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Ausgeglichener Vermittler: Drentwedes Bürgermeister Dirk Meinecke stellt sich vor

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Von: Jannick Ripking

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Dirk Meinecke wünscht sich als ehrenamtlicher Bürgermeister von Drentwede weitere Gewerbe und Wohnflächen in der Gemeinde.
Dirk Meinecke wünscht sich als ehrenamtlicher Bürgermeister von Drentwede weitere Gewerbe und Wohnflächen in der Gemeinde. © Jannick Ripking

Dirk Meinecke, Martina Thesing und Fredy Albrecht sind drei neue ehrenamtliche Bürgermeister in der Samtgemeinde Barnstorf. Die Kreiszeitung stellt sie vor.

Drentwede – „Mir liegen Extreme nicht“, sagt Dirk Meinecke. Er ist seit dieser Legislaturperiode der neue ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Drentwede. Für ein Treffen wählte er sein Zuhause – den Schmolter Hof – aus. Im Gespräch erzählt er von sich als Mensch und über seine politischen Ziele und Aufgaben.

Wenn es um einem Lieblingsplatz in seiner Gemeinde geht, gerät der 51-Jährige ins Grübeln: „Ich kann nicht durch Drentwede fahren und sagen, das ist mein Lieblingsort. Ich habe viele Lieblingsorte und einige davon sind auch hier auf dem Hof.“ Dort lebt er gemeinsam mit seiner Frau. Er hat vier Kinder im Alter von 18 und 26 Jahren.

Dirk Meinecke kommt Zuhause am besten runter

„Zuhause ist für mich Runterkommen“, sagt Dirk Meinecke. „Obwohl das ja auch mit Arbeit verbunden ist.“ Denn der Schmolter Hof ist eine Cafédiele im Familienbetrieb. Zusätzlich bieten die Meineckes auf dem Gelände Fußballgolf an. „Für mich ist das eine tolle Kombination aus Wohnen und Arbeiten in einem schönen Umfeld“, erzählt der Gemeindebürgermeister, der hauptberuflich vier Tage in der Woche als landwirtschaftlicher Unternehmensberater tätig ist.

Für Dirk Meinecke ist es wichtig, zwischen den Rollen des Familienmenschen und des Bürgermeisters „switchen“ zu können. „Als Bürgermeister dreht es sich immer um das, was für die Menschen im Ort wichtig ist, und das, was für den Ort selbst gut ist“, erklärt er. Privat gehe es auf Makroebene mehr um den Zusammenhalt.

Politisch wählt Dirk Meinecke den Weg der Mitte

Doch auch dort sieht Meinecke „verbindende Komponenten“. Denn: „In der Kommunalpolitik geht es darum, Menschen ins Gespräch zu bringen. Und auch zuhause braucht es jemanden, der moderiert. Der vierfache Vater sieht sich deshalb in der Rolle des Vermittlers – politisch wie privat. Das passt zu seinem Charakter: „Von Dritten wird mir oft gesagt, dass ich eine sehr ausgeglichene Person bin.“

Meinecke wählt am liebsten den Weg der Mitte – auch in der Politik. „Extreme sind nie gut. Es ist wichtig, eine verbindende Lösung zu finden“, sagt er. Dennoch hat auch Meinecke klare Vorstellungen, was gut für Drentwede ist: „Auf der Agenda steht weiter ganz oben die Schaffung von Gewerbe- und Wohnflächen, weil die Nachfrage einfach da ist. Auch Drentwede hat den Wunsch und das Recht, sich zu entwickeln.“ Dafür gebe es viele gute Gründe. Allen voran sei da die unmittelbare Nähe zur neuen Zentralklinik des Kreises Diepholz zu nennen, die bald in Borwede gebaut werden soll. „Ich bin ganz optimistisch eingestellt, dass sich da was in Zukunft bewegen wird“, schätzt Meinecke.

Sozialer Bereich in Drentwede liegt Dirk Meinecke am Herzen

Eine andere Sache, die ihm am Herzen liegt, ist der soziale Bereich in Drentwede. „Das ist ein Thema, das man nicht so gut greifen kann“, sagt er. Dennoch habe insbesondere die Pandemie gezeigt, dass der Kontakt von Mensch zu Mensch viel zu oft zu kurz komme. „Wir müssen Optionen schaffen“, sagt der 51-Jährige. „Drentwede lebt von Vereinen, hat aber keinen richtigen Ortskern. Darum ist das Soziale auch wichtig in der Politik.“

Auch der Klimaschutz darf in seinen Augen auf kommunaler Ebene nicht vergessen werden, denn die teilweise überregionalen Gesetze und Beschlüsse müssten letztlich vor Ort umgesetzt werden. „Das ist eine Aufgabe, die wir lösen müssen“, erklärt Dirk Meinecke. „Wir brauchen eine Vereinbarung von Windkraft, Photovoltaik und Biogas mit einem liebens- und lebenswerten Umfeld.“

Walking als Ausgleich zur Politik

Als Ausgleich zur Politik hat der Bürgermeister „kein intensives Hobby, aber ab und zu sieht man mich durch Drentwede walken“. Dabei hat er stets den Blick nach links und rechts gerichtet. „Wenn ich einmal etwas höre, dann walke ich daran vorbei und schaue auch, was so los ist und ob mir optisch etwas auffällt“, erzählt Dirk Meinecke.

Grundsätzlich sei er – nicht wie sein Vorgänger Theo Amelung – „kein Vollzeitbürgermeister“. Er will die politische Verantwortung „viele Schultern verteilen“. Deswegen sei der Generationenwechsel im Drentweder Rat das Richtige: „Ich möchte die gewählten Ratsvertreter mitnehmen. Das ist eine Neuausrichtung.“

Dirk Meinecke sucht bei Problemen das Gespräch

Wenn der ausgeglichenen Vermittler doch einmal nicht weiter weiß, „dann tut es mir gut, mit Dritten zu reden – meiner Frau zum Beispiel“, sagt Meinecke. „Dann werden ein paar kritische Fragen gestellt und dann relativiert sich das Problem auch ganz schnell wieder. Das ist besser als alles mit sich selbst auszumachen“, glaubt er.

Deswegen gehört für ihn auch ein geselliger Ausklang nach einer Ratssitzung dazu. „Das Miteinander im Anschluss kann viel Freude bereiten. Dann trinke ich gern mit den Ratskollegen ein Bier – es kann natürlich auch eine Cola sein.“ Er betont, dass man sich trotz verschiedener politischer Ansichten nicht aus dem Weg gehen muss: „Wichtig ist, dass man die Einstellung und die Person trennt. Ich muss deine Meinung nicht mögen, aber ich kann dich als Mensch trotzdem gern haben.“

Serie: Die Neuen

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass es in einer Samtgemeinde mit vier Mitgliedsgemeinden nach einer Wahlperiode gleich drei neue ehrenamtliche Bürgermeister gibt. In dieser dreiteiligen Serie stellen wir die neuen Amtsträger aus Barnstorf, Drentwede und Eydelstedt vor

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