Grundgerüst für die Zukunft schaffen

Ausschuss befasst sich mit Gesellschaftsstruktur des Barnstorfer Umwelt- und Erlebniszentrums

Der Ausschuss zum Barnstorfer Umwelt- und Erlebniszentrum (Buez) tagte in der Sporthalle in Barnstorf.
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Der Ausschuss zum Barnstorfer Umwelt- und Erlebniszentrum (Buez) tagte in der Sporthalle in Barnstorf.

Barnstorf – Die Mitglieder des Buez-Ausschusses der Samtgemeinde Barnstorf wollen die Zukunft des Barnstorfer Umwelt- und Erlebniszentrums auf ein solides Fundament stellen. Den Überlegungen ging eine Analyse der aktuellen Gesellschaftsstruktur voraus. Das Ergebnis stellten Vorsitzender Stefan Bruns und seine Ausschuss-Kollegen jetzt öffentlich vor.

„Es gilt zunächst Transparenz zu schaffen. Wir müssen hinter die Vorhänge gucken. Wir haben ein Modell erarbeitet, mit dem die gesellschaftsrechtlichen Strukturen in die richtigen Hände übergeben werden können“, sagte Bruns.

Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers stimmte zu und sprach davon, dass die Situation des Buez schon von Anfang an schwer gewesen sei.

Verteilung der Gesellschafteranteile

Die Samtgemeinde Barnstorf hält 24 Prozent der Gesellschafteranteile der Barnstorfer Umwelt Erlebnis-Zentrum gGmbH (Buez). Die restlichen Anteile in Höhe von 76 Prozent gehören dem Förderverein Großes Moor.

Die Verteilung der Geschäftsanteile erfolgte seinerzeit unter Berücksichtigung finanztechnischer Aspekte. Ab einem Anteilsverhältnis von über 25 Prozent hätte dieses einen erhöhten kaufmännischen Aufwand für die Samtgemeinde nach sich gezogen.

Daher regte der Ausschuss jetzt an, die Anteile sowohl der Samtgemeinde als auch des Fördervereins auf die Planungs- und Entwicklungsgesellschaft Barnstorf mbH (Peb) zu übertragen.

Da die Samtgemeinde einziger Gesellschafter der Peb mbH ist, liege die Verantwortung für die Buez gGmbH dann komplett in kommunaler Hand, erklärte Stefan Bruns. „Die Strukturen werden dadurch vereinfacht, der Einfluss des Samtgemeinderates und die Transparenz erhöht.”

Windkraftplanung

Der Entwurf eines Nutzungsvertrages zwischen der UKA Nord Projektentwicklung GmbH & Co. KG und der Planungs- und Entwicklungsgesellschaft Barnstorf mbH (Peb) zur Ermöglichung eines Projektes zur Nutzung der Windkraft liegt vor. Danach verpflichtet sich die Peb als Grundstückseigentümer, die vorhandenen Anlagen im Barnstorfer Umwelt- und Erlebniszentrum abbauen zu lassen.

Als Gegenleistung erhält sie eine fest vereinbarte jährliche Entschädigung. Die Anlage ist vom Buez-Vorgänger Arbeitskreis Altpapier mit Zuschüssen errichtet worden. Sie wurde über die Naturschutzbund (Nabu) Umwelt-Erlebnis-Zentrum gGmbH der Buez gGmbH übertragen. Daher sind die Windkraftanlagen aufwands- und ertragsmäßig der Buez gGmbH zugeordnet. Dieses ist bei der Übertragung des wirtschaftlichen Geschäftsbereichs zu berücksichtigen.

Gegenstand des Unternehmens Buez gGmbH ist, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und die Umweltbildung der Bevölkerung durch geeignete Maßnahmen und Aktivitäten zu fördern.

