Ausschüsse stimmen Entwurf zu / Keine Vorgabe für nachhaltiges Bauen

Ringstraße soll das neue Baugebiet erschließen

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Auf breite Zustimmung stößt der Entwurf des Bebauungsplans „Vor dem Walsen“. Die gelb markierte Straße zeigt die ringförmige Erschließung des Gebietes. Die Zuwegung erfolgt im südlichen Bereich vom Vogelsanger Kirchweg. Eine direkte Anbindung an die östlich gelegene Walsener Straße ist aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht vorgesehen. Quelle: Planungsbüro Hahm

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Im neuen Baugebiet an der Walsener Straße in Barnstorf sollen so schnell wie möglich die ersten Häuslebauer zur Tat schreiten können. Verwaltung und Politik drücken in diesen Tagen aufs Gaspedal, um die rechtlichen Voraussetzungen für die Wohnbebauung zu schaffen. Die ersten Schritte zur Änderung des Flächennutzungsplans sind bereits eingeleitet. Parallel dazu wird jetzt der Bebauungsplan aufgestellt.

Aufgrund der knapp gewordenen Bauplätze steht für die Ratsvertreter außer Frage, dass Handlungsbedarf im Hunte-Flecken besteht. „Die Forderung, vorerst die Lücken zu bebauen, hat sich als sinnvoll und praktikabel erwiesen. Aber jetzt gibt es keine Reserve mehr“, erklärt Bürgermeisterin Elke Oelmann. Die Fläche zwischen Friedhof und Walsen biete sich an. Die Nähe zur örtlichen Infrastruktur sei das Hauptplus des Gebietes, das einst für die Ortsumgehung freigehalten wurde.

Im vorliegenden Entwurf des Bebauungsplans „Vor dem Walsen“ ist die einstige Trasse nur noch schemenhaft dargestellt. Im Vordergrund steht die Erschließung des 45000 Quadratmeter großen Gebietes, in dem etwa 40 Bauplätze entstehen sollen. Erste Gestaltungsvorschläge hat der Verwaltungsausschuss im Mai diskutiert. Gestern Nachmittag beschloss das Gremium die Aufstellung des Bebauungsplans. Damit kann in Kürze die frühzeitige Beteiligung der so genannten Träger öffentlicher Belange beginnen.

Der Ausschuss für Planung, Verkehr und Umweltschutz unter Vorsitz von Udo Humburg (SPD) hatte sich bereits am Montag mit großer Mehrheit für den Entwurf ausgesprochen. In der öffentlichen Sitzung erläuterte Norbert Reimann vom Planungsbüro Hahm (Osnabrück) einzelne Details der Wohnbebauung. Demzufolge sollen vornehmlich Einzel- und Doppelhäuser mit maximal zwei Wohneinheiten zugelassen werden. Entlang der Walsener Straße könnten auch Mehrfamilienhäuser mit bis zu fünf Wohneinheiten entstehen.

Nach Angaben des Städteplaners entsteht durch die Häuserzeile entlang der Walsener Straße eine Art Riegelwirkung, die zur Beruhigung der rückwärtigen Wohnbebauung beitrage. An der nördlichen Grenze des Gebietes will die Gemeinde das Regenrückhaltebecken zur Oberflächenentwässerung vergrößern. Im mittleren Bereich ist eine Grünzone geplant. In dieser Oase könnte auch ein Spielplatz entstehen. Im Gegenzug würde der nahe gelegene Spielplatz Hauffstraße aufgehoben und sich dann ebenfalls zur Bebauung anbieten.

Die Erschließung des Baugebietes soll durch zwei Einmündungen vom Vogelsanger Kirchweg erfolgen. Eine direkte Zufahrt von der Walsener Straße werde es aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht geben, betonte Reimann. Die Ring-Erschließung sei vorteilhaft für alle Versorgungsträger. Eine Ausbaubreite von 7,50 Metern biete ausreichend Platz, um Stellplätze neben der Fahrbahn anzulegen.

Verbindliche Vorgaben für ein nachhaltiges Bauen, beispielsweise durch ausgeprägte Wärmedämmung oder Solarenergie, enthält der vorliegende Entwurf nicht. Die Forderung nach Nachhaltigkeit hatten die Grünen aufgestellt. Parteimitglied Klaus Schmelz hätte beispielsweise gerne die gemeinsame Nutzung eines Blockheizkraftwerkes im Bebauungsplan festgeschrieben. Solche Vorgaben teilte der Fachausschuss nicht. Schmelz stimmte daher gegen den Entwurf.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder bei der Aufhebung des Bebauungsplans „Vogelsanger Feld“, der aufgrund der Ausweisung des neuen Baugebietes Geschichte ist. Der Plan war im Jahr 2009 aufgestellt worden, die Erschließung des Gebietes gestaltete sich aufgrund der Randlage offenbar schwierig: „Eine Nachfrage nach den Grundstücken war nicht gegeben“, berichtete Sachbearbeiterin Claudia Emker. Sie geht davon aus, dass es bei dem Aufhebungsverfahren keine Probleme gibt.

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