Pro-Europäische Initiative

Demo für ein „Europa der Freiheit und des Friedens“ am Samstag

Barnstorf - Geht es nach Holger Pleus, wird der kommende Samstag ein großer Tag für Europa. Fünf Millionen Menschen sollen auf dem gesamten Kontinent auf die Straße gehen – auch in Barnstorf. „Es geht darum, diesem wachsenden Hass, der Gewalt, dem Rechtsruck ein Zeichen entgegenzusetzen“, erklärt Pleus.

Ausgedacht hat er sich das nicht. Das war die Organisation „13-10“. Sie fordert ein „Europa der Freiheit und des Friedens“. Diesem Appell kann sich die Partei Demokratie in Bewegung anschließen, kommentiert Pleus, der im niedersächsischen Landesverband arbeitet.

Er war sofort überzeugt, dass es eine solche Veranstaltung im Landkreis geben müsste: „Auch und gerade auf dem Dorf. Da sollten die Menschen langsam mal Farbe bekennen, wie sie zu Europa stehen“, fordert er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Plötzlich ruft das Staatstheater an

Gemeinsam mit Refugium Barnstorf lädt Pleus ab 14 Uhr in den Barnstorfer Bahnhof ein, wo es Musik, Essen, politische Diskussionen und eventuell auch künstlerische Darstellungen geben soll. Ganz klar sei das zu diesem Zeitpunkt noch nicht, denn während Pleus in der Planung steckte, trat unverhofft das Staatstheater Hannover auf die Partei zu. Ob Demokratie in Bewegung nicht auch in Hannover Lust hätte, eine Veranstaltung zu organisieren, war die Frage.

Neinsagen sei natürlich keine Option gewesen, also arbeite der Landesvorstand nun daran, in zwei Städten einen Beitrag zum Fünf-Millionen-Ziel zu leisten.

Und der Gast? Muss der sich registrieren lassen? Nein, das sei nicht notwendig, erklärt Pleus. „Wir zählen mit. In Hannover soll es eine Performance geben, bei der wir dazu aufrufen, sich zählen zu lassen, aber wer nicht will, der muss nicht.“ Ein ähnliches Vorgehen sei auch für Barnstorf denkbar, aber das sei noch offen.

Hoffnung auf Unterschriften

Holger Pleus hat die Hoffnung, dass die Besucher zusätzlich eine Unterschrift für die Sache abgeben. Seine Partei werde ein Manifest erarbeiten, das im Anschluss an die Gemeinde übergeben werden soll. Auch wenn er selbst in Hannover sein muss, hofft er, dass die Barnstorfer so ein „Zeichen setzen für ein Europa der Bürger, nicht ein Europa der Märkte“. Und zwar eines, dass im Anschluss nicht nur als eines von fünf Millionen Zeichen gilt, sondern vor Ort als Forderung für mehr Frieden und Bürgernähe gehört wird.

Elke Oelmann, Bürgermeisterin des Fleckens Barnstorf, nimmt das Engagement grundlegend positiv auf: „Vieles ist zuletzt hoffähig geworden, was an Rassismus grenzt. Wir müssen uns als Gemeinde positionieren, gegen den Nationalismus.“ Gleichzeitig wünscht sie sich, dass der Protest in der gesellschaftlichen Mitte verortet ist, „damit wir nachher nicht wieder über links-rechts reden“. 

ml

Rubriklistenbild: © dpa

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