Ruhiges Einsatzjahr 2021

Automatismen durch Dienste sichern: Barnstorfer Gemeindefeuerwehr zieht Jahresbilanz und blickt voraus

Blicken auf das Jahr 2021 zurück und besprechen Zukunftspläne: (von links) Jens Kaesemeier, Guido Schruth, Jan Bufe und Klaus Vehlber.
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Blicken auf das Jahr 2021 zurück und besprechen Zukunftspläne: (von links) Jens Kaesemeier, Guido Schruth, Jan Bufe und Klaus Vehlber.

Die Gemeindefeuerwehr Barnstorf blickt zufrieden auf ein Jahr ohne Großbrände oder tödliche Verkehrsunfälle zurück. Für die Zukunft sieht sie sich gut aufgestellt.

Barnstorf – Keine Großbrände, keine tödlichen Verkehrsunfälle, weniger Einsätze als 2020. Die Barnstorfer Gemeindefeuerwehr blickt auf ein ruhiges Jahr zurück. Darüber haben sich Gemeindebrandmeister Guido Schruth, sein Stellvertreter Jens Kaesemeier, Gemeindepressewart Klaus Vehlber und der stellvertretende Gemeindejugendfeuerwehrwart Jan Bufe im Gespräch mit dieser Zeitung gefreut. Denn es gelte der Grundsatz: Wenn es weniger Einsätze für die Freiwillge Feuerwehr gibt, dann gibt es auch weniger akute Gefahren.

„Sonst gibt es eigentlich immer zwei, drei Großbrände pro Jahr“, sagte Guido Schruth und meinte Einsätze, zu denen alle Feuerwehren der Samtgemeinde alarmiert werden. „In diesem Jahr gab es aber nichts in der Größenordnung“, erzählte er zufrieden. „Auch bei den Verkehrsunfällen hatten wir nichts mit Todesfolge dabei.“ Häufig hätten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte lediglich Öl, das auf die Straße gelaufen war, binden und entfernen müssen.

Deutlich weniger Brände als 2020

In nackten Zahlen sieht die Einsatzbilanz für 2021 wie folgt aus: Insgesamt rückten die Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Barnstorf 92 Mal aus – im Vergleich zu 2020 16 Mal weniger. Während sich die Anzahl der Fehlalarme und der nachbarschaftlichen Unterstützungen kaum veränderte, gab es 2021 einen deutlichen Rückgang bei den Brandeinsätzen (von 27 auf elf) und den technischen Hilfeleistungen (von 56 auf 33) im Vergleich zum Vorjahr. Die Gemeindefeuerwehr führt das auch zum Teil auf die Corona-Krise zurück. „Die Menschen sind einfach häufiger zuhause und weniger unterwegs“, erklärte Schruth. Jan Bufe ergänzte: „Wir hatten kaum noch Küchenbrände mit dem Stichwort ,Essen auf Herd‘. Wann gab es das zuletzt?“ Es könne sein, dass Privatpersonen Entstehungsbrände frühzeitig entdecken und selbst ablöschen können.

Zugenommen hätte allerdings die Anzahl der Amtshilfen für beispielsweise den Rettungsdienst. Schruth sagte: „Das wird immer mehr.“ Bei der Amtshilfe handele es sich in der Regel um Tragehilfen oder Türöffnungen durch die Feuerwehr. Außerdem habe es – dem Trend der vergangenen Jahre entsprechend – wieder relativ viele Fehlalarme durch falsch auslösende Brandmeldeanlagen (BMA) gegeben. Schruth ist dennoch ein Befürworter: „Es waren nicht nur Fehlalarme.“ Korrekt auslösende BMA seien „sehr gut für die Feuerwehr, weil wir dann rechtzeitig vor Ort sein können“.