Insbesondere aufgrund der ausgelaufenen Förderung für die beiden eigenen Windkraftanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz war die Gesellschaft in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

In diesem Jahr rechnet Mario Klemm vom K und P Steuerberatungsbüro mit einem wirtschaftlichen Minus in Höhe von rund 60 000 Euro. „Ziel ist es, am Ende des Jahres 2022 eine schwarze Null vorweisen zu können“, erklärte er während der öffentlichen Ausschusssitzung.

Die Beratungen mit dem Steuerberater zu den genannten Maßnahmen hatten Möglichkeiten aufgezeigt, die Finanzsituation der Buez gGmbH so zu gestalten, dass das Unternehmen langfristig finanziell bestehen kann.

Wirtschaftlichen Fortbestand sichern

Einig sind sich die Mitglieder des Ausschusses, den Fortbestand der gemeinnützigen Gesellschaft zu sichern. Der Abbau der beiden Windkraftanlagen und der Abschluss eines Vertrages mit der Firma UKA-Nord zur Unterstützung des Neubaues einer Windkraftanlage auf einem Nachbargrundstück, die Reduzierung der Aufgaben der Buez gGmbH überwiegend auf den ideellen Bereich sowie die Abgabe des wirtschaftlichen Bereiches einschließlich des hierfür eingesetzten Personals sollen Beiträge dazu leisten.

Das Hauptaugenmerk der Gesellschaft wollen die Mitglieder des Ausschusses zukünftig auf Maßnahmen des Umweltschutzes und der Umweltbildung gerichtet wissen. Hierzu gehören neben den klassischen Angeboten für Kindertagesstätten, Schulen und naturinteressierte Menschen auch die Organisation von Veranstaltungen, der Betrieb der Cafeteria „Altes Schalthaus“ sowie die Verpachtung des „Café Krümel“ und der Betrieb des Mini-Wertstoffhofs.

Außerdem soll die Zuständigkeit für den Einsatz der Erlebnisbahn Jan Spieker vom Förderverein Großes Moor wieder auf den Eigentümer Buez gGmbH übertragen werden. Die Finanzierung soll überwiegend durch Sponsoring gesichert werden.

Im Gegensatz zum Förderverein ist die Buez gGmbH berechtigt, Spendenbescheinigungen auszustellen. Eine finanzielle Unterstützung wird daher für Unternehmen und Privatpersonen interessanter.

Die weiteren Aufgaben sollen mit dem hierfür erforderlichen Personal und den für diese Aufgaben benötigten Vermögensgegenständen auf die Peb mbH übertragen werden.

Da der Förderverein Großes Moor sich seit Jahren ausschließlich auf den Betrieb der Bahn Jan Spieker und die Wahrnehmung der Aufgaben als Gesellschafter der Buez gGmbH beschränkt hat, könnte sich der Verein auflösen.

Ehrenamtlicher Einsatz gefordert

Die Reduzierung der Aufgaben des Buez auf den ideellen Bereich soll auch einen stärkeren ehrenamtlichen Einsatz ermöglichen.

Zudem wurde vorgeschlagen, Ideenworkshops zu veranstalten, um weitere vor allem finanziell lukrative Aufgabenfelder zu finden. Dieses sollte parallel zur Umstrukturierung stattfinden und ein erster Schritt zur stärkeren Einbindung der Bevölkerung sein.

Einstimmig entschlossen sich die Ausschussmitglieder für folgenden Vorschlag, der zum endgültigen Beschluss dem Samtgemeinderat vorgelegt wird: Die Umstrukturierung der Buez gGmbH soll in der beschriebenen Form durchgeführt werden.

Die Verwaltung wird beauftragt, die erforderlichen Beschlüsse für die Samtgemeinde und für die Planungs- und Entwicklungsgesellschaft Barnstorf mbH vorzubereiten. Der Vertreter in der Gesellschafterversammlung der Barnstorfer Umwelt-Erlebnis Zentrum gGmbH wird beauftragt die notwendigen Beschlüsse durch die Buez gGmbH zu veranlassen.

Zur Weiterentwicklung des Buez soll ein Ideenworkshop organisiert werden, sobald die Corona-Bedingungen eine Präsenzveranstaltung zulassen.

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