Zwei Lehrerinnen bringen ihre Erfahrungen ein

Welthaus wird zum „außerschulischen Lernort“

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Wollen ihre pädagogische Erfahrung in die neuen Arbeitsfelder im Welthaus einbringen: Regina Bömer (l.) und Dorit Schierholz.

Barnstorf - Das Welthaus in Barnstorf nimmt zum 1. August offiziell den Betrieb als „Außerschulischer Lernort“ auf. Nachdem Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt im Februar dieses Jahres persönlich die Anerkennungsurkunde in der Einrichtung an der Bahnhofstraße überbracht hat, geht es jetzt um den Beginn der praktischen Arbeit.

Die personellen Voraussetzungen für die neuen Aufgaben sind inzwischen geschaffen, wie Einrichtungsleiter Reinhold Bömer mitteilt: „Die Landesschulbehörde hat in den Sommerferien die Zusage für die teilweise Freistellung von zwei Lehrerinnen gegeben.“ Das Team bilden Dorit Schierholz und Regina Bömer. Ihr Einsatzgebiet konzentriert sich auf die Förderung von globalem Lernen und die Bildung für nachhaltige Entwicklung im Landkreis Diepholz.

Die Schwerpunkte der beiden erfahrenen Pädagoginnen orientieren sich an den Impulsen, die sie auch in ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit eingebracht haben. Dorit Schierholz ist seit vielen Jahren an der Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf tätig. Nun will sie weitere Schulen im Landkreis Diepholz für den fairen Handel motivieren. Darüber hinaus ist die Pädagogin für alle weiteren Fragen des globalen Lernens zuständig und besucht interessierte Schulen im Landkreis Diepholz.

Schierholz will auf Einzelaktionen und auch komplette Veränderungsprozesse von Schulen setzen, damit diese als „Fair-Trade-Schule“ anerkannt werden. Den Titel hat die Oberschule in Barnstorf bereits in der Tasche. Außerdem sind verschiedene Einzelaktionen vorgesehen. Dafür stellt das Welthaus als neues Angebot einen mobilen Fair-Trade-Shop zur Verfügung. Anlass für seine Präsentation ist die bundesweite „Faire Woche“ im September. „Schulen können damit ohne großen Aufwand Informations- und Verkaufsaktionen anbieten und die vorgehaltenen Waren verkaufen“, erläutern die Organisatoren.

„Kakaowelten“ werden erweitert

Regina Bömer will einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Begleitung des bereits fest im Welthaus etablierten Projektes „Kakaowelten“ legen. Sie spricht damit Schulklassen der Jahrgänge eins bis sechs an. Ziel ist es, die Kenntnisse der Schüler über das Leben von Kindern und Familien in Westafrika zu vertiefen und Wissenswertes über den Anbau von Kakao zu vermitteln. Den jungen Menschen soll die Bedeutung des fairen Handels bewusst gemacht werden. Und sie sollen erfahren, wie sie selbst den Handel praktizieren und verbreiten können. Regina Bömer betreut zudem das umfangreiche Angebot an Medien und Literatur, das in der Einrichtung an der Bahnhofstraße vorrätig ist und in sogenannten Medienboxen kostenlos ausgeliehen wird. Ferner schafft sie den Zugang zu den im Welthaus angesiedelten mobilen Ausstellungs- und Theaterprojekten. Da sind zum Beispiel die Stücke „Die Klimafresser – Is(s) die Welt gesund?!“ oder „Stolpern zum Glück“ sowie die Ausstellung „Afrikan Kids“ zum gleichnamigen Buch von Lutz van Dijk aus Südafrika. Auch der unlängst in Berlin eingeweihte „Flucht-Truck“ richtet sich insbesondere an Schüler.

In Kooperation mit Manuela Wiese, der verantwortlichen Mitarbeiterin für interkulturelle Arbeit, bringt Regina Bömer gerade ein weiteres spannendes Projekt an den Start: Es handelt sich um das Tandemprojekt für geflüchtete und nicht-geflüchtete Schüler. Der Titel: „Welt – Flucht – Sichtwechsel“. In Tandems lernen Kinder, Fragen zu Flucht und Migration an ihre Altersgenossen in der Sekundarstufe I zu vermitteln. „Hier werden noch Lehrerinnen und Lehrer gesucht, die diese kleinen Teams motivieren und begleiten“, erklärt Regina Bömer.

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