Windwärts muss Auflagen erfüllen

Ausgleich für Windpark: Luftige Wohnungen für Uhus

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Hoch hinaus musste Hubert Krogmann, um die Kunsthorste in den Bäumen zu installieren.

Düste - Von Thomas Speckmann. Wo bauliche Eingriffe in Natur und Landschaft erfolgen, schreiben die Genehmigungsbehörden sogenannte Ausgleichsmaßnahmen vor. Das gilt nicht nur für Straßen, Wohn- und Gewerbegebiete, sondern auch für Windkraftanlagen.

Für den Windpark Düste gibt es jetzt ein ganz anschauliches Beispiel, wie ein solcher Ausgleich in kleinem Umfang aussehen kann. Dabei handelt es sich um die Installation von mehreren Kunsthorsten für Uhus.

„Neben den vier Uhu-Horsten in sinnvollem Abstand zum Windpark haben wir die Auflage bekommen, vier Flächen für Ausgleichsmaßnahmen anzulegen und für die Dauer des Windpark-Betriebs zu erhalten“, berichtet Dr. Stefan Dietrich, Pressesprecher der Windwärts Energie GmbH, auf Anfrage unserer Zeitung. Diese Flächen umfassen unter anderem fünf Hektar extensives Grünland mit Anlage eines Schlatts sowie die Anlage eines naturnahen, standorttypischen Waldrands. Die Maßnahmen sind auf Flächen verteilt, die südlich des Windparks liegen.

Windwärts muss Kosten tragen

Die Kosten für die Ausgleichsmaßnahmen hat Windwärts als Bauherr der fünf Anlagen zu tragen, die inzwischen im Sondergebiet zwischen Düste und Dreeke entstanden sind. Darüber hinaus habe das Unternehmen für den Eingriff ins Landschaftsbild noch ein Ersatzgeld zahlen müssen, so Dietrich weiter. „Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Maßnahmen und das Ersatzgeld auf einen mittleren sechsstelligen Betrag.“

Die luftigen Wohnungen für den Uhu haben Mitarbeiter des Forstamtes Nienburg installiert. Tatkräftige Unterstützung leistete Forstwirtschaftsmeister Hubert Krogmann aus dem Forstamt Ahlhorn, der zusätzlich als Baumkletterer ausgebildet ist. Drei Kunsthorste befinden sich nun auf Flächen der Landesforsten im Revier Uchte, ein weiterer Kunsthorst in einem Privatwald, wie die Niedersächsischen Landesforsten in einer Pressemitteilung berichten.

Standorte von Experten ausgewählt

Die Standorte wurden von Revierleiter Marco Becker, einem Ornithologen und Franziska Heerde als Vertreterin des Auftraggebers Windwärts ausgewählt. Entscheidend bei der Suche war nach Auskunft von Förster Marco Becker die Lage der Bäume. „Sie sollten in Waldrandnähe mit anliegenden Offenlandschaften liegen und eine entsprechende Dimension und Ausformung zum Befestigen der Nisthilfen haben“, so der Fachmann.

Damit sich die Uhus und ihre Jungen später wohlfühlen, bauten die Forstwirt-Azubis Sandra Möhle, Lucas Reis, Justus Meineke und Manuel Messloh die vier Kunsthorste unter Anleitung von Forstwirschaftsmeister Dieter Höfig als Halbhöhlen mit Wetterschutz. Zusätzlich wurden sie nach dem Anbringen auf über sieben Metern Höhe am Baum mit Astmaterial, Moospolster und Laubstreu ausgepolstert.

Die Kunsthorste sind aus wasserfestem Sperrholz gefertigt, haben eine Grundplatte von knapp einem Quadratmeter und wiegen etwa 20 Kilogramm, sodass schon echte Muskelkraft gefragt war, als Kletterer Hubert Krogmann die Holzkonstruktionen hoch oben in den Bäumen anbrachte. „Dank der stabilen Bauweise sollen die Kunsthorste nun über 15 Jahre als gemütliche Unterkunft für Uhu-Paare dienen“, so Förster Becker, der sich schon auf die ersten Gäste aus der Vogelwelt freut.

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