Naturfotograf Willi Rolfes zeigt die schutzwürdige Wildnis 

Audiovision bietet neuen Blick auf die Moorlandschaft

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Frühling im Goldenstedter Moor: Das blühende Wollgras bestimmt das Bild der wiedervernässten Flächen.

Barnstorf/Goldenstedt - Von Matthias Niehues. Die Perspektive ist den Menschen bisher weitgehend verborgen geblieben. Die Bilder wirken, als würde man gleichsam wie die jetzt gerade wieder zurückkehrenden Kraniche über die Landschaft schweben. Eine neue Multivisions-Schau über das Goldenstedter Moor zeigt mit beeindruckenden Aufnahmen die einzigartige Landschaft und den geschützten Lebensraum als Teil der Diepholzer Moorniederung.

Dass sich dem Betrachter erstmals die Vogelperspektive auf die atemberaubende Landschaft im Grenzgebiet der Nachbargemeinden Barnstorf und Goldenstedt bietet, ist Willi Rolfes zu verdanken, der mit einer ferngesteuerten Drohne im Frühjahr bei passender Lichtstimmung die Video- und Fotoaufnahmen einfing. Der Vechtaer bezeichnet das Goldenstedter Moor als seinen „naturfotografischen Arbeitsschwerpunkt“.

„Als Gründungsmitglied des Fördervereins Goldenstedter Moor ist es mir seit 25 Jahren ein Anliegen, mit meiner Arbeit an einem Bewusstseinswandel der Menschen in Bezug auf das Moor mitzuwirken“, sagt Rolfes und begrüßt, dass ein solches Umdenken mit der damaligen Gründung des Naturschutz-Informationszentrum (NIZ) in Arkeburg zum Ausdruck gekommen ist.

Ein Beleg dafür ist die Multivisions-Schau, die jetzt jeder Besucher im „Haus im Moor“ in Arkeburg auf einem großen Bildschirm bewundern kann. Die Bilder machen deutlich, auf welche Weise die Renaturierung und Wiedervernässung im Moor greifen und welche wundervollen Naturinseln dadurch bereits entstanden sind. Die Ausgestaltung dieser neu geschaffenen Räume ist sicherlich noch eine Zukunftsaufgabe. Darauf haben Experten aus unterschiedlichen Bereichen schon im Frühjahr bei einer Podiumsdiskussion während der Barnstorfer Gartentage hingewiesen.

Züngelt: Eine Kreuzotter kriecht durch die Heide des Moores.

Für Willi Rolfes wird auch durch seine Aufnahmen deutlich, dass „die Moore zunehmend als letzte Rückzugs- und Ausweichräume für gefährdete Pflanzen- und Tierarten und deren Lebensgemeinschaften, als charakteristische und erhaltenswerte Landschaft sowie als Zeugnis früherer Kulturen, Lebens- und Wirtschaftsweisen verstanden werden müssen“. „Sie sind zudem unersetzliche natürliche Forschungsarchive und nicht zuletzt auch Tankstellen für Zugvögel und Wintergäste aus Skandinavien“, sagt der Naturfreund aus Vechta.

Er greift hier auf die Naturfotografie zurück, um sie als Motor für die Bewusstseinsbildung einzusetzen. „Sie dokumentiert, ruft auf, erklärt und fasziniert“, beschreibt Rolfes die Mechanismen. Mit Bildern sei es möglich, ohne wortreiche Argumente Brücken ins Bewusstsein der Menschen zu schlagen und dieses nachhaltig zu prägen. „Ich bin davon überzeugt, dass Bilder mächtige Botschaften sind“, betont der Naturfotograf. Flora und Fauna seien in diesem Sinne nicht nur Objekte. Die Naturfotografie könne hier vielmehr im Dienst des Naturschutzes eine Brücke zu den Interessierten bauen.

Kunstvoll arrangierte Komponenten

Das Arrangement der Bilder und die Programmierung der Multivisions-Schau hat die Potsdamer Naturfotografin Sandra Bartocha übernommen. Vom Konzept her setzt die Präsentation ganz bewusst nur auf Bilder, Gedichte, Musik und einen Kurztext. Diese Komponenten werden geschickt und kunstvoll miteinander in Beziehung gesetzt. „Die Multivisions-Schau verfolgt das Ziel, den Lebensraum Moor emotional, authentisch und überraschend an den Besucher zu vermitteln“, erklärt Rolfes. Sie lasse aber auch Raum für eigene Fantasie, mache neugierig und lade zum eigenen Erleben ein.

„Wir erhoffen uns, mit dieser Schau, bei der die Kraft der Künste, Fotografie, Lyrik, Musik und Arrangement zusammenfließen, dass sich der Betrachter mit neuer Sichtweise mit dem Thema Moor auseinander setzt“, sagt Rolfes. Form, Stil und Konzept des Beitrages sollen das Moor als verletzliche und schutzwürdige Wildnis vor unserer Haustür zeigen.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Multivisions-Schau gibt es im Internet.

https://vimeo.com/224676597

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