Einsatzübungen durch Corona eingeschränkt

Abgesehen von den Einsätzen sei das zu Ende gehende Jahr „wieder sehr coronageprägt“ gewesen, so Schruth. „Wir sind pandemiebedingt erst im Frühsommer wieder mit den regelmäßigen Diensten angefangen.“ Jens Kaesemeier erklärte: „Dienste sind wichtig und notwendig.“ Nur durch regelmäßige interne Ausbildung sei es möglich, die vielen wichtigen Handgriffe zu verinnerlichen. „Die Automatismen sitzen nicht mehr so wie vor Corona“, erzählte der stellvertretende Gemeindebrandmeister. Diese gelte es aber durch Dienste zu sichern. Dass es dabei an der einen oder anderen Stelle Handlungsbedarf gebe, „hat man bei der großen Einsatzübung bei Wragge zwischen Cornau und Drebber gesehen“, so Schruth.

Klaus Vehlber bedauerte, dass die Übung bei Wragge, die einzige in größerem Stil in diesem Jahr war und auch bleiben wird. „Wir hätten gerne mehr solcher Übungen angeboten, aber das war wegen der vielen Corona-Vorgaben kaum möglich“, sagte er und erklärte: „Gerade langfristig konnten wir überhaupt nichts planen. Das ging einfach nicht.“

Der Verkehrsunfall in Cornau, bei dem ein Auto in eine Steinmauer krachte, gehört zu den spektakulärsten Einsätzen der gesamten Gemeindefeuewehr Barnstorf im Jahr 2021. Große Brandeinsätze oder tödliche Unfälle gab es nicht.

Der Blick der Gemeindefeuerwehr Barnstorf ist trotz der Corona-Situation nach vorn gerichtet: Sieben junge Einsatzkräfte haben in Drentwede den zweiten Teil ihrer Truppmann-Ausbildung abgeschlossen und dürfen dadurch bei künftigen Einsätzen aktiver agieren. Außerdem haben die Führungskräfte der Feuerwehr gemeinsam mit der Samtgemeindeverwaltung begonnen, die ersten Maßnahmen des Feuerwehrbedarfsplans in Angriff zu nehmen. Es seien zum Beispiel schon zwei neue Einsatzfahrzeuge für die Ortsfeuerwehren Barnstorf und Drentwede bestellt worden. Guido Schruth rechnet damit, dass sie zwischen Ende 2022 und Anfang 2023 geliefert werden.

In Sachen Handyalarmierung durch eine entsprechende App gibt es für das kommende Jahr auch Neuigkeiten. „Wir schwenken jetzt um vom Probebetrieb in den Regelbetrieb“, erzählte Jens Kaesemeier, der diese Alarmierungsform federführend mit Jens Woita betreut. Zuerst hatten im Sommer die Ortsfeuerwehren Eydelstedt und Aldorf begonnen, die App zu nutzen. Nach und nach seien dann weitere Ortsfeuerwehren dazugekommen. Jetzt steht eine Schulung für die jeweiligen Administratoren an. Kaesemeier merkte aber an: „Das ist eine super Sache, aber es ist trotzdem nur eine Zusatzalarmierung und ersetzt nicht den digitalen Meldeempfänger.“

Insgesamt stabile Mitgliederzahlen

Die Gemeindefeuerwehr freue es, dass die meisten Einsatzkräfte ihrem Ehrenamt trotz der Corona-Lage treu bleiben. 389 Aktive zählen derzeit zu allen Feuerwehren in der Samtgemeinde Barnstorf. 2020 seien es zwar noch 413 Aktive gewesen, aber dieser Rückgang sei durch die Auflösung der Ortsfeuerwehren Bockstedt und Rechtern zu erklären, meinte Schruth. Auch die Jugendfeuerwehren seien „insgesamt mit einem blauen Auge davon gekommen“, so Jan Bufe. „Wegen Corona ist schon manches auf der Strecke geblieben.“ Es gab aber auch positive Entwicklungen: „Die Jugendfeuerwehr Eydelstedt ist gut durchgestartet und hat viele neue Mitglieder.“ Mit 91 aktiven Jugendlichen ist die Zahl sogar um zwei zum Vorjahr gestiegen.

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