Politik begrüßt die geplante Einführung eines Integrationsbeirates

Auch Flüchtlinge sollen im neuen Gremium mitarbeiten

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Seit zwei Jahren kommen Vertreter unterschiedlichster Organisationen in regelmäßigen Abständen zu einem Runden Tisch im Rathaus zusammen, um sich mit der Integration von Flüchtlingen in der Samtgemeinde Barnstorf zu beschäftigen. Aus diesem losen Netzwerk soll jetzt ein fester Zusammenschluss entstehen. Die Kommune will einen Integrationsbeirat einrichten.

Auf politischer Ebene stößt der Vorschlag auf offene Ohren. Der Kinder-, Jugend-, Sozial- und Schulausschuss hat sich in dieser Woche einstimmig für die Bildung eines Integrationsbeirates ausgesprochen und damit den Weg für das weitere Verfahren geebnet. Eine Entscheidung soll voraussichtlich am 20. März im Rat der Samtgemeinde Barnstorf fallen.

Ziel des Gremiums soll die Förderung und Sicherung des friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens der Einwohner verschiedener Nationalitäten, Kulturen, und Religionen sein. Ganz wichtig ist den Initiatoren dabei, dass sich auch Flüchtlinge selbst in die Arbeit einbringen. Sie sollen an der Weiterentwicklung und Intensivierung des Integrationsprozesses aktiv mitwirken.

„Es geht um alle Personen, die in der Samtgemeinde Barnstorf leben“, betonte Fachbereichsleiterin Frauke Brüning in der Ausschusssitzung. Nicht nur Menschen aus Syrien und anderen Krisengebieten müssten integriert werden. In den vergangenen zwei Jahren sei auch deutlich geworden, dass auch bei polnischen oder bulgarische Familien ein entsprechender Bedarf bestehe.

Der Integrationsbeirat soll Menschen ohne deutschen Pass und mit mehrjährigem Aufenthalt in der Samtgemeinde Barnstorf die Möglichkeit geben, ihre Anliegen und Wünsche zu äußern und sich politisch zu beteiligen. Ferner soll sich das Gremium für ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben von Frauen einsetzen. Mögliche Belange Behinderter sollen ebenfalls Berücksichtigung finden.

„Der Beirat soll gewährleisten, dass die Integrationsarbeit institutionalisiert wird“, so Brüning weiter. Das Gremium soll einen offiziellen Status bekommen, mehrmals pro Jahr tagen und eine beratende Stimme im Kinder-, Jugend-, Sozial- und Schulausschuss erhalten. Diese und weitere Kriterien sind Bestandteil eines vorliegenden Richtlinienentwurfs, der im Fachausschuss einmütig begrüßt wurde.

18 Mitglieder sind vorgesehen

Und wer soll im Beirat sitzen? Nach den aktuellen Plänen sind 18 Mitglieder vorgesehen, die sich auf ehrenamtlicher Basis engagieren. Ihre Amtszeit soll fünf Jahre betragen, angepasst an die Wahlperiode der Räte. Bei der Auswahl sollen möglichst viele verschiedene gesellschaftliche Gruppen berücksichtigt werden. Ähnlich wie im Runden Tisch, dem mittlerweile ungefähr 100 Einrichtungen, Vereine, Paten und Ehrenamtliche angehören.

Die Beteiligten haben sich in der Vergangenheit immer wieder über aktuelle Fragen, Herausforderungen und Erfordernisse in der Flüchtlingsarbeit ausgetauscht. Dabei ist auch die Entwicklung eines Integrationskonzeptes angestoßen worden. Dieses Konzept soll im neuen Beirat unter Mitwirkung von Flüchtlingen zum Abschluss gebracht werden.

„Das ist eine feine Sache“, meint Ausschussmitglied Birte Kattau-Behnert (CDU). Sie begrüßt vor allem die Einbeziehung der Flüchtlinge. Damit habe sie bereits im Förderverein „Junges Drentwede“ positive Erfahrungen gemacht. Ähnlich sieht es FDP-Fraktionssprecher Reinhard Börger: „Miteinander statt übereinander sprechen“, so der Ratsherr mit Blick auf die gemischte Zusammensetzung des Gremiums.

Die Wählergemeinschaft um Henning Hagedorn spricht sich ebenfalls für die Pläne und die damit verbundene Ablösung des Runden Tisches aus. Grundsätzlich begrüßt wird ein Beirat auch seitens der SPD, wie Ratsherr Stefan Heitz berichtete. Allerdings habe seine Fraktion Bedenken, dass die Arbeit durch die Größe des Gremiums gelähmt werden könnte. Möglicherweise wäre es besser, weniger Mitglieder zu berufen und dafür Untergruppen zu bilden.

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