bei der Planung haben wir großen Wert auf die Nachhaltigkeit der Produktion gelegt“, erläutert der Geschäftsführer. Die Firma habe energiesparende Einrichtungen angeschafft, angefangen bei neuen Extrudern zur Profilherstellung über Wärmerückgewinnungsanlagen bis hin zur LED-Beleuchtung. Für die Zukunft sei ein Blockheizkraftwerk geplant. Dann könne der Betrieb nicht nur selbst erzeugten Strom nutzen, sondern auch Wärme in Kälte umwandeln und diese zur Produktion der Kunststoffteile nutzen.

Für den Neubau haben sich nicht nur beauftragte Betriebe, sondern auch eigene Mitarbeiter ganz schön ins Zeug legen müssen. Vor allem der Umzug erforderte ein hohes Maß an Planungssicherheit. Maschinen wurden Schritt für Schritt an der Lubingstraße abgebaut und am neuen Standort errichtet. „Die Produktion durfte nicht unterbrochen werden“, beschreibt Czerny die wesentliche Herausforderung. Sein Dank gilt allen Mitarbeitern, die sich in den vergangenen Monaten stark engagiert und auch Mehrarbeit in Kauf genommen hätten.

Nach Angaben des Unternehmens sollen in Zukunft auf den zwölf Fertigungslinien rund 10000 Tonnen Kunststoff pro Jahr verarbeitet werden. Dabei kommt hauptsächlich Recyclingmaterial aus gebrauchten und neuen Fensterabschnitten zum Einsatz. Das Material wird bei Subunternehmen zermahlen, granuliert und gegebenenfalls stabilisiert. Hinzu kommen hauseigene PVC-Abfälle, die zunächst im Anbau der großen Halle zerkleinert und anschließend dem Produktionsprozess wieder zugeführt werden.

Die 90 mal 60 Meter große Halle bietet Vorteile. Barku hat jetzt die Möglichkeit, deutlich längere Kühlstrecken für die so genannte Extrusion zu nutzen. „Das hat sich schon positiv ausgewirkt. Wir können manche Profile schneller herstellen als früher“, stellt der Geschäftsführer erfreut fest. Die modernen Anlagen laufen im Drei-Schicht-Betrieb. Das macht Sinn in der Kunststoffproduktion, denn ein ständiges Einrüsten und Anfahren der Maschinen wäre zu aufwändig.

Verwendung finden die Profile überwiegend im landwirtschaftlichen Bereich. Der Vertrieb erfolgt über 40 Vertretungen weltweit. „Die Beschäftigungslage ist sehr gut. Wir können uns nicht beklagen“, sagt Czerny. Ausschlaggebend für die große Nachfrage sei die gute Konjunktur in Amerika. Dadurch könnten die Umsatzeinbußen auf dem russischen Markt mehr als wettgemacht werden.

Der Geschäftsführer blickt optimistisch in die Zukunft und hält weitere Baumaßnahmen auf dem vier Hektar großen Gelände für möglich. Doch zunächst müssen noch einige Hausaufgaben an der Lubingstraße gemacht werden. Eine der beiden freigewordenen Hallen stellt Barku der benachbarten Maschinenfabrik Lubing für Montagezwecke zur Verfügung. Die andere Halle dient zur Erweiterung der bestehenden Spritzguss-Produktion. In fünf bis zehn Jahren, so Czerny, könnte auch diese Abteilung an den neuen Standort wandern.

Mehr zum Thema:

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Geheimdienst-Kontrolleure: Umgang mit Gefährdern neu ordnen

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Trump wendet sich radikal vom Klimaschutz ab

Trump wendet sich radikal vom Klimaschutz ab

Zyklon „Debbie“ verwüstet Australiens Küstenregion

Zyklon „Debbie“ verwüstet Australiens Küstenregion

Meistgelesene Artikel

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Unfallszenario mutet auf den ersten Blick etwas rätselhaft an

Unfallszenario mutet auf den ersten Blick etwas rätselhaft an

Kommentare